Es müssen schon drei Tore sein.
Der Schweiz-Legionär erzielte den Dosenöffner zum 2:1, danach folgte Nickls große Stunde auf der WM-Bühne. Deshalb meinte Bader auch: "Ich muss mich bei ihm noch entschuldigen. Wenn ein Verteidiger zwei Tore schießt, sollte er es normalerweise sein."
Der Schweizer sagte augenzwinkernd: "Es müssen schon drei Tore sein."
"Es war nervenaufreibend"
Letzlich war es Nickl egal, ob er den "Best Player"-Award einheimste oder nicht - der Sieg stand im Vordergrund.
Und der war hart erkämpft: "Es war nervenaufreibend", gestand der Klagenfurter. "Wir haben nicht unsere Einser-Partie gemacht, hätten in gewissen Bereichen einfach besser sein müssen."
Im ersten Drittel trat die ÖEHV-Auswahl zu verspielt auf, der zweite Spielabschnitt gehörte überhaupt ganz den Ungarn. "Wir hatten Glück, dass es nach 40 Minuten noch 1:1 gestanden ist", sagte der KAC-Akteur.
Sieg macht Doppelpack "noch schöner"
Vor den finalen 20 Spielminuten wurden in der Kabine offensichtlich die richtigen Worte gefunden. Rot-Weiß-Rot spielte wesentlich strukturierter, brachte den Puck zielführend Richtung Tor - und belohnte sich dafür schließlich auch.
Nickls Tor zum 3:1 war bestimmt nicht das schönste, prallte vom Gesäß eines Ungarn ins Netz ab. Das kümmerte ihn aber kein bisschen: "Am Ende des Tages ist es mir wurscht. Wenn der Puck vom Hintern reinhüpft, passt das."
Ich hätte es mir nicht erträumen können, dass ich das bei einer WM mache und der Mannschaft damit helfe, so einen wichtigen Sieg einzufahren
Per Schuss ins leere Tor setzte der Klagenfurter dann den Schlusspunkt. "Ich hätte es mir nicht erträumen können, dass ich das bei einer WM mache und der Mannschaft damit helfe, so einen wichtigen Sieg einzufahren", meinte Nickl auf den Doppelpack angesprochen.
Dass am Ende wieder drei Punkte eingefahren wurden, "macht es noch schöner", betonte er.
Spielt sich Nickl in die Auslage?
Schon gegen Großbritannien zählte Nickl zu den stärksten Akteuren des ÖEHV-Teams, nicht nur wegen seiner beiden Assists.
Mit nun vier Punkten ist er gemeinsam mit Kapitän Peter Schneider der zweitbeste Scorer der laufenden WM - und liegt damit etwa vor Superstars wie Macklin Celebrini oder Aleksander Barkov.
Mit diesen Leistungen spielt sich der Kärntner auch in die Auslage. Beim KAC besitzt er noch einen Vertrag für die kommende Saison, der allerdings eine Ausstiegsklausel für das Ausland beinhaltet. Diese ist dem Vernehmen nach bis kurz nach der WM gültig.
Das erste Ziel mit Österreich ist erreicht
Zu sehr wird sich der Defensivspieler damit aktuell aber wahrscheinlich nicht beschäftigen, der volle Fokus liegt auf der Endrunde in Zürich.
Sechs Punkte aus dem Auftakt-Doppel bedeuten, dass der Klassenerhalt bereits so gut wie gesichert ist. "Die ersten zwei Schritte sind gemacht, das erste Ziel ist erreicht", freute sich der ehemalige NHL-Draftpick.
Was ist jetzt noch möglich? Nickl erklärte: "Wir haben einen Plan, den wir weiterhin verfolgen wollen. Wir müssen nur auf unser Spiel schauen, die Taktik durchsetzen und zusammenhalten. Das Kollektiv ist unsere Stärke, wir dürfen einfach nicht aufgeben."
Dann könnte Österreich auch in diesem Jahr für Höheres berufen sein.