ÖEHV-U20 "im Rausch" zum Aufstieg

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Österreichs Eishockey ist wieder erstklassig! Zumindest, wenn man den Blick auf den U20-Nachwuchs richtet.

Mit vier Siegen aus fünf Spielen schaffte das ÖEHV-Aufgebot, das zudem nicht einmal in Bestbesetzung nach Minsk reisen konnte, eine Überraschung. Zu Beginn des Turniers war noch der erneute Klassenerhalt das ausgewiesene Ziel, nun darf man sich im kommenden Jahr zu den zehn besten Nationen der Welt zählen - und sich Ende Dezember 2020 mit den neun anderen im Mutterland des Eishockeys, Kanada, messen.

"Am Anfang haben wir uns den Klassenerhalt zum Ziel gesetzt. Ab dem zweiten Sieg haben wir gemerkt, dass nach oben etwas möglich ist. Ich bin stolz auf alle Spieler und Betreuer, die in den letzten Wochen hervorragende Arbeit geleistet haben", freut sich Head Coach Marco Pewal.

Baumgartner zeigt positiv auf

Das unglückliche 3:4 zum Auftakt gegen Weißrussland sollte die einzige Niederlage bleiben, mit 5:2 über Norwegen, 4:2 über Dänemark, 2:1 über Lettland und zuletzt dem 4:1 über Slowenien wurden die anderen Nationen in unerwartete Schranken gewiesen.

Zum Abschluss regierte noch etwas Nervosität, das Duell mit Slowenien wurde nach einer 2:0-Führung noch zur Zitterpartie, wehrte sich der Kontrahent im Angesicht des drohenden Abstiegs doch mit allen Kräften. "Es war kein leichtes Spiel, die Spieler waren schon nervös, weil es doch ein Spiel war, dass man gewinnen muss. Die Spieler haben die Nervosität aber gut in den Griff bekommen", so Pewal.

So wurde VSV-Torhüter Alexander Schmidt in weiterer Folge zum Fels in der Brandung, der den Aufstieg mit einigen guten Saves ermöglichte und auch persönlich ein Ausrufezeichen setzen konnte, während die tragende Stütze des Aufstiegs in der ersten Linie aus Benjamin Baumgartner (fünf Tore, sechs Assists), Paul Huber (vier Tore, vier Assists) und Senna Peeters (drei Tore, drei Assists) zu finden war.

Baumgartner machte sich überhaupt zum Topscorer und auffälligsten Erscheinung des Turniers. Er verbuchte in allen fünf Spielen Scorerpunkte.

Vierte Teilnahme an der A-WM

Baumgartner bei der "großen" A-WM
Foto: © GEPA

ÖEHV-Sportdirektor Roger Bader, der den 19-jährigen Davos-Legionär bei der A-WM 2019 in Bratislava schon mit WM-Erfahrung im Erwachsenenbereich ausgestattet hat, freut sich mit der Mannschaft mit: "Mit dem ersten Sieg hat sich das Team in einen Rausch gespielt, der alles möglich gemacht hat. Die Mannschaft wurde von Spiel zu Spiel immer besser. Wir haben Nationen hinter uns gelassen, die in den letzten Jahren immer wieder bei der U20-A-WM gespielt haben. Für das österreichische Eishockey ist das ein großer Erfolg."

Bei der seit 1977 ausgetragenen Junioren-A-WM war Österreich bisher dreimal dabei. 1981 mit Konrad Dorn, Helmut Petrik und Günther Koren, 2003/04 mit Thomas Vanek und Andreas Nödl, nachdem Vanek, Oliver Setzinger, Thomas Koch und Daniel Welser die ÖEHV-Junioren im Dezember 2002 nach oben geschossen hatten.

Beim bisher letzten Aufstieg 2008 waren mit Stefan Ulmer, Dominique Heinrich, Thomas Hundertpfund, Raphael Herburger, Andreas Kristler und Alexander Pallestrang Spieler dabei, die über Jahre zu Stammspielern im Nationalteam wurden.

Zwei Drittel werden nicht mehr dabei sein

Ein Sieg ist einem österreichischen Team bei einer U20-A-WM noch nicht gelungen. Das wird auch kommendes Jahr von 20. Dezember 2020 bis 1. Jänner 2021 im kanadischen Alberta (Edmonton und Red Deer) ein schwieriges Unterfangen.

Fast zwei Drittel der Mannschaft sind dann altersbedingt nicht mehr spielberechtigt, darunter Baumgartner, Huber oder die Verteidiger Julian Payr und David Maier. Dafür könnte Marco Rossi dabei sein.

Der 18-jährige Vorarlberger hat heuer abgesagt, weil er sich im Draft-Jahr voll auf die Spiele mit den Ottawa 67's in der kanadischen Junioren-Liga OHL konzentrieren wollte. Rossi gilt beim NHL-Draft Ende Juni in Montreal als Kandidat für die Top Ten, auch Thimo Nickl und Peeters könnten mit etwas Glück bei einem NHL-Klub landen.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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