Cobolli, Flavio COB
Zverev, Alexander ZVE
Endstand
2:3
1:6 , 6:4 , 4:6 , 7:6 , 1:6
NEWS

Karriere gekrönt! Zverev gewinnt die French Open

Alexander Zverev ist nicht mehr der "Unvollendete". In einem dramatischen Finale in Roland Garros schnappt sich der Deutsche seinen ersten Grand-Slam-Titel.

Karriere gekrönt! Zverev gewinnt die French Open Foto: © IMAGO / Anadolu Agency

Australian-Open-Sieger bei den Junioren. 24 ATP-Titel, davon sieben bei Masters. Zweifacher Gewinner der ATP-Finals. Olympia-Gold in Tokio - und seit 7. Juni 2026 endlich Grand-Slam-Triumphator!

Die großartige Karriere von Alexander Zverev hat ihre Krönung erfahren. Der 29-jährige Deutsche gewinnt ein teilweise dramatisches Finale der French Open 2026 gegen den Italiener Flavio Cobolli mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 (5), 6:1 und wird seiner Favoritenrolle damit gerecht.

Zverev hat das jähe Aus von Jannik Sinner zu seinen Gunsten verwertet und muss sich ab sofort nicht mehr anhören, dass er der "Unvollendete" sei. Er ist zudem der erste deutsche Major-Sieger seit Boris Becker bei den Australian Open 1996.

Für seinen nach dem Olympia-Sieg größten Erfolg kassiert Zverev ein Preisgeld in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Seinem unterlegenen Kontrahenten bleiben immerhin 1,4 Millionen Euro und der Einzug unter die Top 10 der ATP-Weltrangliste.

Zverev spielt Routine im ersten Satz aus

Vor den Augen vieler Stars, darunter Musiker Lenny Kravitz und Oscar-Gewinner Rami Malek und auch Österreichs zweifachen Paris-Finalisten Thiem ist der erste Satz eine klare Angelegenheit zugunsten Zverevs.

Der Deutsche spielt mit dem ersten Grand-Slam-Titel vor Augen fokussiert, spielt die "Routine" aus seinen drei bisherigen Final-Auftritten bei Major-Turnieren aus.

Cobolli wirkt in seinem ersten Grand-Slam-Finale nervös. Der Italiener leistet sich einen frühen Doppelfehler, gibt sein erstes Aufschlagspiel direkt ab.

Zverev dagegen lässt wenig anbrennen, wähnt in manchen Situationen das Glück auf seiner Seite und fixiert mit dem dritten Break zum 6:1 den Satzgewinn.

Cobolli meldet sich zurück

Im zweiten Durchgang zeigt sich Cobolli bei eigenem Service wesentlich stabiler, gewinnt 80 Prozent seiner ersten Aufschläge und holt 67 Prozent der Punkte bei zweitem Serve. Die Folge: Er sieht sich keinem einzigen Breakball gegenüber.

Auf der anderen Seite wackelt Zverev besonders dann, wenn der erste Aufschlag nicht kommt. Beim Stand von 3:3 lässt Cobolli einen Breakball zunächst noch ungenutzt, verwertet aber die nächste Gelegenheit und serviert später zum 6:4 aus.

Zverev im dritten Satz eiskalt

Es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch. Im dritten Satz muss Cobolli bei 1:2 und 15:40 eine brenzlige Situation überstehen, wehrt beide Breakbälle Zverevs jedoch erfolgreich ab.

Beide Akteure bringen ihre Aufschlagspiele in weiterer Folge souverän durch, besonders Zverev gerät nie in Gefahr. Der Weltranglisten-Dritte gewinnt 20 von 24 Servepunkten - und nutzt die Gunst der Stunde eiskalt.

Cobolli gerät bei 4:5, 30:40 ins Wanken, nimmt bei einem Vorhandschlag zu viel Risiko und setzt den Ball ins Aus. Der dritte Satz geht damit an den Deutschen, der mit 2:1 in Sätzen in Führung geht.

Denselben Vorsprung hatte er auch 2024 gegen Carlos Alcaraz, verlor das Endspiel gegen den Spanier aber noch in fünf Sätzen. Bei den US Open 2020 vergab Zverev gegen Dominic Thiem überhaupt eine Zwei-Satz-Führung.

Cobolli lässt Chance auf Satzausgleich liegen

Der Start in den vierten Durchgang misslingt dem 29-Jährigen. Cobolli schlägt aus der ersten Break-Möglichkeit sofort Kapital, nimmt Zverev den Aufschlag zum 1:0 ab und hält sein Service zum 2:0.

Bei 3:2 scheint der 24-Jährige ein kritisches 0:40 ohne Schaden zu meistern, rettet sich zum Einstand. Doch zwei Punktgewinne in Folge sichern Zverev das 3:3. Aber: Cobolli holt sich das Break bei der nächsten Gelegenheit sofort wieder zurück, geht 4:3 in Führung.

Das folgende Aufschlagspiel zum 5:3 bringt der Italiener erfolgreich durch und hat kurz darauf die Chance, zum Satzausgleich auszuservieren. Doch die Nerven halten nicht, zugleich zieht Zverev das Tempo nochmal an und schafft das neuerliche Rebreak zum 5:5.

Fragwürdiger Call zum 6:5, Cobolli forciert Tiebreak

Im folgenden Game scheint der Favorit souverän auf 6:5 stellen zu können, holt den Italiener allerdings mit einem leichtfertig vergebenen Smash ins Netz ins Spiel zurück.

Mit einem Ass, das der Schiedsrichter gut gibt, obwohl der mutmaßliche Abdruck im Out zu sein scheint, bringt der Deutsche sein Aufschlagspiel doch durch. Beim folgenden Seitenwechsel lässt sich der 29-Jährige am Oberschenkel behandeln.

Cobolli, zweifacher Davis-Cup-Gewinner mit Italien, forciert daraufhin mit einem Zu-Null-Game das Tiebreak.

Drama im Tiebreak

Dort bricht der Major-Final-Debütant den Aufschlag Zverevs sofort, doch der Deutsche schlägt mit zwei Punktgewinnen bei Cobollis Serve zurück.

Zverev stellt auf 3:1, dann flattern allerdings seine Nerven. Cobolli macht vier Punkte in Folge, den letzten nach einem Doppelfehler des Deutschen. Dem Italiener bieten sich zwei Satzbälle, einer davon bei eigenem Aufschlag.

Den landet Cobolli nahezu perfekt, muss den Punkt nur mehr per Smash abschließen - und setzt den Ball per Smash auf dramatische Weise ins Aus. Aber: Den zweiten Satzball verwertet Cobolli mit einem sagenhaften Vorhand-Winner und sorgt für einen fünften Satz.

Es ist erst das dritte Tiebreak überhaupt, das Zverev in Roland Garros verliert. Er steht nun bei einer Bilanz von 26:3.

Frühes Break von Zverev

Der bis zu seinem Final-Einzug drittbeste Italiener der ATP-Welt reizt die Pause vor dem Entscheidungssatz bis zur letzten Sekunde aus, startet dann aber schwerfällig in sein erstes Aufschlagspiel.

Zverev bieten sich sofort zwei Breakchancen, die Cobolli zunichte machen kann. Doch bei Vorteil Zverev setzt der 24-Jährige den Ball ins Aus und beschert seinem deutschen Gegenüber einen frühen Vorteil.

Allerdings zeigt auch Zverev wieder Nerven, leistet sich zwei Doppelfehler zum 0:30. Bei 30:40 wehrt er einen Breakball gegen sich erfolgreich ab und bringt sein Service zum 2:0 schließlich durch.

Vorentscheidung per Passierball

Kurz darauf gelingt dem 29-Jährigen die Vorentscheidung in diesem Endspiel.

Cobolli offenbart immer größere Schwächen bei seinem ersten Aufschlag, die Quote ist bereits im vierten Satz auf 45 Prozent runter gerasselt. Im ersten Durchgang lag sie noch bei 56 Prozent.

Rasch führt Zverev mit 40:15. Den ersten Breakball pariert Cobolli noch erfolgreich, den zweiten verwertet der Hamburger mit einem Passierball und erhöht auf 3:0.

Nochmal kurz zittern, dann ist es geschafft

Mit dem komfortablen Vorsprung im Rücken spielt "Sascha" keineswegs befreit auf. Ganz im Gegenteil: Er gewährt Cobolli zwei Möglichkeiten auf ein Rebreak, der Italiener schlägt den zweiten Breakball mit einem Smash ins Netz.

Ein Doppelfehler bei Einstand bringt Cobolli den nächsten Breakball, wieder hat Zverev das bessere Ende für sich und stellt daraufhin auf 4:0.

Danach ist der Widerstand Cobollis endgültig gebrochen. Zverev lässt dem Italiener noch ein Game, ehe er bei Aufschlag Cobolli den zweiten Matchball zum Gewinn der French Open 2026 nutzt - und mit Tränen in den Augen auf den Pariser Boden sinkt.

Tennis: Die letzten zehn Premierensieger bei Grand Slams

Kommentare