Teilnehmer | Disziplin | Bestes Saisonergebnis |
|---|---|---|
Selina Egle/Lara Kipp | Frauen-Doppelsitzer | Platz 1 (Lake Placid, Sigulda, Oberhof) |
Hannah Prock | Frauen-Einsitzer | Platz 1 (Winterberg x2) |
Lisa Schulte | Frauen-Einsitzer | Platz 2 (Sigulda, Oberhof x2) |
Dorothea Schwarz | Frauen-Einsitzer | Platz 3 (Winterberg) |
Juri Gatt/Riccardo Schöpf | Männer-Doppelsitzer | Platz 1 (Winterberg) |
Thomas Steu/Wolfgang Kindl | Männer Doppelsitzer | Platz 2 (Winterberg, Oberhof) |
Jonas Müller | Männer-Einsitzer | Platz 1 (Park City, Winterberg, Oberhof) |
Nico Gleirscher | Männer-Einsitzer | Platz 3 (Winterberg) |
Wolfgang Kindl | Männer-Einsitzer | Platz 3 (Lake Placid) |
Österreich im Weltcup vorne
Dieses mal werden fünf Rodel-Bewerbe ausgetragen und Österreich führt in drei dieser Bewerbe in der Weltcup-Wertung.
Lisa Schulte führt im Einsitzer der Frauen knapp vor zwei Deutschen und ihrer Teamkollegin Hannah Prock. Im Einsitzer der Männer liegt der dreifache Saisonsieger Jonas Müller, nur einen Punkt hinter Felix Loch.
Im Doppelsitzer sind die Weltcupwertungen etwas eindeutiger. Bei den Frauen liegen Lara Kipp und Selina Egle klar vor zwei Deutschen Doppelsitzern.
"Als Bayer, ist er ja sehr nah an Österreich. Das passt einfach."
Bei den Männern ist die Situation umgekehrt, dort liegen die sechsfachen deutschen Olympia-Goldmedaillen-Gewinner Wendl/Arlt vor den Österreichern Juri Gatt und Riccardo Schöpf.
In der Weltcupwertung der Team-Staffel führt ebenfalls Österreich vor Deutschland. Außerdem standen alle österreichischen Olympia-Teilnehmer zumindest einmal in dieser Saison am Podest.
"Sind mit Deutschland die Nummer eins"
Wenn es bei Olympia ähnlich abläuft wie im Weltcup, dann dürfte es zum großen Duell Österreich gegen Deutschland kommen, wobei das ÖRV-Team leichte Vorteile hat.
Dass bei Olympia die Deutschen und die Österreicher um Medaillen kämpfen, sieht auch Wolfgang Kindl so. "Wenn man die ganze Saison betrachtet, wird es das große Duell Österreich gegen Deutschland", sagt der Tiroler gegenüber LAOLA1.
Für Kindl sind es bereits die fünften Olympischen Spiele. Laut ihm hat sich das ÖRV-Team in seiner fast 20-jährigen Karriere ziemlich verbessert: "Ich glaube, dass wir die Kluft zur Spitze, speziell zu den Deutschen, so gut wie geschlossen haben. Mittlerweile sind wir mit Deutschland die Nummer eins."
Ein Deutscher trainiert Österreich
Mitverantwortlich für den Erfolg der Österreicher ist auch ein Deutscher. Der dreifache Olympiasieger Georg Hackl ist seit 2022 Trainer für Fahr- und Schlittentechnik beim ÖRV. Doch für Kindl liegt der Erfolg nicht nur an Hackl.
"Es war nicht nur der "Schorsch" (Georg Hackl, Anm.), der Prozess hat schon lange davor angefangen. Es ist ja nicht so, dass er einfach einen neuen Schlitten gebracht hat und wir dadurch schneller wurden", sagt Kindl über seinen Trainer.
"Um ihn zu schlagen, braucht man einfach nahezu perfekte Läufe"
Dennoch sei der Beitrag des Berchtesgadeners nicht abzustreiten: "Wir haben durch sein Know-How das Material ein bisschen weiterentwickelt und sind vielleicht schneller geworden. Er ist ein Mann mit sehr viel Erfahrung und als Bayer, ist er ja sehr nah an Österreich. Das passt einfach."
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Kindl will auch im Doppelsitzer eine Medaille
Für Kindl gibt es trotz seiner fünften Olympischen Spiele eine Premiere. In Peking konnte der Innsbrucker Silber im Einsitzer und in der Staffel gewinnen. Auf der Bahn in Cortina hat er erstmals die Chance gleich drei Medaillen zu gewinnen, denn er ist erstmals auch im Doppelsitzer dabei.
"Das wäre schon cool, wenn ich im Doppel noch ein Medaille holen könnte, dann hab ich in drei Disziplinen eine Medaille", sagt Kindl, der im Doppelsitzer gemeinsam mit Thomas Steu antritt.
Die Möglichkeit auf eine Medaille sieht er in beiden Disziplinen: "Ich hab sicher im Einzel auch Chancen, aber im Doppel sind sie vielleicht ein bisschen höher. Im Test-Event haben wir gezeigt, dass uns die Bahn liegt. Im Einsitzer bin ich Dritter gewesen, aber dort gibt es sicher andere Favoriten. Felix Loch und Jonas Müller haben sich bei den Siegen immer abgewechselt."
Duell Müller gegen Loch
Dass Jonas Müller einer der größten Favoriten auf Gold ist, konnte er schon beim Test-Event auf der Olympia-Bahn im November zeigen, als er sich den Sieg sichern konnte.
Bei seinen ersten Olympischen Spielen weiß der Vorarlberger worauf es ankommt: "Ich mache mir selber eigentlich gar keinen Druck. Ich weiß, dass ich schnell sein kann. Die Bahn liegt mir relativ gut und an den zwei Renntagen kommt es einfach darauf an, wer am wenigsten Fehler macht."
Während Müller seine Olympia-Premiere feiert, ist sein größter Konkurrent Felix Loch bereits zum fünften mal dabei. Bislang konnte er drei Goldmedaillen gewinnen.
"Er hat sehr viel Erfahrung. Ich glaube, Felix zu schlagen, wird ganz schwer. Um ihn zu schlagen, braucht man einfach nahezu perfekte Läufe", sagt Müller, der sich im Jänner seinen dritten EM-Titel infolge sichern konnte, über seinen deutschen Kontrahenten.
Größte Konkurrenz "auf jeden Fall Team Deutschland"
Für Lisa Schulte sind es bereits ihre zweiten Olympischen Spiele. Bei ihrer Olympia-Premiere in Peking wurde sie Sechste.
In Cortina, wo sie im Test-Event Dritte wurde, will sie sich steigern: "Ich sehe natürlich selber, dass ich Chancen auf eine Medaille habe. Ich muss mich darauf konzentrieren, daas ich vier saubere Läufe ins Ziel bringe und dann hoffen, dass es reicht."
Trotz der Gesamtweltcup-Führung konnte die Einzel-Weltmeisterin von 2024 in dieser Saison noch keinen Sieg erringen, dafür wurde sie dreimal Zweite.
Als größte Konkurrenz bei Olympia sieht auch sie "auf jeden Fall, Team Deutschland, die haben drei starke Frauen, aber natürlich sind auch Hannah (Prock) und Doro (Dorothea Schwarz) mega stark."
Chance auf Historisches
Ob es beim reinen Duell Österreich gegen Deutschland bleibt, wird sich zeigen. Wolfgang Kindl hat auf jeden Fall andere Fahrer auch noch auf der Liste: "Der Heimvorteil bei den Italienern ist schon ein großer Vorteil. Die Amerikaner sind immer wieder vorne dabei gewesen und die Letten sind auch stark."
Sollten Österreichs Rodler bei den Olympischen Spielen an ihre Weltcup-Leistungen anknüpfen können, dann wäre es auf alle Fällle ein großer Erfolg, womit Cortina zum Rodel-Cordoba werden könnte.