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Die ÖEHV-Spieler in der Einzelkritik

Wer blieb unter seinen Erwartungen? Wer hat wie gewohnt performt? Wer hat positiv überrascht? LAOLA1-Experte Bernd Freimüller analysiert die WM-Leistungen der ÖEHV-Cracks:

Die ÖEHV-Spieler in der Einzelkritik Foto: © GEPA

Die Eishockey-WM 2026 endete für Österreich mit der Niederlage gegen die USA.

Österreichs anständiger WM-Abschied >>>

Drei Auftaktsiegen folgten vier Niederlagen – ein Auftritt des ÖEHV-Teams wie mit der Janus-Maske, was aber vor allem dem Spielplan geschuldet war.

Der Sieg gegen Lettland drehte die WM 2026 ins Positive, was auch für die Einzelleistungen gilt. LAOLA1-Experte Bernd Freimüller analysiert die Leistungen der ÖEHV-Cracks:

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Atte Tolvanen

Startete ins erste und letzte Spiel, mit vier Partien die Nummer 1. Einige gute Saves und starke Reflexe, sehr gut vor allem gegen Lettland. Bei einigen Treffern aus der Distanz zeigte er die Neigung, zu weit nach rechts zu driften, sodass er sein Tor etwas verlor. Nach dem Kurzauftritt im letzten Jahr ein wichtiger Zuzug, wenn auch nicht fehlerlos.

David Kickert

Zog mit den Einsätzen gegen Finnland und vor allem gegen die Schweiz die Arschkarte, seine Statistiken waren diesen Spielen geschuldet. Gegen Großbritannien aber solide. Sollte noch länger ein Tandem mit seinem Salzburger Vereinskollegen bilden.

Florian Vorauer

Hätte nach seiner Einwechslung gegen Finnland die Aufgabe gehabt, die Blutung zu stoppen, gab aber noch fragwürdige Gegentore her. Kann er nächstes Jahr endlich mehr Einsätze gegen den dann 40-jährigen Sebastian Dahm herausholen oder reist er wieder als bloßer Backup zur WM?

Clemens Unterweger

Im ersten Paar mit viel Eiszeit in allen Lagen, spielt seinen Part mittlerweile unauffällig herunter, kann Gegner ohne große Physis entschärfen. Im ersten PP-Unit als Nachfolger von Dominique Heinrich, aber mit wenig Impulsen.

Bernd Wolf

Mittlerweile in eine Top-Rolle hinaufgewandert, spielt auch meist solide und fehlerlos. Ohne große offensive Impulse zu setzen, kann er aber unter Druck die Scheibe aus dem eigenen Drittel und darüber hinaus tragen, so ihm nicht ein Kaliber wie Aleksander Barkov im Genick sitzt. Aktiviert auch etwas von der blauen Linie her, immens stabil auf den Eisen.

Gregor Biber

Immer noch ein kleines Wunder: Aus dem Eishockey-Hotbed Krustetten in die SHL, zu seiner zweiten WM und einem NHL-Vertrag – und das mit 19 Jahren noch in seinem letzten Juniorenjahr! Muss noch etwas an seinem Zweikampfverhalten arbeiten, ab und zu etwas zu frontal. Aber wird körperlich noch weiter zulegen und auf dem kleinen AHL-Eis weitere Schritte machen.

Thimo Nickl

Thimo Nickl
Foto: ©GEPA

Ein unverhoffter Scoringausbruch mit sechs Punkten, auch nach dem Motto: "Wir nehmen alles – Eigentore und Empty Netter". Nicht nur punktemäßig eine starke WM, lediglich im PK schien er mit Biber öfters bei Gegentoren am Eis zu stehen. Physisch starke Defensiv-Defender wie er werden im Ausland mehr geschätzt als hier, könnte früher oder später auch wieder wechseln.

Dominic Hackl

Mit 29 Jahren seine zweite A-WM und die bestritt er unaufgeregt und mit solidem Körperspiel. Das Gleiche galt für seine Saison bei den Vienna Capitals, er profitierte davon, dass er endlich einmal ohne Verletzungen davonkam. Defensiv-Defender mit Size, bringt die Scheibe unter Druck auch weiter. Wurde während des Turniers kaum erwähnt, was beweist, dass er seine Rolle gut ausfüllte.

David Maier

Hatte eine Saison mit Verletzungen und hat auch schon bessere WMs gespielt. Ein paar Fehler in engen Situationen. Graz wird ein Neubeginn für ihn, er braucht jetzt einen guten Sommer. Sein Faible für Faustkämpfe, das er über die Jahre entwickelt hat, ist bei einer WM nicht gefragt, sein Spiel mit der Scheibe sollte dagegen wieder besser werden.

Ramon Schnetzer

Kann sich mit guter Fußarbeit in engen Lagen behaupten, die Scheibe aus dem Verkehr rauskitzeln, ohne große offensive Akzente zu setzen. Verteidigt eher mit Beinen und Stock als mit großer Gewalt. Absolut ok, ohne groß aufzufallen.

Paul Stapelfeldt

Kann seine eisläuferischen Schwächen (bei fast 2 Metern klar) meist noch mit einem züngelnden Stock ausgleichen, sollte aber auch nicht zu frontal in Zweikämpfe gehen. Stoppelte irgendwie zwei Assists zusammen, aber natürlich kein Offensivfaktor. Seine Reichweite tut dem Team weiter gut, jedoch mit der geringsten Eiszeit unter den Defendern.

Dominic Zwerger

Der Kopftreffer gegen Lettland tat ihm schon nicht gut, verletzte sich gegen Finnland dann an der Schulter. Kann Pässe durch den Schlägerwald spielen, wie gegen Lettland auch Goalies mit seinem Schuss überwältigen. In der Toplinie immer ein Offensivfaktor, schade, dass er sich erst relativ spät in seiner Karriere um eine bessere körperliche Verfassung gekümmert hat.

Benjamin Nissner

Gottseidank dauerte seine Auszeit vom Team nur ein Jahr, nicht nur wegen der Center-Not brauchte ihn das Team wie ein Stück Brot. Starker Zwei-Weg-Center, kann F1 sein und Sekunden später hart vor dem eigenen Tor arbeiten. Auch immer ein Offensivfaktor in der Paradelinie.

Peter Schneider

Peter Schneider
Foto: ©GEPA

Erstmals Kapitän, In der Top-Linie mit dem Beweis, dass seine schwache Saison in Salzburg nicht unbedingt schon der Anfang vom Ende sein muss. Vor allem gegen die schwächeren Gegner immer noch ein Punktegarant, gegen Ende ging ihm dann etwas die Luft aus. Im Powerplay in mehreren Positionen eingesetzt. Einer von nur zwei 30+-Spielern (neben Clemens Unterweger) unter den Skatern, aber es wird nicht seine letzte WM bleiben.

Paul Huber

Startete stark, danach aber unter den Erwartungen. Körperlich um das Tor weniger präsent als auch schon. Nach einer weiteren Leistungssteigerung in Graz ein kleiner Rücksetzer, wird aber natürlich weiter Fixstarter sein, da seine Physis auch ohne Punkte ein wichtiger Faktor ist.

Vinzenz Rohrer

Wie wichtig war seine späte Zusage! Wie immer ein Derwisch, geht mit vollem Einsatz in die Zweikämpfe und dem Gegner unter die Haut, sorgt für Betrieb und ist bei WMs auch stets für Tore gut. Glänzender, dynamischer Eisläufer, was auch in Nordamerika seinen Mangel an Körpergröße ausgleichen wird. Wo andere wegen Wehwehchen schnell absagen, stellte er sich angeschlagen zur Verfügung, erst gegen Ende ging ihm der Saft etwas aus.

Lucas Thaler

Natürlich ein Fixstarter, aber den Aufstieg zum Schlüsselspieler hat er noch immer nicht geschafft. Dynamischer Eisläufer. Schließt Lücken zum Gegner, auch immer physischer, manchmal an der Grenze. Größter Unterschied zur Liga: Sein Schuss ist auf diesem Niveau nicht die gleiche Waffe.

Maximilian Rebernig

Hatte sein WM-Debüt den Absagen zu verdanken, war aber kein großer Faktor. Interessant, dass er und Paul Huber im gleichen PP-Unit eingesetzt wurden – beide sind eigentlich Netfront-Player. Eisläuferisch manchmal an seinen Grenzen. 

Mario Huber

Mario Huber
Foto: ©GEPA

Habe mir schon vor der WM bei den Lobeshymnen gedacht – vom langjährigen Flügel bei einer WM zum Center zu werden, ist nicht das Gleiche wie von Cola Light auf Cola Zero umzustellen. Rieb sich dann im Nahkampf um das eigene Tor auf, hatte dadurch wenig Power für offensive Aktionen. Tat sein Möglichstes, um dem Team aus der Center-Misere zu helfen. Persönlich profitierte er nicht davon.

Simeon Schwinger

Kann eisläuferisch auf diesem Niveau mithalten, doch sein Schuss – in der Liga eine Waffe – war hier nur selten zu sehen. Fügte sich gut ein, belohnte sich spät auch noch mit einem (schönen) Tor, insgesamt gab seine Linie aber weit mehr Tore her, als sie erzielte.

Leon Kolarik

Durch die späte Zusage von Vinzenz Rohrer fiel er aus dem PP, kam dort nur bei Ausfällen zum Einsatz. Zeigte immer wieder schöne Moves und deutete an, dass er in den nächsten Jahren ein Fixstarter und als Scoring-Hoffnung die Nachfolge von Peter Schneider antreten kann. Braucht noch etwas mehr Muskelmasse im Ober- und Unterkörper, vor allem für das Stop-and-Start-Spiel in Nordamerika.

Leon Wallner

Drei Tore waren ein erfreulicher Ausreißer von und für ihn, werteten seine Leistungen auch auf. Kann wirklich auch für das Nationalteam zu einem wertvollen Zwei-Weg-Center werden, wenn er seine Beine dauernd in Bewegung hält. Eine positive Überraschung, noch dazu, da Mittelstürmer immer gesucht werden.

Tim Harnisch

Vor zwei Jahren noch in schwacher körperlicher Verfassung nach Graz gewechselt, daher dort auch unter ferner liefen. Im letzten Sommer aber den Hebel umgelegt – Meister mit den 99ers und bei der WM dabei. Bewies dort Dynamik und guten Antritt, dazu auch mehr Offensivfähigkeiten als vermutet. Hat sich ins Blickfeld gespielt, keineswegs nur ein Auffüller.

Henrik Neubauer

Hat Geschwindigkeit für eine A-WM, aber weder physische Präsenz noch genügend Offensivqualitäten. Nach zwei Jahren Absenz durch Verletzungen wieder dabei, Rolle weiter undefiniert.

Ian Scherzer

Nur drei Einsätze und die gegen die Schweiz, Finnland und die USA. Auch das ein Grund für seine schwachen Stats, aber er muss an seinem defensiven Positioning arbeiten. War in den Nachwuchsnationalteams ein Mann, der sich durch den Verkehr fräst, hier (noch) nicht.

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