#30 - Johannes Lamparter
21 Punkte
Johannes Lamparter ist der mit Abstand jüngste Athlet, der es in die Top 30 geschafft hat. Der Tiroler ist zwar erst 24 Jahre alt, aber bereits einer der erfolgreichsten Nordischen Kombinierer aller Zeiten.
Seine 22 Weltcupsiege sind die neuntmeisten der Geschichte, hinzu kommt der Gewinn des Gesamtweltcups 2022/23.
Seine erste große Stunde schlug aber bei der Nordischen Ski-WM 2021 in Oberstdorf, als er sich auf der Großschanze zum zweitjüngsten Weltmeister in der Historie der Nordischen Kombination kürte. Damit war Lamparter auch erst der zweite österreichische Kombinierer nach Bernhard Gruber, dem es gelang, WM-Einzel-Gold zu gewinnen.
In Italien jagt Lamparter 2026 sein erstes Edelmetall bei den Olympischen Spielen.
#29 - Janine Flock
23 Punkte
Janine Flock ist eine der erfolgreichsten Skeleton-Pilotinnen in der Geschichte des Weltcups.
Keine andere Frau hat mehr Podestplätze (45) oder Gesamtweltcupsiege (3) vorzuweisen als die Tirolerin. Ihre 15 Weltcupsiege sind zudem die zweitmeisten aller Zeiten.
Auch auf Europameisterschaftsebene ist Flock ganz vorne zu finden. Ihre vier Goldmedaillen sind die meisten einer Frau.
Bei Weltmeisterschaften blieb der große Gold-Coup bislang aus, dafür kann sie hier auf zwei Silbermedaillen und ein Mal Bronze zurückblicken. Auch mit Olympischen Spielen hat die 36-Jährige noch eine Rechnung offen, 2018 in Pyeongchang rutschte sie als Führende vor dem letzten Durchgang noch auf Rang vier zurück.
#28 - Trixi Schuba
24 Punkte
Trixi Schuba hält die österreichischen Eiskunstlauf-Fahnen in diesem Ranking hoch.
Tatsächlich ist Eiskunstlauf mit sieben Goldmedaillen die dritterfolgreichste Sportart Österreichs bei Olympischen Spielen. Der letzte rot-weiß-rote Olympiasieg liegt jedoch bereits 54 Jahre zurück - erreicht von Schuba, 1972 in Sapporo.
Die Wienerin war in jener Zeit die beste Eiskunstläuferin der Welt, kürte sich 1971 und 1972 sowohl zur Weltmeisterin als auch zur Europameisterin. Und das alles vor ihrem 21. Geburtstag.
Noch im selben Jahr des Olympiasiegs beschloss die Internationale Eislaufunion eine Regeländerung, um die Dominanz der Wienerin zu brechen, und reduzierte die Anzahl der zu laufenden Pflichtfiguren, woraufhin Schuba ihren Rücktritt verkündete.
#27 - Alessandro Hämmerle
26 Punkte
Der Vorarlberger ist einer der besten Snowboardcrosser aller Zeiten.
So richtig dominant war Hämmerle vor allem zwischen 2019 und 2021, als er drei Mal in Serie den Snowboardcross-Weltcup für sich entscheiden konnte. Einzig der Franzose Pierre Vaultier (6) konnte diese Wertung öfter gewinnen.
Seine größte Stunde schlug jedoch 2022 in Peking, als er sich in einem packenden Fotofinsish mit Eliot Grondin zum ersten österreichischen Olympiasieger in dieser Disziplin krönte.
Das einzige, was in Hämmerles beeindruckender Sammlung noch fehlt, wäre WM-Gold. Am knappsten dran war er 2021 in Idre, wo er sich letztlich jedoch mit Silber begnügen musste.
#26 - Marlies Raich
29 Punkte
Als Marlies Raich (geboren Schild) im Jahr 2014 ihre aktive Ski-Karriere für beendet erklärte, tat sie das als erfolgreichste Slalom-Läuferin der Weltcup-Geschichte.
Mit ihren 35 Slalom-Weltcupsiegen stellte sie einen neuen Rekord auf, der allerdings im Jahr 2018 von Mikaela Shiffrin übertrumpft wurde.
Hinzu kamen jeweils ein Weltcupsieg im Riesentorlauf sowie einer in der Kombination. Mit 37 Weltcupsiegen weist sie die drittmeisten aller österreichischen Skifahrerinnen auf.
Der Höhepunkt Raichs Karriere erfolgte bei der Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen, als sie sich endlich ihren langersehnten Traum von einer Goldmedaille im Slalom erfüllte.
Bei Olympischen Spielen reichte es hingegen nie für Gold, dafür gewann sie drei Mal Silber und ein Mal Bronze.
#25 - Stephan Eberharter
30 Punkte
Stephan Eberharter hat in seiner Karriere alles gewonnen, was es zu gewinnen gab.
Dabei hatten viele den Oberösterreicher bereits abgeschrieben, nachdem er sich 1991 in Saalbach überraschend zum Weltmeister im Super-G und der Kombination kürte, danach jedoch jahrelang nichts mit den vorderen Plätzen zu tun hatte.
Tatsächlich brauchte er bis 1998, um seinen ersten Weltcupsieg zu feiern. Danach ging es dahin: Zwei Mal Gesamtweltcupsieger, 2002 Olympiasieger im Riesentorlauf und 2003 noch ein WM-Titel im Super-G.
2004 beendete er seine Karriere. Seine 29 Weltcupsiege waren zu jenem Zeitpunkt die zweitmeisten eines österreichischen Skifahrers. Heute sind es die viertmeisten.
#24 - Daniela Iraschko-Stolz
35 Punkte
Daniela Iraschko-Stolz gilt als große Pionierin und Vorantreiberin der Professionalisierung des Frauen-Skispringens.
Noch vor der Einführung des Weltcups etablierte sie sich im Continental Cup als beste Skispringerin der Welt. Bei der zweiten Austragung des Frauen-Skispringens bei einer Nordischen Ski-WM krönte sich die Tirolerin am Holmenkollen in Oslo 2011 auch erstmals zur Weltmeisterin.
2014 durften die Skispringerinnen erstmals bei Olympischen Spielen antreten. Iraschko gewann bei der Premiere in Sotschi Silber auf der Normalschanze. In der darauffolgenden Saison holte sie sich auch zum ersten und einzigen Mal in ihrer Karriere den Gesamtweltcup.
Ihre letzten aktiven Jahre waren immer wieder von Knieproblemen geprägt. 2023 zog sie im Alter von 39 Jahren einen Schlussstrich unter ihre Karriere.
#23 - Andreas Goldberger
38 Punkte
Andreas Goldberger war in den 1990ern einer der besten Skispringer der Welt.
1992/93 gewann er im Alter von 20 Jahren nicht nur die Vierschanzentournee, sondern auch erstmals den Gesamtweltcup. In den folgenden drei Jahren sollten noch ein weiterer Tournee-Sieg, ein Skiflug-WM-Titel, sowie zwei weitere große Kugeln dazukommen. Einzig der Finne Matti Nykänen und Adam Malysz aus Polen gewannen den Skisprung-Gesamtweltcup öfter (je 4x).
Danach erhielt Goldbergers Karriere jedoch einen Bruch. Nachdem der Oberösterreicher 1997 in einem Interview zugab, Kokain verwendet zu haben, wurde ihm eine halbjährige Sperre aufgebrummt.
Goldberger kam zwar zurück, war jedoch nie wieder der Alte und gewann kein einziges Einzel-Weltcupspringen mehr. 2005 erklärte er seine Karriere für beendet.
#22 - Andreas & Wolfgang Linger
48 Punkte
Eine kleine Ausnahme machen wir bei Platz 22, auf dem ausnahmsweise gleich zwei Leute thronen. Trennen kann man die Leistungen der beiden Linger-Brüder ohnehin nicht.
Andreas und Wolfgang Linger bildeten gemeinsam die erfolgreichste Rodel-Doppelsitzer-Paarung Österreichs. 2003 setzten sie mit WM-Gold ihr erstes großes Ausrufezeichen. Der Höhepunkt ihrer Karriere war jedoch der Olympiasieg 2006. Einen Titel, den sie 2010 sogar verteidigen sollten.
Neben ihren zwei Olympia-Goldmedaillen rodelten die Tiroler auch noch zu EM-Gold 2010 und zwei weiteren Weltmeister-Titeln 2011 und 2012. Besonders war vor allem auch der erste Gesamtweltcup-Sieg im Doppelsitzer 2011/12.
2014 beendeten die beiden Brüder nach einer weiteren Olympia-Silbermedaille in Sotschi gemeinsam ihre sportliche Laufbahn.
#21 - Matthias Mayer
54 Punkte
Während andere Sportler ein Leben lang vergeblich versuchen, ihrem Traum von Olympia-Gold nachzujagen, wachte Matthias Mayer bei Olympischen Spielen erst so richtig auf.
Der Kärntner ist mit drei Goldmedaillen und ein Mal Bronze der dekorierteste österreichische Skifahrer im Zeichen der fünf Ringe.
Los ging das olympische Feuerwerk 2014 in Sotschi, als er sich - ohne zuvor ein Weltcuprennen gewonnen zu haben - sensationell den Olympiasieg in der Abfahrt schnappte. 2018 und 2022 legte er dann jeweils Gold im Super-G nach und gewann 2022 Bronze in der Abfahrt.
Im Weltcup gewann Mayer zwar elf Rennen, am Gewinn einer Kristallkugel scheiterte er jedoch mehrere Male. Auch bei Weltmeisterschaften holte er kurioserweise keine einzige Medaille.
Im Dezember 2022 zählte Mayer nach wie vor zu den besten Speedläufern der Welt, als er nach der Besichtigung des Weltcup-Super-Gs in Bormio alle überraschte und sein sofortiges Karriereende verkündete.
#20 - Emese Hunyady
56 Punkte
Emese Hunyady ist eine österreichische Eisschnelllauf-Pionierin, die ihre Karriere als ungarische Sportlerin begann.
Die in Budapest geborene Hunyady trat nämlich erst ab 1988 - nach ihrer Hochzeit mit dem österreichischen Eisschnellläufer Thomas Nemeth - für Österreich an.
Ihre ersten großen Erfolge auf internationaler Bühne feierte sie in den 1990ern. 1992 gewann sie Olympia-Bronze über 3.000 Meter. Zwei Jahre später krönte sie in Lillehammer ihre Karriere mit dem Olympiasieg über 1.500 Meter und tanzte danach mit der österreichischen Fahne in der Hand auf dem Eis Walzer.
Ebenfalls gewann sie in Lillehammer Olympia-Silber über die 3.000 Meter. Es waren Hunyadys größten Erfolge neben dem Gewinn von Mehrkampf-WM-Gold 1994 und Einzelstrecken-WM-Gold 1999 über 1.500 Meter.
#19 - Karl Schranz
59 Punkte
Karl Schranz war der beste österreichische Skifahrer der 1960er und frühen 1970er.
Dies unterstrich er nicht nur mit unzähligen Siegen bei Klassikern, sondern auch mit WM-Goldmedaillen 1962 in der Abfahrt und der Kombination sowie 1970 im Riesentorlauf. Auch beim 1967 neu eingeführten Ski-Weltcup gewann der Tiroler zwei Mal die Gesamtwertung.
Einzig mit den Olympischen Spielen wollte Schranz nie so richtig warm werden. 1964 fuhr er bei den Heimspielen in Innsbruck trotz Grippe zu Silber im Riesentorlauf - das war jedoch das Höchste der Gefühle.
1968 schwang er in Grenoble im Slalom bereits als Olympiasieger ab, ehe er wenig später disqualifiziert wurde. Grund war ein vermeintlicher Torfehler bei einem Lauf, den Schranz jedoch abbrechen musste, weil ein Pistenarbeiter in der Strecke stand. Zunächst durfte Schranz den Lauf wiederholen, dieser wurde allerdings nachträglich als ungültig gewertet.
Und 1972 in Sapporo durfte Schranz erst gar nicht antreten, nachdem er wegen des Verstoßes gegen das Amateurgesetz (er trug bei einem Fußball-Benefizspiel ein Leiberl mit Kaffeewerbung), von den Spielen ausgeschlossen wurde.
#18 - Petra Kronberger
69 Punkte
Petra Kronberger war eine der besten Allrounderinnen, die der Skisport je gesehen hat.
1990 wurde die Salzburgerin die erste Läuferin der Weltcup-Geschichte, der es gelang, mindestens ein Rennen in allen fünf Disziplinen zu gewinnen. Ihre Vielseitigkeit machte sie auch zu einer aufgelegten Favoritin auf den Gesamtweltcup. Diesen gewann Kronberger zwischen 1990 und 1992 drei Mal am Stück.
Auch bei Großereignissen lieferte sie ab: 1991 gewann sie bei der Heim-WM in Saalbach Abfahrts-Gold, bei den Olympischen Spielen 1992 in Albertville legte sie Gold in der Kombination und im Slalom nach.
Nur wenige Monate später, im Dezember 1992, beendete sie im Alter von lediglich 23 Jahren völlig überraschend ihre Karriere. Als Grund nannte sie "mangelnde Motivation".
#17 - Markus Prock
72 Punkte
Markus Prock ist einer der erfolgreichsten Rodler der Geschichte. Zwischen 1988 und 2002 gewann der Tiroler unglaubliche zehn Mal den Einsitzer-Gesamtweltcup.
Auch bei Welt- und Europameisterschaften durfte Prock mehrere Male das oberste Treppchen erklimmen. Neben fünf WM-Goldmedaillen durfte er sich auch über drei EM-Titel freuen.
Die ganz große Krönung bei Olympischen Spielen blieb Prock allerdings verwehrt. 1992 und 1994 musste sich der Tiroler nach engen Duellen mit seinem Dauerrivalen Georg Hackl mit Silber begnügen. 2002 rodelte er hinter Armin Zöggeler und Hackl zu Olympia-Bronze.
#16 - Benjamin Karl
74 Punkte
Benjamin Karl ist der erfolgreichste Alpin-Snowboarder der Geschichte.
Kein anderer Mann hat mehr WM-Titel (5) oder Parallel-Gesamtweltcupsiege (4) als der 40-jährige Niederösterreicher, der 2026 seine fünften Olympischen Spiele bestreiten wird.
Die endgültige Krönung seiner Karriere gelang 2022 in Peking, wo er sich im Alter von 36 Jahren endlich seinen langersehnten Traum vom Olympiasieg im Parallel-Riesentorlauf erfüllte.
Neben seinen Erfolgen auf der Piste ist Karl auch ein Mann, der sich nie ein Blatt vor den Mund nimmt und sich stets für die Wahrnehmung seiner Sportart einsetzt.
#15 - Thomas Vanek
102 Punkte
Thomas Vanek gilt unangefochten als der beste Eishockeyspieler Österreichs aller Zeiten.
Der Flügelstürmer wurde 2003 im NHL-Draft an der fünften Stelle von den Buffalo Sabres ausgewählt. Zwischen 2005 und 2019 bestritt er 1.029 Spiele in der NHL, verbuchte dabei 373 Tore und 416 Assists.
Neben Buffalo spielte Vanek auch noch für die New York Islanders, Montreal Canadiens, Minnesota Wild, Detroit Red Wings, Florida Panthers, Vancouver Canucks und Columbus Blue Jackets.
Neben seinen Erfolgen in der NHL vertrat er Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft auch bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. Seit Februar 2020 ist Vanek offiziell zurückgetreten.
#14 - Renate Götschl
109 Punkte
Unglaublich starke 46 Weltcupsiege schaffte Renate Götschl im Laufe ihrer Ski-Karriere. Die meisten davon gelangen im Speedbereich, wo sie noch heute als eine der besten aller Zeiten in Erinnerung bleibt.
Die Steirerin gewann zwischen 1997 und 2007 fünf kleine Kugeln in der Abfahrt und drei im Super-G. Dazu waren ihre 17 Weltcupsiege im Super-G ein neuer Rekord, ehe Lindsey Vonn diese Bestmarke im Jahr 2012 übertraf.
Speziell zu Beginn ihrer Karriere zeichnete sich Götschl allerdings auch in den technischen Disziplinen aus. Ihr erster Weltcupsieg 1993 war tatsächlich im Slalom. Diese technischen Fähigkeiten machten sich auch in der Kombination bezahlt, wo sie 1997 zu ihrem ersten WM-Titel raste.
Nachdem 1999 auch noch WM-Gold in der Abfahrt dazukam, sicherte sich Götschl 1999/2000 zum einzigen Mal in ihrer Laufbahn den Gewinn des Gesamtweltcups.
Einzig bei Olympia blieb ihr der große Wurf verwehrt, immerhin gewann sie 2002 Silber (Kombination) und Bronze (Abfahrt).
#13 - Anna Veith
118 Punkte
Anna Veith, bis zum Jahr 2016 als Anna Fenninger bekannt, war Österreichs weibliches Ski-Aushängeschild in den 2010er Jahren.
Die Salzburgerin gewann 2014 und 2015 zwei Mal in Folge den Gesamtweltcup – und wurde damit die dritte Österreicherin, der es gelang, die große Kugel öfter als ein Mal zu holen.
Auch bei Großereignissen war Veith stets zur Stelle: Sie wurde 2011 Weltmeisterin in der Kombination, 2015 legte sie Gold im Super-G und im Riesentorlauf nach. Ein Jahr zuvor raste sie im Olympia-Super-G von Sotschi ebenfalls zu Gold.
2015 bremste sie eine schwere Trainingsverletzung am Höhepunkt ihres Schaffens ein. Veith war danach nie wieder die Alte, dennoch verpasste sie 2018 den Olympiasieg im Super-G um lediglich eine Hundertstel.
#12 - Benjamin Raich
119 Punkte
Benjamin Raich war in der erfolgreichsten Phase Österreichs Geschichte im Alpinen Skisport das große Aushängeschild in den technischen Disziplinen.
Sein großer Stern ging 1997 auf, als der Tiroler beim Nightrace in Schladming von Rang 23 nach Durchgang eins zu seinem ersten Weltcupsieg fuhr. In den folgenden Jahren gewann Raich drei Kristallkugeln im Slalom, drei in der Kombination und zwei im Riesentorlauf.
Neben drei WM-Goldmedaillen gewann "Benni" 2006 bei den Olympischen Spielen in Turin auch das Technik-Double aus Riesentorlauf und Slalom und krönte sich damit zum Doppel-Olympiasieger. Noch im selben Jahr gewann er das erste und einzige Mal den Gesamtweltcup.
Mit 36 Weltcupsiegen liegt er in der österreichischen Männer-Bestenliste auf Rang drei.
#11 - Michaela Dorfmeister
122 Punkte
Gemeinsam mit Renate Götschl und Alexandra Meissnitzer prägte Michaela Dorfmeister vor und nach der Jahrtausendwende die Ära der "Golden Girls".
Im Gegensatz zu den anderen beiden hat es die Niederösterreicherin jedoch geschafft, hinter Olympia-Gold ein Häkchen zu setzen.
1998 war Dorfmeister erstmals sehr knapp am Olympiasieg dran, im Super-G fehlte ihr am Ende lediglich eine Hundertstel auf Siegerin Picabo Street. Die erste Goldmedaille sollte ihr 2001 bei der Heim-WM in St. Anton in der Abfahrt gelingen. 2003 legte sie in St. Moritz den Super-G-WM-Titel nach.
Dazwischen gelang Dorfmeister 2001/02 mit dem Gewinn des Gesamtweltcups ihr bislang größter Karriere-Erfolg. Übertroffen wohl nur von 2006: Bei ihren letzten Olympischen Spielen in Turin kürte sie sich mit Siegen in der Abfahrt und im Super-G zur Doppel-Olympiasiegerin. Wenige Wochen später beendete sie ihre Karriere.
#10 - Thomas Morgenstern
147 Punkte
Thomas Morgenstern stellte früh in seiner Karriere unter Beweis, welch Talent in ihm steckt, als er 2003 in Liberec im Alter von 16 Jahren zum zweitjüngsten Sieger eines Weltcupspringens wurde.
Nur drei Jahre später war er bereits Weltmeister und Olympiasieger. 2006 in Turin gewann er als 19-Jähriger Einzel-Gold auf der Großschanze und ein paar Tage später Gold mit dem Team.
Dank seinen weiteren Teambewerb-Medaillen (Gold 2010 in Vancouver, Silber 2014 in Sotschi) ist Morgenstern mit drei Mal Gold und ein Mal Silber der zweiterfolgreichste Olympionike in Österreichs Historie.
Bei Weltmeisterschaften sprang der Kärntner 2011 am Holmenkollen zu seinem einzigen Einzel-Gold. Zusätzlich war er Teil mehrerer Team-Goldmedaillen. Mit acht Mal Gold, zwei Mal Silber und ein Mal Bronze ist er der erfolgreichste Skispringer aller Zeiten bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften.
Zusätzlich zu seinen vielen Medaillen gewann Morgenstern 23 Weltcupspringen, zwei Mal den Gesamtweltcup sowie 2010/11 die Vierschanzentournee. 2014 zog er sich im Alter von 27 Jahren zurück, nachdem er im Laufe der Saison zwei Mal schwer zu Sturz kam.
#9 - Toni Sailer
149 Punkte
Der "Schwarze Blitz von Kitz" erlangte seinen Legenden-Status bei den Olympischen Spielen 1956 in Cortina d'Ampezzo, als er sich in allen drei Bewerben (Abfahrt, Slalom, Riesentorlauf) zum Olympiasieger krönte.
Lange Zeit war er mit seinen drei Goldmedaillen auch der erfolgreichste Olympionike Österreichs, ehe ihn Felix Gottwald 2010 ablöste.
Sailer war in jener Zeit kaum zu schlagen, gewann auch bei der Ski-WM 1958 in Bad Gastein drei von vier möglichen Goldmedaillen.
Da die Olympischen Spiele damals auch als WM gewertet wurden, hielt er lange den Rekord für den erfolgreichsten männlichen Skifahrer bei Ski-Weltmeisterschaften (7x Gold, 1x Silber). Erst 2019 wurde er in dieser Statistik von Marcel Hirscher überflügelt.
Am absoluten Höhepunkt verkündete Sailer 1959 im Alter von 23 Jahren seinen Rücktritt, um sich anderen Aufgaben zu widmen. Sailer verstarb 2009 an einem Hirntumor.
#8 - Stefan Kraft
151 Punkte
Wenn man sich seine bisherige Karriere anschaut, gibt es wohl keinen Skispringer, der länger konstant an der absoluten Weltspitze mitsprang als Stefan Kraft.
Nicht umsonst hält der Salzburger mittlerweile den Rekord für die meisten Punkte und Podestplätze der Weltcup-Geschichte. Auch in Sachen Weltcupsiegen liegt er mit seinen 46 Erfolgen auf Platz zwei der ewigen Bestenliste.
Weiters hält Kraft mehrere österreichische Rekorde. So ist er beispielsweise der einzige ÖSV-Adler, der drei Einzel-WM-Titel gewinnen konnte, seine drei Gesamtweltcupsiege sind, gemeinsam mit Andi Goldberger, die drittmeisten aller Zeiten (hinter Matti Nykänen und Adam Malysz) und sein ehemaliger Weltrekord von 253,5 Meter ist nach wie vor die höchste Weite, die ein Österreicher je sprang.
Krafts unglaubliche Trophäen-Sammlung beinhaltet weiters den Gewinn der Vierschanzentournee 2014/15, den Skiflug-WM-Titel 2024 und Olympia-Gold 2022 im Team.
Schafft er es vielleicht irgendwann auch noch Einzel-Gold bei Olympischen Spielen nachzulegen, hätte er wohl tatsächlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.
#7 - Anna Gasser
168 Punkte
Anna Gasser ist eine wahre Vorreiterin des Snowboard-Sports. Die Kärntnerin machte sich in der Szene durch ihre revolutionären Tricks einen Namen und etablierte sich damit als eine der besten Snowboard-Freestylerinnen aller Zeiten.
Gasser war die erste Frau, die einen "Cab Double Cork 900", "Cab Triple Underflip 1260", "Cab Double Cork 1260" und "Cab Triple Cork 1260 mit Drunk-Driver-Grab" stand.
Ihre Tricks machten sie vor allem im Big Air zu einer Bank. Neben vier Goldmedaillen bei den X-Games und zwei Weltmeister-Titeln gewann sie in dieser Disziplin 2018 auch die erstmalige Austragung bei Olympischen Spielen.
2022 verteidigte Gasser in Peking ihren Olympiasieg und wurde damit nicht nur eine der erfolgreichsten Snowboard-Olympionikinnen der Geschichte, sondern auch erst die zweite Österreicherin nach Trude Jochum-Beiser (1948, 1952), die Gold bei zwei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen holte.
Zusätzlich ist Gasser auch noch die erste Österreicherin, der es gelang, den Snowboard-Freestyle-Gesamtweltcup zu gewinnen - und das gleich zwei Mal.
#6 - Franz Klammer
180 Punkte
Der "Kaiser" wird bis heute als der beste Ski-Abfahrer aller Zeiten angesehen. Der Kärntner gewann in seiner atemberaubenden Karriere 25 Weltcup-Abfahrten - bis heute Rekord!
Folglich konnte sich Klammer auch fünf Mal die Disziplinenwertung in der Königsdisziplin sichern - eine weitere unerreichte Marke.
Seine vier Abfahrtssiege auf der Streif in Kitzbühel waren lange Zeit Rekord, ehe Didier Cuche diese Marke in den 2010er-Jahren übertraf.
Kein Sieg Klammers strahlt jedoch heller als seine Fahrt zu Olympia-Gold 1976 in Innsbruck. Der damals 22-Jährige ging in der Abfahrt als haushoher Favorit an den Start. Der Druck einer ganzen Nation lastete auf seinen Schultern - doch der Kärntner lieferte ab und raste am Patscherkofel zum Olympiasieg.
#5 - Felix Gottwald
206 Punkte
Der erfolgreichste Österreicher aller Zeiten bei Olympischen Spielen reiht sich auf Rang fünf ein.
Drei Mal Gold, ein Mal Silber und drei Mal Bronze - kein anderer rot-weiß-roter Athlet hat mehr Olympia-Medaillen geholt als Felix Gottwald.
Der Salzburger war 2006 Teil jenes Teams, das die erste Olympia-Goldmedaille für Österreich in der Nordischen Kombination gewinnen konnte. Ein paar Tage später machte er sich selbst zum ersten Einzel-Goldmedaillengewinner Österreichs bei Olympischen Spielen.
2007 beendete Gottwald kurzzeitig seine Karriere, kehrte jedoch 2009 in den Weltcup zurück und feierte 2010 einen weiteren Olympiasieg im Teambewerb.
Gottwald, der sich in seiner Karriere vor allem als blitzschneller Läufer in der Loipe einen Namen machte, konnte sich zudem 2000/01 den Gewinn des Gesamtweltcups sichern, bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften gewann er elf Medaillen, davon drei Teambewerb-Goldmedaillen.
#4 - Gregor Schlierenzauer
215 Punkte
Gregor Schlierenzauer ist einer der besten Skispringer aller Zeiten. Seinen Status als Wunderkind stellte er bereits in seinem dritten Weltcupspringen in Lillehammer unter Beweis, das er im Alter von 16 Jahren gewinnen konnte.
Noch in derselben Saison gewann er im Teambewerb erstmals WM-Gold. 2008 wurde er mit 18 Jahren der jüngste Skiflug-Weltmeister der Geschichte.
Der Höhenflug sollte sich einige Jahre fortsetzen. Schlierenzauer gewann zwei Mal den Gesamtweltcup, zwei Mal die Vierschanzentournee und krönte sich 2011 am Holmenkollen zum Skisprung-Weltmeister. Zählt man Teambewerbe hinzu, gewann er insgesamt sechs WM-Goldmedaillen.
Für Einzel-Gold bei Olympia reichte es nicht, dafür wurde er 2010 Olympiasieger im Team. Der Erfolg, der heute aber wohl noch am hellsten strahlt, ist sein Rekord für die meisten Weltcupsiege aller Zeiten (53).
Seinen letzen Weltcupsieg holte er übrigens 2014 mit 24 Jahren. Zwar sprang er noch bis 2021, an seine Erfolge von früher konnte er jedoch nicht mehr anschließen.
#3 - Annemarie Moser-Pröll
288 Punkte
Annemarie Moser-Pröll wird bis heute nicht nur als die beste österreichische Skifahrerin aller Zeiten anerkannt, sondern auch als die beste Sportlerin.
Dass sie ein absolutes Ausnahmetalent war, zeigte sie bereits 1970, als sie im Alter von 17 Jahren erstmals den Gesamtweltcup gewann – es sollten vier weitere en suite folgen. Mit ihren insgesamt sechs Gesamtweltcup-Siegen ist sie nach wie vor die erfolgreichste Frau der Geschichte.
Ihre 62 Weltcupsiege waren genauso ein neuer Rekord wie die sieben Disziplinenwertungs-Siege und 36 Rennsiege in der Abfahrt. Marken, die erst in den 2010er-Jahren von Lindsey Vonn übertroffen wurden.
1975 trat Moser-Pröll zwischenzeitlich zurück, um sich ihrem kranken Vater zu widmen, kehrte allerdings 1976 zurück. 1980 war dann aber endgültig Schluss, kurz davor krönte sie ihre Karriere mit dem noch fehlenden Olympia-Gold bei den Spielen in Lake Placid.
Zudem gewann sie fünf Mal WM-Gold.
#2 - Hermann Maier
301 Punkte
Österreich hatte in seiner reichen Skisport-Geschichte viele Helden, doch es ist schwer, eine größere Legende zu finden als Hermann Maier.
Der Salzburger legte eine Karriere hin, die kein Hollywood-Drehbuchautor besser hätte schreiben können. Als Kind als zu schmächtig abgestempelt, flog er aus allen ÖSV-Kadern. Maier arbeitete stattdessen als Maurer und trainierte nebenbei weiter fleißig Skifahren.
1996, im Alter von 23 Jahren, wurde der ÖSV wieder auf ihn aufmerksam, nachdem er als Vorläufer des Weltcup-Riesenslaloms in Flachau mit einer starken Zeit aufzeigte. Nur einen Monat später war Maier plötzlich im Weltcup am Start. 1997 gewann er in Garmisch sein erstes Weltcup-Rennen, und in der Folgesaison war er auf einmal der beste Skifahrer der Welt.
Zwischen 1998 und 2001 gewann Maier drei Mal den Gesamtweltcup, wurde 1999 zwei Mal Weltmeister (Abfahrt, Super-G) und 1998 zwei Mal Olympiasieger (Super-G, Riesentorlauf). Vor allem bei den Spielen in Nagano sorgte er für eine österreichische Sternstunde, als er zunächst in der Abfahrt grausam zu Sturz kam, wie durch ein Wunder unverletzt blieb, und nur drei Tage später im Super-G zu Gold fuhr.
2001 wurde Maiers Erfolgslauf vorübergehend gestoppt, nachdem er bei einem Motorradunfall fast aus dem Leben gerissen wurde. Eine Beinamputation stand im Raum, doch der "Herminator" kämpfte sich zurück, wurde 2003/04 ein viertes Mal Gesamtweltcupsieger und 2005 nochmal Weltmeister im Riesentorlauf.
2009 beendete er seine Karriere schließlich mit 54 Weltcupsiegen - nur ein Österreicher hat mehr...
#1 - Marcel Hirscher
315 Punkte
Wenn man Österreichs Wintersportler rein an Erfolgen misst, dann ist Marcel Hirscher die klare Nummer eins.
Zwischen 2012 und 2019 gewann der Ski-Star acht Mal in Folge den Gesamtweltcup - dass das ein Rekord ist, braucht man wohl nicht extra erwähnen. Als Vergleich: Marc Girardelli ist der Mann mit den zweitmeisten Gesamtweltcup-Siegen, hat jedoch bloß fünf große Kugeln.
Seine 67 Weltcupsiege sind die zweitmeisten der Geschichte bei den Männern, nur der Schwede Ingemar Stenmark (86) hat mehr. Zudem gewann Hirscher je sechs Mal den Riesentorlauf- und Slalom-Weltcup.
Mit drei Weltmeister-Titeln im Slalom ist der Annaberger Rekordhalter. Besonders in Erinnerung bleibt seine erste Slalom-Goldmedaille 2013 bei der Heim-WM in Schladming, als er am Schlusstag die Kohlen aus dem Feuer holte für sein Heimatland.
Insgesamt gewann Hirscher sieben Mal WM-Gold und vier Mal WM-Silber, was ihn zum erfolgreichsten Mann aller Zeiten bei Alpinen Ski-Weltmeisterschaften macht.
Auch den Traum von Olympia-Gold erfüllte er sich 2018. In Pyeongchang schlug er sowohl in der Kombination als auch im Riesentorlauf zu.
2019 beendete er seine Karriere nach seinem achten Gesamtweltcupsieg am absoluten Höhepunkt. 2024 überraschte er mit einem Comeback unter niederländischer Flagge, riss sich jedoch nur wenige Wochen später das Kreuzband und war seitdem nicht mehr im Weltcup am Start.