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Wie Matthias Mayer die Kitz-Sieger der Zukunft formt

Er ist Kitzbühel-Triumphator und dreifacher Olympiasieger - jetzt coacht Matthias Mayer den heimischen Ski-Nachwuchs und weiß: "Es ist ein hartes Brot als Skifahrer."

Wie Matthias Mayer die Kitz-Sieger der Zukunft formt Foto: © GEPA

Kitzbühel ist für Matthias Mayer ein besonderer Ort.

In der Gamsstadt feierte der Kärntner als Aktiver einige seiner größten Erfolge. 2017 gewann er den Super-G, 2020 kürte er sich in der Abfahrt zum König der Streif.

Nach seinem Rücktritt fiel Mayer im Jänner 2024 bei einer offiziellen Veranstaltung im Rahmen der Hahnenkamm-Rennen derart auf, dass ein Polizeieinsatz notwendig und er vorübergehend sogar in Gewahrsam genommen wurde.

"Grundsätzlich überwiegen bei mir natürlich die Erfahrungen als Rennläufer, die sehr schön waren. Ich habe in Kitzbühel Siege und Podestplätze gefeiert. Natürlich gab es auch das ein oder andere Rennen, das nicht so funktioniert hat. Das Thema mit der mentalen Schwäche vor zwei Jahren ist ein bisschen im Hinterkopf, aber kein großes Thema mehr", sagt Mayer bei einem Medientermin am Mittwoch.

Mayer: Vizepräsident, Obmann, Trainer

Der dreifache Olympiasieger wird am Freitag den Super-G in Kitzbühel (ab 11:30 Uhr im LIVE-Ticker) live an der Strecke mitverfolgen. Außerdem ist er in seiner Funktion als Obmann der "Ski Austria Speed Charity" im Einsatz. Im Rahmen des noch in seiner aktiven Zeit ins Leben gerufenen Projekts engagieren sich Mayer, Vincent Kriechmayr & Co. für den guten Zweck. In diesem Jahr werden 20 Kinder mit Down Syndrom nach Kitzbühel eingeladen und dürfen ihre Idole live treffen.

Mayers tägliche Arbeit findet aber nach wie vor auf der Skipiste statt. Der 35-Jährige ist Vizepräsident des Kärntner Skiverbandes und Trainer im heimischen Ski-Nachwuchs. Er reist direkt aus St. Anton am Arlberg nach Kitzbühel, wo er den Nachwuchskader bei FIS-Rennen betreut.

Mayer coacht Athleten im Altersbereich zwischen 18 und 21 Jahren. Seine Aufgaben: Kurse setzen, Videos machen und analysieren, sowie Infos an die Sportler weitergeben. "Ein typischer Trainerjob", sagt Mayer.

Im Frühling macht er den letzten Teil seiner Trainerausbildung fertig. Der Kärntner versucht seine Erfahrungen aus 13 Jahren Weltcup, in denen er elf Siege und 34 weitere Podestplätze feierte, an die Jugend weiterzugeben.

Es ist ein breiter Weg bis in den Weltcup. Es ist schon ein hartes Brot als Skifahrer.

Matthias Mayer

"Wir versuchen, die Athleten an den Europacup und dann an den Weltcup heranzuführen. Es ist ein breiter Weg bis in den Weltcup. Es ist schon ein hartes Brot als Skifahrer", merkt Mayer an. "Aber sie probieren ihr Bestes und es geht Schritt für Schritt weiter."

Er selbst hat damals mit 18 Jahren seine ersten Erfahrungen im Weltcup gesammelt.

"Das ist schon ein sehr junges Alter. Wenn man das mit heute vergleicht - da fehlt es uns schon ein bisschen an Breite im Europacup. Andere Nationen wie die Schweizer oder Italiener starten da voll durch und unsere tun sich da ein bisschen schwer."

Der fehlende Instinkt

Einen Mitgrund dafür hat Mayer auch schon ausgemacht: "Manchen fehlen tatsächlich die Instinkte, die meine Generation noch spielerisch als Kind mitbekommen hat, indem wir auch abseits der Pisten den ganzen Tag unterwegs waren." Sich diesen Instinkt mit 18 oder mehr Jahren noch anzutrainieren, sei schwierig, aber man arbeite daran.

Als essenziell für eine gute Nachwuchsarbeit sieht Mayer auch eine permanente Speed-Trainingsstrecke mit den nötigen Sicherheitsstandards an. "Die gibt es aktuell nur in Copper Mountain (USA; Anm.). Es wäre schon die Idee, sowas mal in Österreich zu installieren. Das wäre wichtig für Athleten, um Kilometer sammeln und sich entwickeln zu können."

So soll es mit Mayers Hilfe auch in Zukunft Kitzbühel-Gewinner und Olympiasieger aus Österreich geben.

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