Österreich Österreich AUT
Schweiz Schweiz SUI
Endstand
0:9
0:4 , 0:3 , 0:2
NEWS

ÖEHV-Team: Die Finger sind weg, doch das Herz ist noch da

Österreich wurde von der Schweiz gnadenlos überrollt. Es war ein Realitätscheck, aus dem trotzdem positive Dinge mitgenommen werden können.

ÖEHV-Team: Die Finger sind weg, doch das Herz ist noch da Foto: © GEPA

Die Schweiz erwies sich für Österreich erwartungsgemäß als eine Klasse zu groß.

Der Gastgeber fügte dem ÖEHV-Team mit 0:9 (Spielbericht >>>) die erste Niederlage bei dieser Eishockey-WM zu. Im vierten Spiel binnen fünf Tagen waren Kopf und Körper nicht mehr ganz frisch, dazu ist der Vize-Weltmeister zu keinem Zeitpunkt vom Gas gegangen.

Schon nach 14 Spielminuten war die Partie entschieden, führte die "Nati" mit 4:0. "Es war ein Realitätscheck", sagte Peter Schneider. "Wir haben gewusst, dass es so laufen kann. Wir haben 'Kicks' (David Kickert, Anm.) zu Beginn mit einigen Fehlern im Stich gelassen."

Der Salzburg-Torhüter wurde in der 33. Spielminute nach dem 0:6 aus dem Spiel genommen, Florian Vorauer bekam seine ersten WM-Minuten in Zürich.

Jeder kleinste Fehler wurde sofort bestraft

Die Schweizer nützten nahezu jede Möglichkeit, die ihnen gegeben wurde, eiskalt. "Gegen eine Mannschaft auf diesem Niveau wird der kleinste Fehler sofort bestraft", wusste der Kapitän.

Gerade im ersten Spielabschnitt summierten sich die Patzer. "Wir haben im ersten Drittel nicht gut gespielt, unser System nicht gut umgesetzt und vielleicht etwas zu viel Respekt gehabt", meinte Paul Huber.

"Wir haben ihnen leichte Tore gegeben, vor allem bei den ersten Gegentoren waren wir zu aggressiv", betonte Bernd Wolf. Der Slot sei zu wenig abgesichert worden, mehrfach war man von den Schweizer Spielern in diesem Bereich zu weit weg.

Mannschaft gab sich nie auf

Obwohl sich die Eidgenossen fortan in einen Rausch gespielt haben, wurden die Köpfe nicht hängengelassen. Das ÖEHV-Team kämpfte und arbeitete unermüdlich daran, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen.

Sie können uns vielleicht die Finger abhacken, aber das Herz dürfen sie uns nicht herausreißen.

Bernd Wolf

Ein Umstand, der Schneider freute: "Ich bin richtig stolz auf die Jungs. Sie haben bis zum Ende gekämpft, niemand hat aufgegeben. Das spricht für uns als Mannschaft."

Wolf fand, dass man trotzdem "nicht so extrem abgeschlachtet" wurde. Der Schweiz-Legionär erklärte: "Resultatmäßig vielleicht schon, aber wir sind nicht auseinandergefallen. Auch beim Stand von 0:7 haben wir Schüsse geblockt, sind füreinander da gewesen."

Die Devise lautete: "Sie können uns vielleicht die Finger abhacken, aber das Herz dürfen sie uns nicht herausreißen. Das ist uns gelungen."

"Wir werden nicht auseinanderbrechen"

Schneider wollte das Ergebnis nicht schönreden, fühlte sich allen voran für die Goalies schlecht. "Es war eine sehr zache Partie für sie. Beim nächsten Mal müssen wir sie besser unterstützen."

Trotzdem können positive Dinge aus dem Spiel gezogen werden, betonte der Captain. "Wir haben uns gegenseitig nie die Schuld zugeschoben. In so einer Partie ist es wichtig, dass wir zusammengehalten haben. Jeder hat genug Fehler gemacht."

Clemens Unterweger, der genauso wie Schneider sein 100. Länderspiel bestritt, ergänzte: "Wir können für unser defensives System sehr viel lernen und aus der Partie mitnehmen."

Der KAC-Verteidiger glaubte nicht, dass die Klatsche einen negativen Effekt für das weitere Turnier haben wird: "Wir werden gestärkt aus dem Spiel hervorgehen und sicher nicht auseinanderbrechen. Wir sind nach wie vor eine sau geile Truppe."

Schneider sagt Gold für Schweiz voraus

Die Eidgenossen machten hingegen genau dort weiter, wo sie beim 6:1 gegen Deutschland am Montag aufgehört haben. "Sie haben uns aufgezeigt, wie gut man Eishockey spielen kann", staunte Wolf.

Schneider ließ sich sogar zu einem Gold-Tipp verleiten: "Ich habe es in Tschechien vorausgesagt, dass die Tschechen gewinnen werden. Jetzt sage ich voraus, dass die Schweiz in der Schweiz gewinnen wird."

Sein Salzburger Teamkollege Mario Huber wünschte der Schweiz "nur das Beste, dass sie daheim Gold gewinnen."

So liefen die letzten 10 Weltmeisterschaften des ÖEHV-Teams

Kommentare