Endstand
17:20
0:7 , 10:3 , 0:0 , 7:7 , 0:3
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Williams-Magic zu wenig! Rams gewinnen Overtime-Krimi in Chicago

Der Bears-Quarterback erzwingt mit einem der verrücktesten Plays der NFL-Geschichte die Overtime in den Divisional-Round-Playoffs - in dieser jubeln am Ende aber die Los Angeles Rams.

Williams-Magic zu wenig! Rams gewinnen Overtime-Krimi in Chicago Foto: © GETTY

Die Los Angeles Rams (#5) komplettieren das Championship-Game-Weekend der NFL-Playoffs.

Die Rams setzen sich am Sonntag im letzten Spiel der Divisional-Round-Playoffs auswärts bei den Chicago Bears (#2) mit 20:17 nach Overtime durch.

Los Angeles ist im Schneefall von Chicago Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit sieben Punkte voran, ehe Caleb Williams seine Bears mit einem der spektakulärsten Plays der NFL-Geschichte (Video unten) noch in die Overtime rettet.

In der Verlängerung wirft der Bears-Quarterback jedoch seine dritte Interception des Tages, und Kicker Harrison Mevis wird zum Helden der Rams.

Im NFC Championship Game am kommenden Sonntag treffen die Los Angeles Rams im Kampf um den Einzug in die Super Bowl auswärts auf die topgesetzten Seattle Seahawks.

SO LIEF DAS SPIEL:

Das Spiel beginnt gleich mal mit einem Bears-Turnover nach nur wenigen Spielzügen. Caleb Williams klopft mit seinem Team bereits an der Redzone an - sein Passversuch bei 4th & 2 an der gegnerischen 21-Yard-Line misslingt jedoch völlig. Anstelle zu einem Mitspieler segelt der Ball zu Cobie Durant, der den Football interceptet.

Besser macht es Matthew Stafford in seinem ersten Drive des Spiels. Der Rams-Quarterback orchestriert einen 85-Yard-Drive, der 14 Plays einschließt und über sechseinhalb Minuten dauert. Den Schlusspunkt setzt Running Back Kyren Williams mit einem 4-Yard-Touchdown-Lauf.

7:0 für Los Angeles.

Doch auch Caleb Williams kann einen Touchdown nachlegen. Die Bears-Offense benötigt zwölf Plays und 6:25 Minuten, ehe der Ball in der Endzone ankommt. Williams und Co. sind an der Goal-Line bereits bei Fourth Down angekommen, bleiben jedoch aggressiv und gehen aufs Ganze. Das zahlt sich aus: D.J. Moore fängt den 3-Yard-Touchdown-Pass von Williams.

Der Stand zu Beginn des zweiten Viertels: 7:7.

Die Rams müssen in weiterer Folge drei Mal in Serie punten - auch weil der Druck der Bears-Defense auf Matthew Stafford zunimmt. Unter anderem hat man auch Glück, als Kyren Williams einen Fumble von Stafford, erzwungen von Montez Sweat, recovert.

Doch auch die Rams-Defense ist in der ersten Halbzeit mit starken Plays zur Stelle. So auch bei 4th & 1 an der 32-Yard-Linie der Rams, als Chicago-Running-Back Kyle Monangai kurz vor der Line of Scrimmage gestoppt wird und man so einen Turnover on Downs forciert.

Die nächsten Punkte des Spiels gehören aber Chicago: Nach einem 27-Yard-Pass von Williams zu Rome Odunze finden sich die Bears schnell in Field-Goal-Range wieder. Ein paar Plays später wird Cairo Santos aufs Feld geholt. Der Bears-Kicker bleibt cool aus 48 Yards und bringt Chicago 10:7 in Führung.

1:10 Minuten sind zu diesem Zeitpunkt in Halbzeit eins noch auf der Uhr.

Auch Los Angeles kann das zweite Viertel mit drei Punkten abschließen. Stafford führt sein Team bis an die gegnerische 14-Yard-Linie, wo man dann Harrison Mevis ein 32-Yard-Field-Goal schießen lässt.

Dieses sitzt. Halbzeit-Stand: 10:10.

Die zweite Spielhälfte beginnt mit zwei Rams-Punts und einem Bears-Punt. Erneut ist Los Angeles im Glück, dass Stafford seinen eigenen Fumble nach einem Strip-Sack, diesmal von Dominique Robinson, recovern kann.

Vier Minuten vor Ende des zweiten Viertels kommt dann auch noch eine weitere Williams-Interception dazu. Wieder wirft er den Ball zu Durant, der die Rams an der Mittellinie in Ballbesitz bringt.

Für Rams-Punkte reicht es im folgenden Drive trotzdem nicht. Nach drei aufeinanderfolgenden Stafford-Incompletions ist L.A. zum Punten gezwungen.

Die Bears bekommen den Football zum Start des letzten Viertels zurück, doch auch sie müssen wenige Plays später punten.

Sechs Spielminuten später taucht allerdings wieder ein Touchdown am Scoreboard auf: Stafford führt seine Rams in 14 Plays 91 Yards das Feld hinunter. Zwar wird man sieben Yards vor der gegnerischen Endzone in einen vierten Versuch grdrängt, Puka Nacua verwertet bei 4th & 1 jedoch mit einem 2-Yard-Run.

Gleich mit dem nächsten Spielzug ist der Ball in der Endzone: Kyren Williams sorgt mit seinem zweiten Rushing-Touchdown des Tages für die 17:10-Führung für die Rams.

8:50 Minuten noch auf der Uhr.

Ein erfolgreicher 28-Yard-Lauf von Caleb Williams bringt die Bears im folgenden Drive rasch in Field-Goal-Range. Kurz darauf klopfen sie sogar an der Endzone an.

Bears-Running-Back D'Andre Swift probiert sich mehrere Male, schafft es jedoch nicht über die Goal-Line - womit man bei Fourth Down ankommt. Williams versucht das Ergebnis mit einem Pass Richtung Luther Burden auszugleichen, Rams-Linebacker Omar Speights ist jedoch schneller und wischt den Ball weg. Turnover on Downs.

3:03 Minuten noch zu spielen.

Chicagos Defense braucht unbedingt einen Stopp - und liefert. Kyren Williams erläuft zwar einen First Down, pünktlich zur Two-Minute-Warning ist Los Angeles jedoch zum Punten gezwungen.

Rams-Punter Ethan Evans liefert zum falschen Zeitpunkt einen seiner schlechteren Punts. Der Ball kommt direkt an der Mittellinie zur Ruhe. Genau hier darf Caleb Williams seinen finalen Drive starten.

Den Bears bleiben zu diesem Zeitpunkt exakt 1:50 Minuten, um das Spiel mit einem Touchdown entweder auszugleichen oder im Falle einer erfolgreichen Two-Point-Conversion womöglich sogar zu gewinnen.

Lange braucht Williams nicht, um seine Bears in die Redzone zu führen, an der 14-Yard-Linie gibt es jedoch zwei Incompletions hintereinander und somit einen vierten Versuch.

Mit der Saison auf dem Spiel passiert dann eines der verrücktesten Plays der NFL-Playoff-Geschichte: Williams wird bei seinem Dropback auf Anhieb von mehreren Rams-Verteidigern unter Druck gesetzt, weshalb der Bears-Quarterback mehrere Yards nach hinten scramblet. Tatsächlich ist er bereits an der 40-Yard-Linie, als er sich umdreht und den Ball auf gut Glück in die Endzone wirft. Dort steht Cole Kmet goldrichtig und fängt den Football - Touchdown! Auch Cairo Santos' Extrapunkt ist gut. 17:17.

18 Sekunden sind hier noch auf der Uhr. Im Anschluss geht es direkt weiter in die Overtime.

Die Rams erhalten als erstes Team den Ball in der Overtime, lange hält der Drive jedoch nicht an. Nach drei Laufspielzügen hintereinander ist Los Angeles zum Punten gezwungen.

Somit ist auch klar: Next Score wins.

Chicago erhält den Ball an der eigenen 16-Yard-Linie zurück. Schon früh im Drive konvertiert Williams einen Third-Down-Versuch mit einem Lauf, bei dem er am Ende einen harten Hit einsteckt.

Wenige Plays später zwingt die Rams-Defense Chicago in der eigenen Spielhälfte in einen vierten Versuch. Bears-Head-Coach Ben Johnson lässt seine Offense am Feld - und diese konvertiert. Ein Williams-Sneak hält den Drive am Leben.

Kurz darauf jedoch der Turnaround! Williams versucht einen tiefen Pass in Richtung D.J. Moore, allerdings segelt der Ball in die Hände von Rams-Safety Kamren Curl, der mit seiner Interception Los Angeles neues Leben einhaucht.

Stafford startet seinen Drive, um das Spiel zu gewinnen, an der eigenen 22-Yard-Linie. Nach erfolgreichen Pässen zu Colby Parkinson, Davante Adams und Puka Nacua finden sich die Rams schnell in Field-Goal-Range wieder.

Stafford probiert zwei weitere Würfe Richtung Endzone, welche jedoch von Chicago verteidigt werden. So muss Rams-Kicker Harrison Mevis ausrücken. Dieser verwertet seinen Kick aus 42 Yards und schickt seine Mannschaft damit ins NFC Championship Game.

DAS BEDEUTET ES FÜR BEIDE TEAMS:

Die Los Angeles Rams wahren ihre Chance auf die Super Bowl. Matthew Stafford hat in Chicago sicher nicht sein bestes Spiel abgeliefert, aber ist in den entscheidenden Momenten cool geblieben und hat die Fehler vermieden, die sein Gegenüber Caleb Williams gemacht hat.

Die Erfahrung macht es aus in Los Angeles. Denn an dieser mangelt es bei Matthew Stafford und Head Coach Sean McVay auf dieser Bühne nicht. Das sieht bei den Seattle Seahawks etwas anders aus.

Der Divisionsrivale wartet kommenden Sonntag als Gegner im NFC Championship Game. Das erste Saison-Duell mit Seattle konnten noch die Rams in Los Angeles mit 21:19 für sich entscheiden. Wenige Wochen später unterlag man den Seahawks auswärts 37:38 nach Overtime. Es war eine bittere Niederlage für L.A., lag man doch zwischenzeitlich bereits viele Punkte voran, noch dazu verspielte man die Chance auf den Nummer-1-Seed in der NFC. Diesen hat stattdessen Seattle geholt - womit die Seahawks auch am kommenden Sonntag Heimrecht haben.

Für Chicago endet hingegen eine Saison, mit der man in dieser Form nicht rechnen durfte. Head Coach Ben Johnson hat die Bears gleich in seinem ersten Jahr im Amt zu einem Sieger-Team geformt, das vor allem mit spektakulären Comebacks glänzen konnte.

Der Gewinn der NFC North sowie der erste Playoff-Sieg der Bears-Franchise seit 15 Jahren sind bereits große Erfolge gewesen, setzt sich die beeindruckende Entwicklung von Caleb Williams, der sich in seinem zweiten NFL-Jahr als einer der nervenstärksten Quarterbacks der Liga etablierte, in dieser Art fort, wird mit den Chicago Bears auch in den kommenden Jahren zu rechnen sein.

CHICAGO BEARS:

Name

Passing Yards

Rushing Yards

Receiving Yards

Caleb Williams

257 (2 TDs, 3 Int)

40

D'Andre Swift

76

Kyle Monangai

36

36

D.J. Moore

8

52 (1 TD)

Colston Loveland

56

Rome Odunze

44

Cole Kmet

31 (1 TD)

Luther Burden

24

Olamide Zaccheaus

9

Durham Smythe

5

LOS ANGELES RAMS:

Name

Passing Yards

Rushing Yards

Receiving Yards

Matthew Stafford

258

-1

Kyren Williams

87 (2 TDs)

30

Blake Corum

19

Puka Nacua

6

56

Colby Parkinson

56

Jordan Whittington

35

Tyler Higbee

27

Davante Adams

24

Terrance Ferguson

19

Konata Mumpfield

11


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