Eisschnellläufer Odor glaubt an Top-Platzierung über 1.500 m
Der Tiroler setzt auf "volle Attacke" und genießt den rot-weiß-roten Teamspirit. Auch ein zweiter Österreicher steht beim 1.500-m-Rennen am Start.
Die Tiroler Eisschnellläufer Gabriel Odor und Alexander Farthofer haben am Donnerstag (16:30 Uhr) ihren zweiten von drei Einsätzen bei den bis Sonntag laufenden Olympischen Spielen.
Bevor die beiden am Samstag im Massenstart den Schlusspunkt setzen, sind sie über 1.500 m gefordert. Odor hat sich mit den Top-Sechs einiges vorgenommen. Bisher steht bei ihm die 1.000-m-Disqualifikation wegen falschen Bahnwechsels. Farthofer belegte über die ihm besser passenden 5.000 m Rang 18.
"Über 1.500 m volle Attacke"
Dass er es auch auf der nun anstehenden Mittelstrecken-Distanz ganz gut hinbekommen kann, stellte der 20-Jährige Mitte Jänner als EM-Siebenter unter Beweis. Odor war da gar nur 21/100 hinter den Medaillen auf dem "Blech"-Rang zu finden, Massenstart ist schon lange nicht seine einzige Stärke.
"Über 1.500 m volle Attacke", kündigte der 25-Jährige im APA-Gespräch an. "Die Saison ist da super gelaufen. Es ist viel möglich." Im Weltcup ist Odor über diese Distanz in diesem Winter auf schnellerem Eis als in Mailand nationalen Rekord gelaufen.
Odor freut sich, dass er nicht wie vor vier Jahren bei den Peking-Spielen unter den rot-weiß-roten Männern Einzelkämpfer im Zeichen der Fünf Ringe bei den Eisschnellläuferin ist. Neben Farthofer trat diesmal über 500 m auch Ignaz Gschwentner an, inklusive drei Athletinnen und Nicolas Andermann im Short Track sind es gar insgesamt sieben.
"Das gibt einfach eine ganz andere Gruppendynamik. Wir pushen uns gegenseitig. Am Ende profitiert jeder davon. Ich hoffe, wir erhalten dafür Anerkennung. Die Leistungen in den letzten Jahren waren schon Spitzenklasse."
Material-Tüftler Farthofer
Da ist Farthofer mit eingeschlossen. Der trainiert sich trotz seines jungen Alters selbst. Die Trainingsideen hat er an die des Doppel-Olympiasiegers Nils van der Poel angelehnt. Der Schwede veröffentlichte seine Pläne nach seinem Rücktritt. "Da habe ich mir einiges abgeschaut."
Unterstützt wird Farthofer im Sommer von Helmut Dollinger, ihn kennt er vom Radtraining. "Ich bringe ihm einen Vorschlag - er schaut drüber, kontrolliert, ändert ein paar Einheiten. Das funktioniert sehr gut für mich." Bei Dollingers Ehefrau Eva, Ex-Triathletin, absolviert Farthofer zudem Mentaltraining.
Der Maschinenbau-Student engagiert sich auch in Materialfragen. "Ich hinterfrage, warum man den Radius braucht und den Bug in der Schiene." Die Entwicklung der Schienen im Eisschnelllauf sei für ihn aber schwierig.
"Selber Schienen bauen, ist nicht wirklich machbar. Du brauchst extrem spezifische Maschinen. Das lohnt sich einfach nicht, eigenhändig kann man sehr wenig machen." Der über das Inlineskaten zum Eisschnelllauf gekommene Athlet betätigt sich auch viel in puncto Rennanzüge. "Was im eigenen Rahmen und machbar ist, wird ausprobiert."