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Thiem: "Das ist schon eine Erleichterung"

Dominic Thiem weiß auch schon, wie er es gegen Nadal angehen muss.

Thiem: Foto: © GEPA

Erstmals schaffte es Dominic Thiem am Sonntag mit seinem Sieg über Kevin Anderson abseits der French Open ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers.

"Das ist schon eine Erleichterung, aber an das habe ich noch nicht so gedacht. Ich habe mich riesig gefreut über meine Leistung", meinte Thiem, der schon mehrmals in fünf knappen Sätzen im Achtelfinale von Wimbledon 2017 (Tomas Berdych), bei den US Open 2017 (Juan Martin Del Potro) und im vergangenen Jänner bei den Australian Open (Tennys Sandgren) scheiterte.



Die Partie gegen Anderson "war sicher eines meiner besten Matches bis jetzt, weil ich eben extrem wenig unerzwungene Fehler gemacht habe und das ganze Match über fokussiert war."

Hätte er dies auch bei anderen Grand Slams außer den French Open schon gemacht, dann "wäre das wahrscheinlich nicht mein erstes Viertel".

Beinahe fehlerlos

Bemerkenswert neben einigen anderen Faktoren war die ausgezeichnete Bilanz Winner gegenüber unerzwungenen Fehlern: 42:13. Eine derart gute Ausbeute hat man bei Thiem noch selten gesehen. Zudem ist er auch mit dem Aufschlag sehr zufrieden gewesen.

"Ich habe zwar nur knapp unter 50 Prozent erste gehabt, aber dafür mit fast jedem den Punkt gemacht und keinen Breakball gegen mich gehabt", analysierte der French-Open-Finalist. Dadurch sei er bei eigenem Service wenig unter Druck gestanden.

"Das habe ich gut ausgenutzt für die Returnspiele. Ich habe die Position gewechselt und einiges ausprobiert. Das war der Schlüssel, dass ich ihn dann doch dreimal gebreakt habe."

Thiem stand ähnlich wie auf Sand beim Aufschlag Andersons extrem weit hinten, der große Platz habe ihm dies erlaubt und darum hat er sich ähnlich wie beim Sieg über Anderson in Madrid verhalten.

Vorbild Kohlschreiber

"Kohli hat es gestern genauso gemacht, da habe ich mir ein bisserl was abgeschaut", bezog sich Thiem auf den Sieg Philipp Kohlschreibers über Alexander Zverev. "Der Platz ist extrem groß und nicht der schnellste hier, deshalb hat das funktioniert."

Thiem wird damit auch seinen 25. Geburtstag in New York verbringen, und sich am Montag in aller Ruhe auf sein Duell mit Rafael Nadal vorbereiten. "Ich habe die letzten Jahre den Geburtstag in New York verbracht. Hätte ich verloren, wäre ich an meinem Geburtstag im Flugzeug gesessen. Das habe ich nicht zulassen dürfen", meinte Thiem lächelnd.

Anderson lobt Thiem

Kevin Anderson war voll des Lobes für Thiem. "Er hat es sehr schwer für mich gemacht und hat großartig verteidigt. Er hat unglaubliche Passierbälle gespielt", sagte der Südafrikaner. Zusätzlich habe er keine Breakbälle gehabt. "Hut ab, er hat sich wirklich gesteigert und war definitiv der Bessere heute."

Nach ein paar Stunden des Genießens des Sieges legt Thiem seinen Fokus ganz auf den nächsten Gegner. "Wir haben jetzt schon zehn Mal gegeneinander gespielt, aber es war immer auf Sand. Es wird das erste Mal auf Hartplatz, eine völlig neue Erfahrung", sagte der Lichtenwörther.

Zu seinen Erfahrungen mit Nadal sorgte Thiem im internationalen Teil seiner Pressekonferenz für Lacher. "Drei Mal war es eine sehr nette Erfahrung, sieben Mal war es furchtbar", meinte er lächelnd.

"Werde voll auf Feuer reingehen"

Eines versprach Thiem schon vor seinem insgesamt vierten Major-Viertelfinale. "Ich werde voll auf Feuer reingehen in die Partie. Wie das Ergebnis wird, werde ich sehen. Aber ich werde sicher nicht so lasch auftreten wie manche Male gegen ihn. Ich werde so spielen, wie ich die besten Chancen habe, ihn zu schlagen." Thiem hat Lunte gerochen.

Nadal, der auch gegen Kharen Khachanov schon einen Satz hatte abgeben müssen, war nach seinem Sieg erleichtert und gleichzeitig vor Thiem gewarnt. "Das wird ein schweres Match. Er ist ein toller Gegner, mit einem sehr guten Aufschlag. Er hat gegen Kevin gewonnen, das heißt, dass er vieles gut macht. Ich muss mein Bestes zeigen."

Für Thiem wird es übrigens die erst zweite Partie im Arthur Ashe Stadium, dem größten Tennis-Stadion der Welt, werden. Vor zwei Jahren hatte der Österreicher im Achtelfinale gegen Juan Martin Del Potro beim Stand von 3:6,2:3 verletzt aufgeben müssen. "Ich freue mich riesig und hoffe, dass ich es diesmal beenden kann", sagte Thiem.

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