Gegen "Messi" um ein Wunder

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Vorbei ist für das ÖHB-Nationalteam bei der EURO 2018 in Kroatien noch gar nichts.

Aber würde man nach einer höheren Hürde als Frankreich suchen, die sich Nikola Bilyk und Co. im zweiten Gruppenspiel (So., 18:15 Uhr) gegenüberstellen könnte – man würde sie nicht finden.

Der amtierende Weltmeister ist die dominierende Handball-Nation des Jahrtausends, holte in diesem Zeitraum fünf von neun möglichen WM-, drei EM-Titel sowie zwei Mal Gold und ein Mal Silber bei Olympia.

Und als größter Name in diesem Erfolgslauf steht stellvertretend Nikola Karabatic.

Der "Messi des Handballs"

Mit Ausnahme des Weltmeister-Titels 2001, als Karabatic noch zarte 17 Jahre alt war und ein weiteres Jahr auf sein Debüt warten musste, war er an jedem der aufgezählten Erfolge beteiligt.

Bei den WMs 2011 und 2017 wurde der heute 33-Jährige ebenso wie bei den EMs 2008 und 2014 zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt.

Als Welthandballer 2007, 2014 und 2016 sowie Frankreichs Sportler des Jahres 2011 kann Karabatic getrost als DER Superstar des Handballs bezeichnet werden.


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(Text wird unterhalb fortgesetzt)


So scheint der Vergleich, Nikola Karabatic sei der "Lionel Messi des Handballs", durchaus angemessen.

Getätigt von jemandem, der sich das erlauben darf: Barcelona-Präsident Josep Maria Bartomeu. Denn von 2013 bis 2015 werkten die beiden Größen ihres Fachs sogar beim gleichen Verein.

Seit 2015 ist Karabatic allerdings eher der "Neymar des Handballs", seither spielt er für Paris Saint-Germain und ist auch dort, wie überhaupt Zeit seiner Karriere, der personifizierte Erfolgsgarant: Zwischen 2002 und 2017 wurde sein jeweils aktueller Verein nur 2013 nicht nationaler Meister.

Eine gewisse Heimkehr

Für Nikola Karabatic ist die EURO 2018 eine doppelte Heimkehr, denn die Eltern des Duos sind gebürtige Kroaten.

Damit nicht genug: Seinen ersten WM-Titel 2009 holte er in Kroatien – im Finale gegen Kroatien. Eine Tatsache, der im Geburtsland der Eltern naturgemäß nicht nur wohlwollend aufgenommen wurde.

Über derlei Kritik ist Karabatic angesichts seiner Laufbahn längst erhaben. Nichtsdestotrotz liefert die aktuelle Europameisterschaft besondere Umstände, auch unabhängig vom Austragungsort.

Die Zeit läuft auch in Frankreich

Auch in Frankreich setzt nämlich der Generationenwechsel langsam ein. Zwar waren gegen Norwegen noch fünf  Spieler auf dem Parkett, die den EM-Titel 2010 in Österreich einfuhren, mit Thierry Omeyer und Daniel Narcisse sind aber zwei Legenden erstmals seit 17 Jahren nicht mehr dabei.

Mit Rechtsaußen Luc Abalo (33) und Kreisläufer Cedric Sorhaindo (34) sind zwei weitere Leistungsträger, genau wie Karabatic selbst, schon im besseren Handballer-Alter.

Zwar rückt die Jugend nach – etwa in Form von Nedim Remili (22) oder Dika Mem (20) – nach dem Abschied von Omeyer und Narcisse lastet aber etwas mehr Notwendigkeit auf der Stabilität, die die übrigen gestandenen Spieler mit sich bringen.

Dazu kommt der Druck der notwendigen Wiedergutmachung, bei der EM 2016 in Polen reichte es für die Franzosen gar "nur" zum fünften Platz.

Das Feuer brennt noch

In seinem routinierten Alter muss sich Nikola Karabatic langsam Fragen nach dem eigenen Karriere-Ende gefallen lassen. Besonders, nachdem es die ersten Mitstreiter der so erfolgreichen Ära gut sein lassen.

"Ich habe mir die Frage selbst gestellt. Aber ich werde merken, wenn die Flamme nicht mehr brennt, und heute habe ich sie noch", antwortet der 33-Jährige zuletzt.

"Ich habe das Ende im Kopf, aber wenn ich es mir vorstellen will, bleibt es unklar", fügt er hinzu. "Ich werde aber nicht im Team bleiben, nur weil ich Nikola Karabatic bin. Sicher nicht."

Und so wird auch der aktuellen ÖHB-Mannschaft noch einmal die Gelegenheit zuteil, in einem Pflichtspiel gegen den größten Handballer der Gegenwart anzutreten. Denn in den letzten 20 Jahren war ein freundschaftliches 28:30 anno 2015 das einzige Duell mit Frankreich.

Vielleicht wird man zu einem kleinen Stolperstein auf dem Weg zur nächsten großen Marke der Franzosen.

Textquelle: © LAOLA1.at

Handball: Norwegen vergibt gegen Frankreich WM-Revanche

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