Straka nimmt zum fünften Mal Anlauf auf Masters in Augusta
Die Generalprobe hat der Wiener verpatzt. Scheffler und McIlroy als Favoriten beim 90. Masters. Mit Woods und Mickelson fehlen Mehrfachsieger.
Österreichs Topgolfer Sepp Straka schlägt ab Donnerstag bei der 90. Ausgabe des Masters in Augusta/Georgia ab.
Es ist sein fünfter Anlauf beim ersten und prestigereichsten Majorturnier des Jahres. Der ganz große Schlag im Golf-Heiligtum an der Magnolia Lane ist dem gebürtigen Wiener noch nicht gelungen. Diesen schaffte im Vorjahr Rory McIlroy: Der Nordire vollendete seinen Karriere-Grand-Slam und holte sich endlich das lang ersehnte grüne Sakko. Er gilt erneut als Mitfavorit.
Straka hat in seiner Karriere für einen rot-weiß-roten Golfer zahlreiche Bestmarken gesetzt: vier Siege auf der PGA-Tour, darunter ein hochkarätiges Signature-Turnier, zweifacher Ryder-Cup-Champion, Top 10 der Weltrangliste, mehr als 31 Millionen Dollar an offiziellem Preisgeld. Was zur golferischen Unsterblichkeit fehlt, ist ein Sieg bei den vier größten Events des Jahres. "Ein Major zu gewinnen, ist das große Ziel", hatte Straka schon vor geraumer Zeit als Devise ausgerufen.
Verpatzte Generalprobe
Seine bisherige Saison hatte ihre Höhen und Tiefen: Zum Auftakt verpasste Straka im kalifornischen La Quinta als Titelverteidiger den Cut. Dafür puttete er sich bei den Topevents in Pebble Beach bzw. der Players Championship auf die Ränge zwei und acht. Die Generalprobe auf der PGA-Tour am Wochenende in San Antonio verlief wieder nicht nach Wunsch, bei den Texas Open kam Österreichs Nummer eins nicht ins Wochenende.
Für Straka ist die Rückkehr ins Augusta National ein bisschen auch wie ein Heimkommen. Der 32-Jährige lebt zwar in Alabama, wuchs aber nach dem Umzug 2007 von Österreich in die USA in Valdosta in Georgia auf. Sein Studium absolvierte er an der University of Georgia in Athens, keine zwei Stunden von Augusta entfernt. Im Vorjahr lief es beim Masters auf dem tückischen Par-72-Kurs mit dem erstmals verpassten Cut nicht gut für das ÖGV-Ass. In den Jahren davor war er 16. (2024), 46. (2023) bzw. 30. (2022) geworden.
Holt Scheffler sein drittes Jacket?
Auch wenn die 18 Löcher zwischen Clubhaus und Amen Corner selbst die weltbesten Golfer zur Verzweiflung bringen können, so gab es in den letzten Jahren fast ausschließlich Favoritensiege. Daher gelten unter den 91 Startern der Weltranglistenerste Scottie Scheffler und McIlroy, die Nummer zwei, auch heuer wieder zu den heißesten Erfolgskandidaten. Die US-Spieler Bryson DeChambeau und Xander Schauffele sowie der Spanier Jon Rahm, Ludvig Aberg aus Schweden oder der Engländer Tommy Fleetwood werden in den Wettbüros ebenfalls hoch gehandelt.
US-Star Scheffler hat bereits zwei "Green Jackets" in der Garderobe hängen, nach starkem Saisonbeginn ist zuletzt sein Spiel ein wenig abgekühlt. Bei seinem Home-Event in Houston sagte er kurzfristig seine Teilnahme ab, weil er mit seiner Frau zum zweiten Mal Nachwuchs erwartete. Am Sonntag wärmte sich Scheffler schon vor den Augen seines zweiten Sohnes Remy auf.
McIlroy kann befreit aufspielen, nachdem er im Vorjahr im 17. Anlauf die neun Kilogramm schwere Clubhaus-Trophäe in die Höhe stemmen und er dadurch heuer erstmals das Champions Dinner ausrichten durfte. "Es macht mich nicht weniger motiviert, rauszugehen, gut zu spielen und zu versuchen, das Turnier zu gewinnen. Aber ich bin jetzt entspannter", sagte der Nordire, der in den letzten Wochen mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte. Sollte er neuerlich triumphieren, würde ihm als erstem Akteur seit Tiger Woods in den Jahren 2001 und 2002 das Double in aufeinanderfolgenden Jahren gelingen. Zuvor war das mit Nick Faldo (1989/1990) und Jack Nicklaus (1965/1966) nur zwei weiteren Spielern gelungen.
Woods trotz Abwesenheit großes Gesprächsthema
Woods ist als Fünffachsieger der große Abwesende. Durch seinen Autounfall hatte er zuletzt für reichlich Negativschlagzeilen gesorgt. Deshalb ist er auch beim Masters Gesprächsthema. "Er ist ein Mensch wie alle anderen auch und wir haben Schwierigkeiten. Es ist schade. Das Einzige, was ich nicht verstehe, ist, dass es ein bisschen egoistisch ist von ihm, Auto zu fahren und andere Leute in Gefahr zu bringen", sagte Jason Day. "Aber wenn du der Spieler bist, der er war, und so einen starken Willen hat, dann denkt er, er schafft fast alles. Und deswegen fährt er vermutlich, auch wenn er ein bisschen unter Drogeneinfluss steht."
Mit Phil Mickelson hat ein weiterer Mehrfachsieger (drei Masters-Titel) aus persönlichen Gründen abgesagt.