Zu spüren war auch große Genugtuung, es seinen Kritikern wieder einmal gezeigt zu haben. "Ich sehe so viele Experten, die auf einmal wollen, dass ich aufhöre oder die mich schon mehrmals abgeschrieben haben in den vergangenen Jahren", sagte Djokovic nach seinem Triumph gegen Sinner am frühen Samstagmorgen.
"Ich möchte diesen Leuten danken, weil sie mir die Kraft gegeben haben. Sie haben mir die Motivation gegeben, sie vom Gegenteil zu überzeugen."
Djokovic leidet schon lange darunter, dass er in der Beliebtheitsskala unter den Spielern nie ganz oben stand. Ob es in der Zeit noch mit Roger Federer und Rafael Nadal war oder ob es jetzt mit Sinner und Alcaraz ist.
Als der Serbe vor dem Halbfinale gefragt wurde, ob er nach der Rivalität mit Federer und Nadal nun Sinner und Alcaraz jagen würde, brach es aus ihm heraus. Er finde es "ein wenig respektlos", dass die Zeit dazwischen einfach ignoriert werde. "Es gab wohl eine etwa 15-jährige Phase dazwischen, in der ich die Grand Slams dominiert habe. Ehrlich gesagt habe ich nicht das Gefühl, dass ich hinterherjage."
Alcaraz zieht Melbourne 2026 allen Slams vor
Doch auch Alcaraz, der bei seinen fünften Australian Open erstmals nicht nur das Finale, sondern auch das Semifinale erreicht hatte, zieht einen Triumph beim "Happy Slam" dieses Jahr allen anderen Erfolgen vor.
Müsste er sich entscheiden zwischen dem Triumph in Melbourne und Siegen bei all den anderen drei Grand-Slam-Turnieren in diesem Jahr, war seine Antwort darauf klar: "Ich würde mich für diesen hier entscheiden." Der 16 Jahre jüngere Spanier ist jedenfalls der Favorit.