Nächster Rückschlag für das ÖHB-Team

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Am Tag nach der 26:27-Niederlage zum Start der EURO 2018 in Porec gibt es für das ÖHB-Nationalteam den nächsten Rückschlag zu verkraften.

Alexander Hermann fällt für die restliche EM aus. Der 26-jährige linke Rückraumspieler verletzt sich während der zweiten Halbzeit der Auftaktpartie, eine Untersuchung am Samstag bestätigt den Ausfall.

Trotz der Niederlage klammert man sich bei den Österreichern an die Mini-Chance auf den Aufstieg, der gegen Weltmeister Frankreich und Vize Norwegen noch geholt werden soll. "Wir haben nichts mehr zu verlieren", meint Robert Weber.

Zu viele technische Fehler

"Minus eins ist sehr bitter", stöhnt Rückraummann Gerald Zeiner nach der "Finalpartie" gegen die Weißrussen, in der man stets einem Rückstand nachlief. Ein Sieg schien in Reichweite, aber: "Es waren durch das Spiel einfach zu viele technische Fehler", wie Zeiner bemerkt. "Und wir haben einfach zu viele Zeitstrafen kassiert, da war es halt auch schwierig, das Spiel zu drehen".

Trainer Patrekur Johannesson gesteht "dumme Zweiminutenstrafen" ein. Sechs davon in der zweiten Hälfte. Abgesehen davon ließ Österreich auch auf den Flügelpositionen und am Kreis aus, gelangen kaum Gegenstoßtore.

Weißrusslands Rückraumspieler Vladislav Kulesh, der sieben Treffer landete, war nur schwer in Griff zu bekommen. Auch einer etwas offensiveren Deckungsvariante nach der Pause war nur zu Beginn Erfolg beschieden. "Nach zehn Minuten in der zweiten Hälfte hat ein bisschen die Kraft gefehlt", sagt Weber.

Die Einstellung hat gepasst 

Trainer Johannesson, der sich monatelang auf die vermeintliche "Finalpartie" gegen die Truppe seines einstigen Coaches Iouri Shevtsov vorbereitet hatte, nimmt seine Mannen in Schutz: "Einstellung und Körpersprache waren top und deutlich besser als in den Testspielen."

Ganz ohne Kritik kommt freilich auch der Isländer nicht aus. "In wichtigen Phasen hat auch ein bisschen die Disziplin gefehlt", spricht er zwei missglückte Risikopässe in jener Phase an, an deren Ende der Gegner knapp drei Minuten vor Schluss auf 27:24 davonzog.

Auch, dass zumindest der Start mit dem 38-jährigen Blitzcomebacker Vitas Ziura nicht nach Wunsch glückte, blieb Johannesson nicht verborgen. "Da wollte er vielleicht ein bisschen zu viel zeigen", befindet der langjährige ÖHB-Teamchef. "Aber dann hat er es gut gemacht."

Sehr gut machte es jedenfalls Jungstar Nikola Bilyk, der mit acht Treffern glänzte und zum Mann des Spiels gewählt wurde. "Wir geben sicher nicht auf", versichert der Kiel-Legionär.

Für Frankreich nur ein Testspiel?

Weber bringt nicht zuletzt die Erwartungshaltung von außen, aber auch von innen als Mitgrund für den verpatzten Start der in Teilen recht unerfahrenen Truppe ins Spiel. "Vielleicht war der Druck für die Mannschaft einfach zu groß", meint der 32-Jährige. "So blöd es klingt: Die Aufgaben gegen Frankreich und Norwegen werden die einfachsten, weil wir nichts zu verlieren haben."

Erst aber gilt es, die Niederlage zu verarbeiten. Der Stachel sitzt auch am Tag danach "ganz tief. Die Enttäuschung kann man nicht so leicht über Nacht wegwischen. Ich habe nur drei Stunden geschlafen."

Vor den anstehenden Herkulesaufgaben zunächst gegen den Weltmeister und dann gegen den Vizeweltmeister ist für Weber eines klar: "Wir müssen uns ganz auf uns konzentrieren und an uns glauben. Der Mut und der Wille sind das Entscheidende." Motto: Wir haben keine Chance, also nützen wir sie.

Für Johannesson sind die Franzosen, die am Freitag ein hochklassiges Spiel gegen Norwegen im Finish noch drehten, "eigentlich Maschinen". Seine Hoffnung: "Kann sein, dass sie es wie ein Testspiel nehmen."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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