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Nach Querschuss: Alpinchef Mitter stärkt Pfeifer den Rücken

Mitter kann sich eine Zukunft mit Cheftrainer Pfeifer "sehr gut" vorstellen und betonte in erstem Olympia-Fazit: "Waren überall konkurrenzfähig".

Nach Querschuss: Alpinchef Mitter stärkt Pfeifer den Rücken Foto: © GEPA

Die Silbermedaille von Fabio Gstrein im Olympia-Slalom hat beim Männer-Cheftrainer nach turbulenten Tagen für Erleichterung gesorgt.

"In erster Linie freut es mich für den Fabio, der eigentlich jedes Mal in einer aussichtsreichen Position Federn gelassen hat und heute cool geblieben ist. Das hat uns und der Skination Österreich sehr gut getan. Das zeigt, dass die Mannschaft ruhig geblieben ist", sagte Marko Pfeifer, der zuletzt selbst in die Schlagzeilen geraten war.

Kritik von diversen Medien

Die gewöhnlich gut informierte "Blick"-Zeitung aus der Schweiz hatte berichtet, dass Pfeifer von immer mehr ÖSV-Athleten hinter vorgehaltener Hand als "Fehlbesetzung" bezeichnet werde.

Auch von heimischen Medien kam Kritik. So stellte etwa "Die Presse" fest: "Fragwürdige Planungen haben Österreichs Ski-Stars ausgebremst. Marco Schwarz ist der Leidtragende, Chefcoach Marko Pfeifer der Verantwortliche."

Pfeifer tat vor allem die Feststellung weh, wonach die Läufer nicht mehr hinter ihm stünden. Die Reaktion sei gegenteilig ausgefallen. "Es hat mir gestern irrsinnig gut getan, dass sie wie eine Familie hinter mir gestanden sind", sagte Pfeifer. Gstrein tat das nach seinem Silber-Coup auch öffentlich: "Die Trainer bei uns machen alle einen wirklich super Job."

Der Medaillenspiegel im Ski Alpin >>>

Alpinchef betont offene Gesprächskultur

Alpinchef Christian Mitter sagte am Montag, es gebe intern die Person Pfeifer betreffend keine Diskussionen.

"Es ist nicht mehr wie in den 50er-Jahren, wo es hieß, man traut sich nichts sagen. Wir sind alle erwachsene Leute. Ich möchte, dass Sachen intern angesprochen werden, wenn es sie gibt. Wurde es bisher nicht", sagte Mitter.

"Wir haben eine sehr offene Kultur in der ganzen Mannschaft." Er stärkte seinem Trainer, dessen Vertrag mit Saisonende ausläuft, vielmehr demonstrativ den Rücken. So könne er sich eine weitere Zusammenarbeit mit Pfeifer "sehr gut" vorstellen.

Dieser erklärte am Ende seiner ersten Olympischen Spiele als österreichischer Cheftrainer: "Es waren meine siebenten Spiele und es waren die schwierigsten. Es war nichts für schwache Nerven, es ist sehr zäh hergegangen."

Nach Kombi-Silber durch Vincent Kriechmayr/Manuel Feller besorgte Gstrein erst im letzten Rennen auch Einzel-Edelmetall in Italien. "Es waren schwierige Rennen, teilweise auch mit den Startnummern. Es ist alles für den Erfolg getan worden", sagte Pfeifer.

Kontinuität bevorzugt

Natürlich laufen gegen Saisonende hin die Analysen an.

"Wir sind im Spitzensport, es geht um Hundertstel. Wir müssen uns immer weiterentwickeln, aber ich bin kein Freund von Kahlschlägen und Aktionismus, sondern eher von Kontinuität und Stabilität", betonte Mitter, der die aktuell durchwegs gelobte Norweger-Generation in leitender Funktion mit aufgebaut hat.

Deren Star Henrik Kristoffersen sorgte zum Abschluss für die einzige Männer-Medaille für Norwegen neben Riesentorlauf-Silber für Thea Louise Stjernesund.

Die Ad-hoc-Analyse für Olympia will Mitter nicht gänzlich an den bisher vier geholten Medaillen - je zwei bei Männern und Frauen in neun Rennen - festmachen.

"Man kann sagen, es zählen nur Medaillen, aber ich muss das anders einschätzen: Wir sind die einzige Skination, Damen und Herren, die in jedem Bewerb um die Medaillen mitgefahren ist. Wir waren überall konkurrenzfähig. Das ist, glaube ich, okay."

Die Skibewerbe werden am Mittwoch mit dem Slalom der Frauen abgeschlossen (ab 10 Uhr im LIVE-Ticker >>>).

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