Kein ÖSV-Podest in Saalbach-Abfahrt

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Österreichs Abfahrer verpassen beim Heimrennen in Saalbach-Hinterglemm das Podest. Bester Österreicher wird Vincent Kriechmayr auf Rang 6.

Den Sieg sichert sich Thomas Dreßen. Der Kitzbühel-Sieger setzt sich trotz eines schweren Fehlers im Starthang um 0,07 Sekunden vor Beat Feuz (SUI) durch. Dahinter landen mit Mauro Caviezel, Carlo Janka und Niels Hintermann drei weitere Schweizer.

Kriechmayr hat als Sechster 0,54 Sekunden Rückstand. Matthias Mayer, Sieger von 2015, verliert durch einen Fehler im Mittelteil 0,76 Sekunden und belegt Rang 11.

Daniel Danklmaier reiht sich auf Rang 14 ein. Max Franz verliert durch zwei schwere Fehler 2,53 Sekunden.

Ergebnis der Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm>>>

Kugel-Entscheidung vertagt

Für den nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrten Dreßen war es nach Lake Louise und Garmisch-Partenkirchen der dritte Abfahrtssieg in dieser Saison, der fünfte in seiner Karriere.

Im Abfahrtsweltcup ist die Entscheidung vertagt. Beat Feuz hat zwei Rennen vor Schluss 194 Punkte Vorsprung auf Thomas Dreßen.

Aleksander Aamodt-Kilde belegt Rang 10 und vergibt die Chance, im Gesamtweltcup die Führung zu übernehmen. Der Norweger hat 21 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen Henrik Kristoffersen.

Im Nationencup führen die Schweizer nun bereits 635 Zähler vor Österreich, ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel will diese für den Verband so wichtige Wertung aber noch nicht verloren geben. "Ich glaube nach wie vor daran. Du kannst ja im Teambewerb allein noch vierhundert Punkte machen", klammert sich Schröcksnadel an den Strohhalm, meinte aber auch. "Wenn die Schweizer gewinnen, musst du ihnen gratulieren, da gibt es keine Ausreden. Aber wenn du den Nationencup nach dreißig Jahren verlierst, ist er wenigstens was wert. Wir wollen ihn dann so schnell wie möglich wieder zurückholen."

Kriechmayr ist "ratlos"

Das Abfahrtsergebnis bezeichnete er aus österreichischer Sicht freilich als "enttäuschend", er könne es sich auch nicht erklären. Das ging auch Kriechmayr so, der das Rennen im Mittelteil verlor. "Den muss ich analysieren, da habe ich viel zu viel Zeit in der Traverse verloren. Natürlich bin ich ein bisschen tief gewesen, aber das sind andere auch und waren schnell. Ich bin ein bischen ratlos." Er habe definitiv das richtige Material gewählt, er sei oben und unten schnell gewesen.

Der elftplatzierte Matthias Mayer, der Sieger auf dem Zwölferkogel bei den zuvor letzten Speedrennnen 2015, wusste, wo er die Zeit verloren hat. "Ich bin relativ schön gesprungen, aber bei der Landung habe ich eine weiche Stelle erwischt, es hat mir den Außenski gefressen und mich hergebremst. Da habe ich einiges verloren", berichtete der Kärntner das Offensichtliche. Nach dem Schneefall der vergangenen Tage hatten die Organisatoren viel Arbeit mit der Pistenpräparierung, großteils gelang dies aber sehr gut.

Bis zu der besagten Passage lief es gut für Mayer. "Oben weg ist es ganz gut gegangen. Im Mittelteil hat Dreßen eine extrem gute Linie gefunden, aber die Schweizer auch. Natürlich wäre vieles möglich gewesen ohne den Fehler", sagte Mayer. Punkte gab es auch noch für Daniel Danklmaier auf Platz 14, Otmar Striedinger auf 18 und Christian Walder auf 29. "Ich bin nicht ganz zufrieden, oben habe ich einen blöden Fehler gemacht, die Linie verloren und bin raus in den Neuschnee", sagte Danklmaier.

Dreßen: "Da hat das Rennen neu angefangen"

Dreßen, der vor fünf Jahren in Saalbach seinen Weltcup-Einstieg gab, beendete die Serie von Heimsiegen bei Weltcup-Abfahrten, die nach Dominik Paris in Bormio von Feuz in Wengen, Mayer in Kitzbühel und ihm selbst in Garmisch-Partenkirchen immer wieder verlängert wurde.

Er wunderte sich im Ziel über die Führung, hatte er doch im oberen Teil einen groben Schnitzer. "An der Mittelstation habe ich mir gedacht, jetzt fängt das Rennen neu an. Mach das, was du mit den Trainern besprochen hast. Das ist aufgegangen." Er habe aus dem Kitzbühel-Wochenende mehr gelernt als aus jedem anderen bisher. "Da wollte ich alles zu perfekt machen, das war alles zu verkrampft. Schon in Garmisch habe ich mir gedacht, einfach Spaß haben und drauflos fahren."

Feuz muss weiter auf seinen ersten Abfahrtssieg auf österreichischem Boden warten. "Lieber immer noch Zweiter, als irgendwo Fünfter oder Sechster. Ich bin stolz, dass ich konstant auf dem Podest vertreten bin", sagte der seit Dienstag 33-Jährige. In Kitzbühel war er bisher viermal Zweiter, in Schladming einmal und nun auch in Saalbach. "Wenn es ein Fluch seine sollte, ist es ein schöner. Zweiter muss man zuerst einmal werden."

Dass er auf die Fixierung der Kristallkugel noch warten muss, ist für ihn kein Problem. "Rechnerisch ist es nicht vorbei, aber das ist für mich eigentlich egal. Die Kugel hat an einem Tag wie heute keine Priorität. Ich will Rennen fahren, ich will mein Bestes geben, das hat zum Glück gut funktioniert." Am Freitag steht in Saalbach-Hinterglemm ein Super-G auf dem Programm, es sind dies die Ersatzrennen für die nach dem Ausbruch des Coronavirus in Yanqing (China) abgesagte Veranstaltung.

Stimmen:

Thomas Dreßen: "Nach dem Schnitzer oben, da habe ich mir eigentlich gedacht: Jetzt ist gleich der Ski weg. Ich bin einfach nicht sauber drübergestanden. Ich habe die Schläge von oben gesehen, dann war es nur pfoah. Ich war dann weit draußen. Da habe ich mir gedacht: Der Speed ist weg, jetzt musst du es direkt probieren. Im Ziel habe ich mir dann gedacht: Ja spinn ich, oder was. Mit dem Schnitzer... Ich hab mir nach Kitzbühel vorgenommen: Einfach locker drauflosfahren. Wie die Saison bisher gelaufen ist, ist eh schon Wahnsinn. Alles was jetzt noch kommt, ist Draufgabe."

Beat Feuz: "Es ist immer schade, wenn man den Sieg knapp verpasst. Keiner hat heute eine pferkte Fahrt runtergebracht - wahrscheinlich auch, weil es nur ein Training gab. Thomas hat es am Besten gemacht, ich kann ihm nur gratulieren. Ich bin im Mittelteil zwei, drei Mal weiter geworden, da habe ich sicher die Zeit verloren. Mit einem Abfahrtssieg in Österreich schaut es schlecht aus. Wenn kein Österreicher was dagegen hat, dann hat ein Deutscher was dagegen."

Matthias Mayer: "Ich glaub, ich bin mit dem Außenski auf einer weichen Stelle gelandet. Dann hat es mich eingeknickt und verschnitten. Da sind schon ein paar Zehntel liegen geblieben. Auf den Sieg fehlen doch 7 Zehntel, aber das Podest wäre schon möglich gewesen ohne Fehler."

Vincent Kriechmayr: "In der Traverse hab ich nicht nur ein bisserl Zeit liegen gelassen - herunten habe ich noch alles probiert. Da war ich schnell, aber den Mittelteil habe ich nicht erwischt. Es ist gut zu fahren, aber schon unruhig. Aber das stört keinen."

Max Franz: "Voll bitter. Ich hab mich voll drauf gefreut, die Piste schaut mega aus. Und dann passiert dir da oben gleich so ein Fehler, da stehst in der Suppe draußen. Dann unten noch ein Fehler - es tut schon sehr weh heute."

Textquelle: © LAOLA1.at

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