Premiere im Skibergsteigen mit österreichischer Beteiligung
Der Bewerb geht am Donnerstag erstmals bei den Olympischen Spielen über die Bühne. Zwei ÖSV-Athleten haben Außenseiter-Chancen auf Medaillen.
Auf dem Zielhang der berühmten Pista Stelvio in Bormio steigt am Donnerstag die Olympia-Premiere im Skibergsteigen.
Johanna Hiemer und Paul Verbnjak nehmen den Sprint mit Vorläufen (9:50 Uhr) und Finale (12:55 Uhr) in Angriff und wollen sich Selbstvertrauen für die Mixed-Staffel am Samstag (13:30) holen, in der das österreichische Duo um eine Medaille laufen will. Hiemer zählt auch im Sprint zu den Außenseiterinnen auf einen Podestplatz.
Die beiden Österreicher sind eigentlich keine Sprint-Spezialisten und mussten das Training daher adaptieren. Kein leichtes Unterfangen. "Die Umstellung in den letzten zwei Jahren war riesengroß. Ich bin nicht für Sprint geboren, ich habe in meiner Jugend und im jungen Erwachsenenalter extreme Ausdauerdistanzen zurückgelegt, von dem her ist es eh ein Wahnsinn, dass ich im Sprint so konkurrenzfähig geworden bin. Aber ich kann sagen, mir macht das Sprinten mittlerweile Spaß, genau zum richtigen Zeitpunkt", erklärte Hiemer.
Starkes Weltcupfinale von Hiemer
Im Weltcup erreichte sie zuletzt die Plätze fünf und sechs, die Erwartungshaltung will sie aber nicht zu hoch schrauben. "Eine Medaille ist für mich schwierig, aber im Sprint kann immer was passieren, sprich Fehler bei den Wechseln, oder die Nerven.
Aber natürlich liegt der Fokus auf dem Mixed", sagt die Steirerin, die dafür auch Fellwechsel intensiv übte. "Mein Mann ist ein paar Mal mit der Stoppuhr dagestanden, bei 30 Grad, ich bin mir manchmal wie ein Volltrottel vorgekommen", sagte die 30-Jährige.
Sie hat aber noch ganz andere Herausforderungen zu bewältigen. Hiemer, die ihr Jus-Studium in Mindeststudienzeit durchgezogen hat, ist zweifache Mutter, das Höhentrainingslager im Sommer wurde da zum großen Familienurlaub.
"Ich hatte Eltern, Schwiegereltern und Freunde immer mit dabei, das hat mich total beflügelt, weil rundherum für alles gesorgt war und ich zwischendurch auch mit den Kindern mal ins Schwimmbad gehen konnte", erzählte sie.
Stelvio wird Spektakel liefern
Die Vorfreude auf das Debüt auf der olympischen Bühne ist groß, die Strecke in Bormio kennen Hiemer und Verbnjak und soll einen attraktiven Einstieg bringen. "Es ist ein bisschen weit gezogen, aber für die Zuschauer gut zum Anschauen. Spektakel wird geboten sein", meinte Hiemer.
Verbnjak, der auch Radsportler ist und im vergangenen Jahr die Österreich-Rundfahrt absolvierte, war drei Wochen davor auf Rad-Höhentrainingslager in Livigno. "Jedes Mal, wenn ich durch Bormio gefahren bin, habe ich einen Blick auf die Piste geworfen. Die Strecke im Zielhang der Herren-Abfahrt ist echt cool. Es wird relativ knackig werden", prophezeite er.
Der 24-jährige Kärntner setzt sich das Halbfinale zum Ziel, "das wäre für mich schon eine coole Sache. Aber primär geht es darum, nochmal alles für das Mixed abzustimmen und dann zwei Tage später richtig auf Edelmetall losgehen". Dass er bei der Olympia-Premiere von Skibergsteigen dabei ist, "ist schon was Besonderes. Natürlich ist Österreich stärker im Vertical, aber es ist jetzt so, wir haben das Beste draus gemacht".