KAC: "Von Anfang bis Ende eine starke Leistung"

KAC: Foto: © GEPA
 

Der KAC machte zum Saisonauftakt der bet-at-home ICE Hockey League dort weiter, wo er in der vergangenen Saison in Bozen aufgehört hatte.

Der amtierende Meister behielt im Schlager gegen chancenlose Vienna Capitals mit 5:0 (Spielbericht >>>) klar die Oberhand und bestätigte, dass man auch in dieser Spielzeit dem engsten Favoritenkreis auf die Karl Nedved Trophy angehöre.

Mit der Spielpraxis von vier Partien in der Champions Hockey League in den Beinen, überrollten die Klagenfurter angeschlagene Wiener von Beginn an und ließen zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen, wer an diesem Abend als Sieger vom Eis gehen wird.

Dementsprechend glücklich zeigte sich Kapitän Manuel Ganahl, der den 5:0-Endstand besorgte, nach dem Spiel im "Puls24"-Interview: "Ich bin brutal stolz, dass die gesamte Mannschaft das heute so durchgezogen hat. Das war von Anfang bis Ende von allen vier Linien eine starke Leistung, natürlich hatte Torhüter Dahm auch seinen Anteil an diesem Sieg."

Vorbereitung mit vielen "Auf und Abs"

3.290 Zuschauer, die erstmals seit Oktober 2020 einem KAC-Heimspiel in der ICE Hockey League beiwohnen durften, peitschten die Truppe von Head Coach Petri Matikainen zum Auftakterfolg.

Ganahl zeigte sich von der Kulisse beeindruckt: "Man muss nur reinhören, es ist echt ein Wahnsinn! Voll cool, dass so viele Leute heute da waren und die Stimmung war super. Das macht einfach Spaß!"

Weniger beeindruckend lief die Preseason vonstatten. Nach drei deutlichen Testspiel-Pleiten ging es in der CHL zuhause gegen Rouen und Rungsted. Zwar konnten die "Rotjacken" beide Partien nach Overtime für sich entscheiden, das gewohnt aggressive KAC-Spiel wurde allerdings nicht über die komplette Spieldauer durchgezogen.

"Wir hatten eine Vorbereitung mit vielen Auf und Abs, haben es nie geschafft, unser Eishockey über 60 Minuten durchzuziehen. Das war unser großes Ziel heute, darauf haben wir die ganze Woche hintrainiert", meinte der KAC-Kapitän.

Kein Feuer? "Haben die Chance, das Gegenteil zu beweisen"

Speziell die Frage nach dem Feuer innerhalb der Mannschaft kam vor Saisonbeginn oftmals auf, gab es doch im Gegensatz zur letztjährigen Mannschaft mit dem Dänen Phillip Bruggisser gerade einmal einen Neuzugang. Dazu schied mit David Fischer, der ohnehin die vergangene Spielzeit verpasste, nur ein Spieler nach seinem Karriereende aus dem Kader.

Und tatsächlich machte es zu Beginn der Vorbereitung den Anschein, als wäre die praktizierte Kontinuität der falsche Weg gewesen. Doch spätestens mit den Auswärtsspielen in der CHL in Frankreich und Dänemark zeigte der Titelverteidiger sein altes Gesicht wieder.

Daher erklärte Ganahl auch: "Die Frage kommt hier immer auf. Wir haben die Chance, das Gegenteil zu beweisen. Heute war ein super Start, die Saison ist aber lang." Man wolle weiter hart arbeiten und das Spiel stets verbessern, fügte der ehemalige Finnland-Legionär an.

Dass der KAC nun in wenigen Stunden gegen den HC Innsbruck (Samstag, 19:15 Uhr im LIVE-Ticker) ran muss, sah Ganahl gelassen. "Das ist eine Einstellungsgeschichte und für alle gleich. Wir sind alle Profis genug, um zu wissen, was wir zu tun haben. Wir müssen bisschen schlafen und regenerieren, dann sind wir fit für morgen."

Capitals: "Mit viel Herz gespielt"

Eine längere Verschnaufpause ist den unterlegenen Vienna Capitals gegönnt - und diese ist wohl auch dringend notwendig, um weitere Mechanismen einzuprägen.

Die Donaustädter legten eine miserable Vorbereitung hin, holten in sieben Testspielen nur einen Sieg. Dem gegenüber stehen sechs Niederlagen, die teils heftig ausfielen. So verlor man unter anderem 0:10 gegen die Straubing Tigers oder 0:8 gegen den HK Mountfield.

Mit dementsprechend niedrigen Erwartungen ging man ins Auftaktspiel gegen den KAC hinein. Diese Erwartungen näherten sich noch vor Spielbeginn der Nullgrenze. Neo-Head-Coach Dave Barr musste mit Kapitän Mario Fischer, Alex Wall und Charlie Dodero gleich auf drei Defensiv-Leistungsträger verletzungsbedingt verzichten.

Dazu fehlte mit Shawn Lalonde ein weiterer Verteidiger, der den Covid-Haftungsverzicht der ICE Hockey League nicht zeitgerecht unterschrieb. Der Neuzugang habe Bedenken, ob bei allen anderen Teams in der ICE Hockey League die strengen Covid-Bestimmungen auch tatsächlich eingehalten bzw. garantiert werden, gaben die Wiener vor Spielbeginn bekannt.

Zudem fehlte mit Cliff Pu eine weitere Neuverpflichtung ebenfalls. Der junge Kanadier, mit chinesischen Vorfahren, will für China bei den Olympischen Winterspielen 2022 auflaufen, müsste dafür jedoch einen Vereinswechsel vollziehen. Dementsprechende Gespräche seien am Laufen, verlautbarten die Capitals.

Und so schickte Dave Barr eine Rumpftruppe mit zahlreichen Youngsters aufs Eis, die sich allerdings wacker schlug. Das sah auch der Kanadier: "Die Spieler haben heute mit viel Herz gespielt. Während der Vorbereitung gab es Zeiten, wo ich das bei meinen Spielern nicht erkannt habe."

Barr: Sonderlob für Kickert und den KAC

Dennoch müsse man in Zukunft intelligenter spielen, vor allem in Puckbesitz. "Heute haben wir stark dagegengehalten, jedoch dumme Fehler fabriziert, die der KAC eiskalt ausnützte. Wir müssen noch an vielen Dingen arbeiten, aber wir nehmen auch positive Aspekte aus dem Spiel mit", fuhr Barr fort.

Sonderlob gab es für seinen Torhüter David Kickert. Der 27-jährige Heimkehrer war zweifelsohne der beste Wiener an diesem Abend, bewahrte sein Team mit zahlreichen Top-Paraden vor einem Debakel.

"Unser Torhüter war überragend. David Kickert hatte bereits eine starke Preseason, zum Glück hat er diese Form gehalten. Er hat uns lange im Spiel gehalten, uns eine Chance gegeben", sagte Barr.

Lobende Worte fand der 60-Jährige auch für den Kontrahenten, den er als "das beste Team der Liga" sieht. "Sie wurden nicht ohne Grund Meister, haben so gut wie alle Spieler weiterhin im Line-Up. Sie sind ein sehr starkes Team, harmonieren miteinander. Dazu haben sie einen tollen Coach."

Barr weiter: "Es waren Shifts dabei, in denen wir eingeschnürt wurden, speziell zu Beginn. Das raubt den Spielern die Energie. Der KAC hat das auch stark gemacht, die Scheibe gut laufen lassen."

Letzten Endes könne man dennoch "viel von diesem Spiel mitnehmen, daraus lernen - vor allem die jungen Spieler." Genau auf sie wird es in den kommenden Tagen und Wochen auch ankommen, denn der Kader der Vienna Capitals ist bei weitem noch nicht komplettiert. Zu viele Lücken taten sich dafür bereits in den Stunden vor dem missglückten Saisonstart auf.

Die nächste Chance, sich zu beweisen, folgt bereits am Sonntag, wenn die Capitals auswärts zum Ost-Derby zu Liga-Rückkehrer Orli Znojmo (17:30 Uhr im LIVE-Ticker) müssen.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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