Endstand
6:30
3:0 , 3:7 , 0:0 , 0:23
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Texans beenden womöglich die Karriere von Aaron Rodgers

Trotz dreier Turnover von C.J. Stroud feiert Houston den ersten Playoff-Auswärtssieg der Franchise-Historie.

Texans beenden womöglich die Karriere von Aaron Rodgers Foto: © GETTY

Die Houston Texans komplettieren die Divisional Round der NFL-Playoffs.

Mit einem zu deutlichen 30:6-Auswärtssieg setzt sich der Nummer-5-Seed bei den Pittsburgh Steelers (#4) durch. Es könnte das letzte Spiel in der Karriere von Aaron Rodgers gewesen sein, der mit nun 42 Jahren jedenfalls im Juli seinen Rückzug nach dieser Saison ankündigte.

Schlüssel ist der hohe Druck der Houston-Defense auf den "Oldie", der wenig Zeit für seine Pässe hat und die Offense nie ins Rollen bringt. Auf der Gegenseite unterlaufen zwar C.J. Stroud gleich drei Turnover in der ersten Halbzeit, das sorgt letztendlich aber nur dafür, dass die Partie (zu) lange offen bleibt.

Die Texans treffen nun auswärts auf die New England Patriots.

SO LIEF DAS SPIEL:

Pittsburgh startet nur vermeintlich schwungvoll ins Spiel: Ein Lauf von Jaylen Warren und ein Screen-Pass auf den von seiner Suspendierung zurückgekehrten D.K. Metcalf sorgen mit den ersten beiden Spielzügen zwar sofort für First Downs, dann meldet sich die Texans-Defense aber mit einem sofortigen Stopp an.

Houston sorgt im dritten Spielzug für das erste Big Play: C.J. Stroud findet Christian Kirk für 36 Yards.

Wirklich fruchtbar wirkt sich das nicht aus, an der Mittellinie gelingt auch den Steelers der Stopp.

Metcalf steht sofort wieder im Fokus: Von der Defense völlig vergessen, bringt er die Steelers schnell in die gegnerische Hälfte. Mit dem folgenden Pass auf ihn zieht er die Pass Interference - binnen zwei Spielzügen steht Pittsburgh an der 33.

Auch Kenneth Gainwell hat Houston nicht sofort im Griff, dafür steigt der Druck auf Aaron Rodgers sukzessive. Der Veteran trifft dadurch zwei vorschnelle Entscheidungen, die Pässe gehen ins Nichts - und die Steelers müssen sich mit einem Field Goal begnügen.

Den ersten Turnover gibt es nach einem missglückten Trick: Ein Flea Flicker bringt Stroud nicht genug Zeit, er wird beim Pass behindert und der Ball landet bei Yahya Black.

Einen perfekten tiefen Pass in Metcalfs Hände lässt der Receiver danach fallen, aber es zeigt sich erneut, dass die Defense der Gäste ihre Probleme mit ihm hat. Trotzdem kostet das den Drive, der zumindest mit einem tiefen Punt beendet wird.

Dennoch kommt die Houston-Offense nun auch ins Rollen - nicht über Big Plays, sondern beständige Short Yardages. Erst Woody Marks mit einem knappen 20-Yards-Lauf eröffnet die Red Zone. Folgerichtig ist auch der erste Touchdown ein kurzer Pass auf Christian Kirk für sechs Yards.

Es zeigt sich noch deutlicher, dass Druck auf Rodgers ein Schlüsselelement sein wird. Das gelingt dreimal gut, ein Three-and-Out ist die Folge.

Doch fehlerhaft bleibt auch Stroud: Nach einem schlechten Snap kommt Druck, der Texans-QB ist mit der Situation kurz überfordert und sichert den Ball nicht richtig. Der Fumble landet bei den Steelers, die mit diesem zweiten Turnover sofort an der 21 stehen.

Zwar ist die Texans-Defense giftig, aber die Steelers beweisen Mut und spielen ein 4th and 2 erfolgreich aus. Wirklich belohnt wird dieser Mut allerdings nicht, mit der Two-Minute-Warnung müssen sich die Gastgeber mit dem zweiten Field Goal begnügen und stellen auf 6:7 - so bleibt es zur Halftime.

Denn die letzten zwei Minuten der ersten Hälfte legen die Texans konservativ an. Mit einer Ausnahme: Ein tiefer Pass auf Jaylin Noel, dem der Ball allerdings aus den Händen geschlagen wird. Punkte werden auch durch einen völlig verfehlten Pass auf Nico Collins keine gemacht, der Receiver kann seine völlig offene Position durch das schlechte Zuspiel von Stroud nicht nutzen.

Stroud macht den nächsten Fehler

Die zweite Hälfte beginnt mit Ballbesitz Houston, und der Drive sieht auch lange gut aus: 16, 14, 14, 9 Yards geht es voran, und die Texans schaffen es in die Red Zone.

Dann passiert dem Texans-QB bereits sein dritter Turnover: Stroud unterwirft den Ball auf Hutchinson, Brandin Echols hat das Leder, keine Punkte für die Gäste.

Es folgt allerdings ein zäher Drive der Steelers, die sich nur über ein First Down retten. Bei einem tiefen Pass auf Calvin Austin hat Houston-Cornerback Kamari Lassiter Glück, die Pass Interference nicht geahndet zu bekommen.

Die Texans gehen Three-and-out, das dritte Viertel bleibt ein sehr defensivbetontes. Die Steelers entgehen einem folgenschweren Fehler, als Rodgers den Ball fumblet, dieser aber recovert wird. Wieder gibt es einen Punt anstelle von Zählern.

Big-Play-Alarm gibt es erst kurz vor dem letzten Seitenwechsel: Kirk geht tief, Stroud hat einmal Zeit und das Duo bringt die Texans an die 35. Allerdings muss Einser-Receiver Collins kurz darauf vom Feld, er sollte auch nicht mehr zurückkehren.

Der Drive sorgt zumindest für ein Field Goal, womit es 10:6 steht.

Der hohe Druck auf Rodgers wird danach zur spielentscheidenden Szene: Ein Sack wird zum Fumble, Sheldon Rankins übernimmt den Ball und trägt ihn für 33 Yards in die Endzone - 17:6, und 11:23 Minuten vor Ende sieht das wie eine Vorentscheidung aus.

Wut im Bauch ist die Reaktion: Rodgers versucht, den Ball schneller und tiefer loszuwerden. Das Offensivspiel Pittsburghs bleibt aber zu fehlerbehaftet, an der Mittellinie ist wieder Schluss. Mit 9:36 Minuten auf der Uhr entscheiden sich die Steelers dagegen, den vierten Versuch schon auszuspielen.

Bei den Texans beginnt hingegen folgerichtig das Clock Management. Dank einer langen Reception von Kirk geht es trotzdem wieder in die gegnerische Hälfte, keine vier Minuten vor dem Ende findet Woody Marks die Endzone.

Und als wäre das alles nicht schlimm genug für Rodgers, dessen Karriere womöglich mit einem Nackenschlag zu Ende geht, wirft er auch noch eine Pick Six auf Calen Bullock.

Die Houston Texans fordern in der Divisional Round der AFC auswärts die New England Patriots.

DAS BEDEUTET ES FÜR BEIDE TEAMS:

Trotz der Anlaufschwierigkeiten in die Partie bleiben die Houston Texans eines der heißesten Teams der AFC. Nach neun Siegen zum Abschluss der Regular Season gelingt nun der zehnte Erfolg en suite.

Im insgesamt siebten Anlauf gelingt der jüngsten Franchise der NFL, die erst seit 2002 am Spielgeschehen teilnimmt, der erste Auswärtssieg in einem Playoff-Spiel. Aufrecht bleibt hingegen eine Serie für C.J. Stroud, der nun auch in seiner dritten Saison in der Liga ein Playoff-Spiel gewinnt.

Die Defense unterstreicht in Pittsburgh, zu den besten der NFL zu gehören, und darf sich nun mit einer Offense beschäftigen, die gegen die Los Angeles Chargers nicht wirklich zu überzeugen wusste.

Für die Pittsburgh Steelers hält das Warten an, letztmals gelang ihnen vor neun Jahren ein Sieg in den Playoffs. Auf einigen Schlüsselpositionen ist unklar, wer den nächsten Anlauf anführen soll.

Aaron Rodgers unterschrieb nur einen Einjahres-Vertrag, ist nun wieder Free Agent. Im Juli äußerte sich der nun 42-Jährige hinsichtlich seiner Zukunft, dass es seine letzte Saison werden soll. Eine endgültige Entscheidung darüber hat er allerdings noch nicht verkündet.

Zum möglichen Abschied überholte er mit Ben Roethlisberger einen Ex-Steeler, ist nun ewige Nummer drei in Sachen Passing Yards in den Playoffs.

Auch unklar ist, ob Head Coach Mike Tomlin an Bord bleibt. Die Zukunft des längstdienenden Cheftrainers der NFL - er steht seit 2007 in "Steel City" an der Sideline - an Ort und Stelle gilt schon länger als gefährdet, nachdem sich die Steelers über eine Playoff-Qualifikation mit Ach und Krach nie weiterentwickelten. Dieser Status hat auch im Jahr 2026 seine Gültigkeit.

PITTSBURGH STEELERS:

Name

Passing Yards

Rushing Yards

Receiving Yards

Aaron Rodgers

146, 17/31 (1 INT)

Jaylen Warren

43

4

DK Metcalf

42

Kenneth Gainwell

20

26

Marquez Valdes-Scantling

26

Adam Thielen

25

Pat Freiermuth

18

Calvin Austin

8

Jonnu Smith

-1

HOUSTON TEXANS:

Name

Passing Yards

Rushing Yards

Receiving Yards

C.J. Stroud

250 (1 TD, 1 INT)

11

Christian Kirk

144 (1 TD)

Woody Marks

112 (1 TD)

Xavier Hutchinson

21

Nico Collins

21

Cade Stover

4

13

Dalton Schultz

12


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