Bis zu diesem Zeitpunkt, bis zu diesem Finale, war die Karriere des gebürtigen Hamburgers ein stetiger Aufstieg. Mit 16 Jahren feierte er sein Debüt auf der ATP World Tour, drei Jahre später folgte der erste Sieg im Erwachsenentennis (250er in St. Petersburg).
In den darauffolgenden zwei Jahren erhöhte er sein Titelkonto auf zehn Stück, darunter drei Masters und die ATP-Finals. In unterschiedlichen Medien wurde Zverev schon als "Messias" des deutschen Tennissports betitelt.
Karriere-Highlight 2021
Diesem Namen wurde er anfänglich auch gerecht. Im ersten Drittel des Jahres 2019 war er hinter Djokovic und Nadal die Nummer drei der Welt. Doch es folgten die ersten kleineren Durchhänger seiner Karriere, ehe es zur bitteren US-Open-Finalniederlage gegen Thiem kam.
Knapp ein Jahr später die große Genugtuung für den Deutschen: In Japan gewann er Olympia-Gold! Der zweite große Titel für ihn - und ein paar Monate später wurde das beste Jahr seiner Karriere mit dem zweiten ATP-Finals-Triumph ausgezeichnet abgerundet.
Olympia-Gold würde er übrigens "niemals für irgendwas eintauschen", betont Zverev. Der Sieg bei den Sommerspielen "ist deswegen so besonders, weil es so wenig Leute geschafft haben".
Ich will nicht als einer der erfolgreichsten Tennisspieler enden, der nie einen Grand Slam gewonnen hat.
Doch es gab eben nicht nur diese eine bittere Finalniederlage bei einem Major. Vier Jahre lang musste Zverev warten, um wieder so nah an einen Grand-Slam-Titel zu kommen wie 2020.
In Roland Garros lag er auch gegen Carlos Alcaraz - zuvor zweimaliger GS-Sieger - vorne, diesmal mit 2:1. Doch diesen Vorsprung brachte er ebenso wenig ins Ziel, wie vier Jahre zuvor. Alcaraz zog das Tempo an und krönte sich mit 6:3, 2:6, 5:7, 6:1, 6:2.
Fast alles gewonnen
Zverev, zu diesem Zeitpunkt schon jahrelang Teil der Tennis-Elite, äußerte im Nachgang eine Angst. "Ich habe eigentlich alles gewonnen, was es gibt – außer einen Grand-Slam-Titel."
Zweifacher Gewinner der ATP-Finals, außerdem Olympiasieger und Triumphator bei unzähligen ATP-Turnieren. "Es fehlt nur dieser Major-Sieg", weiß der Deutsche und offenbart: "Ich will nicht als einer der erfolgreichsten Tennisspieler enden, der nie einen Grand Slam gewonnen hat."
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Tennis: Die letzten zehn Premierensieger bei Grand Slams
Doch genau das schien zu passieren. 2025 stand er in seinem bisher letzten Grand-Slam-Endspiel. Ende Jänner bei den Australian Open war es jedoch alles andere als knapp, er verspielte auch keine Führung, sondern musste sich in drei Sätzen Jannik Sinner geschlagen geben.
In einem Finale der großen vier Turniere zu verlieren, sei "das beschissenste Gefühl, das es auf der Welt gibt", stellt er nach der Partie unmissverständlich klar.
Horror-Bilanz spielte keine Rolle
Nicht nur in Finals lief es für Zverev bei den Grand Slams nicht. Auch in Duellen mit Top-Fünf-Spielern schneidet er schlecht ab.
In 15 Matches gegen Top-Fünf-Spieler gewann er nur ein Mal (2024 im Australien-Viertelfinale gegen Alcaraz), alle anderen 14 Partien verlor er. Zumindest diese Statistik spielt bei den diesjährigen French Open keine Rolle mehr, Zverev ist der einzig verbliebene Top-Ten-Spieler im Bewerb.
Nach dem "Favoritensterben" in Roland Garros besitze Zverev eine "goldene Chance", endlich den Grand-Slam-Bann zu brechen, betont die deutsche Tennis-Legende Boris Becker.
Auf dem Papier ist Zverev nämlich der Favorit auf den großen Wurf. Auf der Gegenseite bedeutet das - zumindest laut John McEnroe: "Wenn er es jetzt nicht gewinnt, dann gewinnt er es wahrscheinlich nie."
French-Open-Finale: Alexander Zverev - Flavio Cobolli, Sonntag, ab 15:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>