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Hintergrund

Was es für ein ÖEHV-Wunder gegen die USA braucht

Österreich hat gegen den Titelverteidiger nur dann eine Chance, wenn das Spiel simpel gehalten wird. Was braucht es darüber hinaus für den Viertelfinal-Einzug?

Was es für ein ÖEHV-Wunder gegen die USA braucht Foto: © IMAGO / justpictures.ch

Der Showdown um den Viertelfinal-Einzug steht bevor!

Österreich fordert die USA (Dienstag, 16:20 Uhr im LIVE-Ticker >>>) im letzten Gruppenspiel bei der Eishockey-WM in der Schweiz. Das ÖEHV-Team benötigt einen Sieg nach Overtime oder Shootout, um den Traum von den Top 8 tatsächlich zu realisieren.

Auf die Mannschaft von Teamchef Roger Bader wartet mit dem Titelverteidiger und Olympiasieger jedoch eine Herkulesaufgabe. Der letzte WM-Sieg gegen die "Stars and Stripes" liegt 25 Jahre zurück.

Die Favoritenrolle ist klar verteilt, dass Österreich ein gefährlicher Außenseiter kann, wurde allerdings schon mehrfach bewiesen. Was braucht es für ein Wunder gegen die USA?

Das Spiel muss simpel gehalten werden

Österreich fährt gegen die USA nur dann am besten, wenn das Spiel maximal simpel gehalten wird.

"Torpedo-Eishockey" nennt Teamchef Roger Bader den Spielstil, den das ÖEHV-Team praktiziert. Doch über die Jahre hat Rot-Weiß-Rot eine gute Balance zwischen aggressivem Forechecking und dem Mittelzonen-Trap gefunden.

Gerade in der Auslösung dürfen keine Kunststücke probiert werden, vertikales Eishockey ist gefragt. Der Puck muss schnellstmöglich aus der Zone gebracht werden, sei es per Chip oder am eigenen Schläger. Überhastete oder komplizierte Lösungen darf es in der eigenen Zone nicht geben.

Die USA wird vermutlich mit hoher Intensität und Körperspiel Druck ausüben wollen. In dieser Hinsicht muss Österreich die letzten Kräfte mobilisieren, um dagegenhalten und so sein eigenes Spiel durchsetzen zu können.

Zu keinem Zeitpunkt darf von der erfolgreichen Spielweise abgewichen werden - wie das endet, haben die Spiele gegen die Schweiz, Deutschland und Finnland aufgezeigt.

Einen Sahnetag des Torhüters

Einen Sahnetag des Torhüters
Atte Tolvanen wird wohl im Tor stehen.
Foto: ©GEPA

Atte Tolvanen wird vermutlich den Vorzug gegenüber David Kickert erhalten. Letztlich ist es belanglos, wer im Tor steht - der Goalie braucht einen absoluten Sahnetag.

Lettlands Kristers Gudlevskis hat bereits vorgezeigt, wie den USA der Zahn gezogen werden kann. Der ehemalige VSV-Goalie parierte 45 Torschüsse, glänzte mit seinem Positionsspiel und einer guten Rebound-Kontrolle.

Auf Österreichs Tormann wird eine Menge Arbeit zukommen, die US-Boys werden jede Schussgelegenheit nutzen und die Scheibe vor das Tor bringen. Daher sind die Teamkollegen gefordert, die Gegenspieler aus dem Weg zu räumen und die Sicht freizuhalten.

Gelingt dies einmal nicht und der Puck bleibt im Torraum liegen, braucht es einerseits eine gute Übersicht, manchmal auch das nötige Glück, aber auch den Einsatz und den Willen der Verteidiger, die Scheibe aus dem Gefahrenbereich bringen zu wollen.

Wird die USA lange von der Anzeigetafel gehalten, könnte schnell Frust einkehren.

Eine Trefferquote wie zu Turnierbeginn

Eine Trefferquote wie zu Turnierbeginn
Foto: ©GEPA

Was Österreich bei den letzten Weltmeisterschaften stets ausgezeichnet hat, war eine hohe Effizienz vor dem gegnerischen Tor.

2024 konnte das ÖEHV-Team mit 13,82 Prozent den zweitbesten Wert vorweisen, 2025 den drittbesten (12,80 Prozent). In Zürich hatten die "Bader Boys" nach den drei Siegen zum WM-Auftakt eine utopische Trefferquote von 17,39 Prozent.

Selbst nach den Niederlagen gegen die Top-Nationen hält Österreich noch immer bei starken 13,11 Prozent, allerdings wurden in den letzten Partien doch einige hochkarätige Chancen nicht genützt.

Gerade gegen Deutschland hätte man nach dem ersten Drittel schon zwei, drei Tore erzielen können. Die Leistungsträger um Kapitän Peter Schneider sind besonders gefordert.

Für das letzte Gruppenspiel muss besonders viel Zielwasser getankt werden, die sich bietenden Großchancen müssen kaltblütig verwertet werden. Wer weiß, wie viele die USA mit dem Viertelfinale vor Augen überhaupt zulassen wird.

Bitte die Strafbank vermeiden!

Österreich stellt das schlechteste Unterzahl-Spiel der bisherigen Weltmeisterschaft, die Erfolgsquote liegt nach acht Gegentoren bei 17 Penalty Killings bei gerade einmal 52,94 Prozent.

Deshalb ist es essenziell, keine Strafen zu nehmen. Wie es nicht geht, wurde im Schlussdrittel gegen Deutschland bewiesen. Dort kosteten dem ÖEHV-Team spätestens die knapp zwei Minuten mit zwei Mann weniger am Eis die Partie.

Zuvor überzeugte man etwa beim Erfolg gegen Lettland mit Disziplin, nahm wenn dann einen Letten gleich mit auf die Strafbank. Die Beine müssen stets in Bewegung und der Schläger unter Kontrolle gehalten werden.

Auf Scharmützel braucht sich Österreich gar nicht erst einzulassen. In der Hinsicht wird es wichtig sein, dem "Trash Talk" von Matthew Tkachuk und Co. aus dem Weg zu gehen.

Der Superstar weiß nämlich, wie er dem Gegner unter die Haut fahren und ihn emotional aus der Partie ziehen kann. Probiert es der Olympiasieger einmal, sollte die kalte Schulter gezeigt werden.

So liefen die letzten 10 Weltmeisterschaften des ÖEHV-Teams

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