Die 15 größten Stadien Nordamerikas
Seattle Seahawks
31:27-Sieg gegen die Los Angeles Rams
by austrianViking
Die Seattle Seahawks haben in einem hochklassigen Schlagabtausch bewiesen, dass sie auch gegen eine gut aufgelegte Rams-Offense bestehen können. Der größte Gewinner aber ist Sam Darnold.
Jahrelang wurde er als Draft-Bust belächelt, in diesem Championship-Game aber hat er seine eigene Geschichte umgeschrieben. In einem packenden Duell mit Matthew Stafford behielt Darnold die Nerven: 346 Yards, drei Touchdowns und – am wichtigsten – null Ballverluste. Besonders beeindruckend war seine Ruhe unter Druck, alle drei Touchdown-Pässe warf er trotz Pressure. Für Darnold schließt sich nun ein Kreis: Ausgerechnet in der Super Bowl trifft er auf die Patriots, jenes Team, gegen das er einst "Geister sah".
Die Defense unter Mike Macdonald zeigte bemerkenswerte Nervenstärke. Obwohl Stafford starke Zahlen auflegte, erstickte Seattle die Rams bei den entscheidenden Third Downs – nur einer von acht Versuchen gelang. Diese Effizienz in den Schlüsselmomenten machte den Unterschied.
Offensiv dominierte neben Darnold vor allem Jaxon Smith-Njigba, der mit 153 Receiving Yards und einem Touchdown unterstrich, dass er momentan zu den besten Receivern der Liga gehört. Nicht vergessen darf man Cooper Kupp: Ausgerechnet gegen sein altes Team erzielte er den vorentscheidenden Touchdown zum 31:20. Dass er in den Schlussminuten auch das kritische Third Down (über das man sicher köstlich diskutieren kann) per Catch verwandelte, um die Uhr herunterlaufen zu lassen, macht die Geschichte perfekt.
Seattle hat das komplette Paket gezeigt: einen Quarterback in Topform, eine Defense, die in den entscheidenden Momenten liefert, und Playmaker, die genau dann da sind, wenn das Spiel zu kippen droht. Die Seahawks wirken bereit für die Super Bowl.
Like this tweet if Jaxon Smith Njigba is the best WR in the NFL. Trying to prove a point
— Burch (@braden_burcham_) January 26, 2026
pic.twitter.com/K79q3NVahy
Los Angeles Rams
27:31-Niederlage gegen die Seattle Seahawks
by austrianViking
Eigentlich fühlt es sich falsch an, nach diesem Wochenende von Verlierern zu sprechen. Alle vier Teams haben auf ihre Weise bewiesen, warum sie diese Saison zur Elite der NFL gehören: Denver hielt die Patriots-Offense bei zehn Punkten, und die Rams lieferten gegen die beste Defense der NFC eine fast perfekte Show ab. Doch im Football entscheidet die Effizienz über das Schicksal – und die war in Los Angeles an diesem Sonntag gnadenlos.
Matthew Stafford lieferte ein Topspiel ab, steht am Ende aber mit leeren Händen da. Mit 374 Yards, drei Touchdowns und null Interceptions ist er der erste Quarterback in der Geschichte eines Conference-Championship-Games, der diese Werte erreicht und dennoch verliert. Er hat das Team getragen, keine Fehler gemacht und wurde dennoch zur tragischen Figur dieses Spieltags.
Dass es trotz Staffords Gala nicht gereicht hat, lag an zwei Faktoren. Erstens: die Third-Down-Effizienz. Die Rams glänzten bei den Big Plays, aber im Kleinvieh-Geschäft stockte der Motor. Eine Quote von nur einem verwerteten Third Down bei acht Versuchen ist auf diesem Niveau meist das Todesurteil. Man schaffte es nicht, die Drives am Leben zu halten und die Uhr zu kontrollieren.
Zweitens: ein individueller Fehler in einem denkbar ungünstigen Moment. Xavier Smith ließ einen Punt durch die Hände gleiten, und Seattle übernahm den Ball tief in der Red Zone. Was folgte, war ein direkter Touchdown der Seahawks. Ein Moment der Unkonzentriertheit, der das gesamte Momentum kippte.
Die Rams sind nicht an mangelnder Qualität gescheitert. Sie haben gegen ein bärenstarkes Seattle-Team bis zur letzten Sekunde gekämpft. Es war ein Wochenende, an dem kein Team den Titel "Verlierer" verdient hätte, aber am Ende entscheiden eben die Third Downs und die Special Teams darüber, wer nach Santa Clara reist und wer die Saison mit einem "Was wäre wenn?" beenden muss.
Xavier Smith cost the Rams in the NFC Championship pic.twitter.com/Vb0xvSzguV
— Zach Sports (@zachsports503) January 26, 2026
Patrick Surtain (und die Defense der Broncos)
7:10-Niederlage gegen New England Patriots
by MatB
Ich wollte diese Woche unbedingt die Defense der Denver Broncos unterbringen. Sie waren, gemeinsam mit Punter Jeremy Crashaw (dazu später noch mehr), der Hauptgrund, warum das Spiel gegen die New England Patriots bis zum Schluss offen blieb.
Warum habe ich mich hier für Pat Surtain entschieden? Ganz einfach, gefühlt war er bei jedem Stopp vorhanden, sei es in seiner "gewohnten" Zone, in der Secondary, oder hinter der Line of Scrimmage, um den QB zu hitten oder den Running Back zu stoppen. Durch seine Präsenz gingen Löcher für seine Mitspieler auf, sei es für D.J. Jones, Talanoa Hufanga oder Zach Allen, um nur einige zu nennen.
Insgesamt ließen die Denver Broncos lediglich 206 Yards zu gegen den drittbesten Angriff nach Offense-Yards bzw. sechstbeste Offense im Laufspiel und viertbeste Offense im Passspiel. Drake Maye, einer der beiden MVP-Kandidaten, wurde bei 86 Yards gehalten. Passing-Touchdown? Fehlanzeige. Lediglich ein Mal konnte Maye in die Endzone laufen und das war der einzige Touchdown der Patriots an diesem Tag. Serviert wurde dieser von Jarrett Stidham und der Offense. Ich traue mich fast sagen, hätte die Broncos-Offense hier den Fehler nicht gemacht, hätten die New England Patriots an diesem Abend keinen Touchdown erzielt.
Drake Maye war gefühlt das gesamte Spiel unter Druck, hatte selten freie Anspielstationen. 86 Passing Yards mit zehn Completions bei 21 Versuchen. Wenn man jetzt den Pass über 31 Yards an Mack Hollins abzieht, bleiben neun erfolgreiche Pässe für 55 Yards. Sind "6, irgendwas" pro Versuch.
Was dabei besonders auffiel, Maye hatte selten freie Passempfänger, zu gut war die Coverage der Broncos-Secondary, angeführt von Pat Surtain. Hinzu kamen fünf Sacks, sieben Quarterback-Pressures und acht Tackles for Loss der Broncos Defense. Wenn an diesem Abend nicht das fragwürdige Play-Calling und das Kicking-Game gewesen wäre...
.@Patriots @Broncos @PatSurtainll with flawless technique...We can all learn the game from technicians like this. #BaldysBreakdowns pic.twitter.com/gjHV9YvDkS
— Brian Baldinger (@BaldyNFL) January 26, 2026
Kicking Game bei Broncos vs. Patriots
by MatB
Ja, ja... das Play-Calling der Denver Broncos war für uns eine der Unleistungen der Woche - neben dem für mich entscheidenden Fehler von Rams-Punt-Returner Xavier Smith beim Fumble gegen die Seahawks.
Schlussendlich habe ich mich aber für das Kicking-Game im Spiel New England Patriots bei den Denver Broncos im Mile High entschieden. Ein Stadion, wo es den Gerüchten nach einfacher ist, Field Goals zu erzielen. Aufgrund der Höhenlage ist dort weniger Luftwiderstand für den Ball und können Field Goals aus größere Entfernung etwas einfacher erzielt werden.
So nicht an diesem Abend. Bei fünf Fiel-Goal-Versuchen beider Teams konnte tatsächlich nur ein Field Goal erzielt werden. Das eine getroffene Field Goal der Patriots sollte an diesem Abend den Unterschied machen.
Will Lutz hatte in der Regular Season 87,5 % seiner Field Goals verwandelt - oder anders 28 von 32 Versuchen. Je zwei verschossene Field Goals bei Versuchen über 40 bzw. über 50 Yards.
Sein Gegenüber auf Patriots-Seite kam mit ähnlichen Zahlen aus der Regular Season. 27 von 32 macht 84,4 %. Alle vier Versuche über 50 Yards konnte Andres Borregales verwandeln.
An diesem Abend sollte er nur den einen Entscheidenden von drei verwandeln. Dieser war aus 27 Yards. Verpasst hatte er einen aus 63 Yards zum Ende der ersten Hälfte sowie einen Versuch im dritten Viertel aus 46 Yards, wohlgemerkt war das Game hier schon ein "Snowbattle".
Will Lutz hatte zwei Versuche und keinen der beiden konnte er verwandeln: Einen 45-Yarder im Schneefall im vierten Viertel, ärgerlicher war jedoch der Versuch am Ende der ersten Hälfte aus 54 Yards - damit wären die Broncos mit einer Führung in die Pause gegangen.
Viel schlimmer jedoch, dass ihm ein Versuch aus ca. 31 Yards weggenommen wurde. Bei 4th and 1 an der New-England-14. Verstehe ich bis heute nicht. In einem Championship Game mit Jarrett Stidham under Center muss man jeden Punkt mitnehmen, den man nur kann.
#Broncos K Will Lutz misses his 54-yard field goal. pic.twitter.com/3ULOESRWm9
— New England Sports Fellow (@_JosephManning) January 25, 2026
Looks like Broncos kicker Will Lutz was onto something here.
— Phil Perry (@PhilAPerry) January 26, 2026
Denver kicks earlier in the game had been from eight yards off the line of scrimmage. This one looked like it was closer to seven.
Little less time to clear the line, and Patriots DT Leonard Taylor III blocked it. https://t.co/bHhLldIg8n pic.twitter.com/xEQw7vDfsP
LA NIEVE EMPEZÓ A HACER DE LAS SUYAS ❄️
— ONCE Diario (@oncediariomx) January 25, 2026
Andy Borregales, pateador de #Patriots, volvió a fallar su intento de gol de campo por las condiciones climatológicas.
📹 NFLpic.twitter.com/Yxf199gz19
Jeremy Crawshaw
Punter der Denver Broncos
by MatB
Bei vier Mannschaften war es für uns schon nicht so einfach, einen Rookie of the Week zu finden.
Unsere Wahl fiel hier relativ rasch auf Broncos-Punter Jeremy Crawshaw. Der 6-Round-Pick aus dem letzten Draft. Er blieb mir in diesem Spiel neben der Defense der Broncos als Lichtblick in Erinnerung. An ihm lag es nicht, dass die Broncos das Spiel verloren.
Sechs Punts wurden von ihm durchgeführt, mit einem Durchschnitt von 51 Yards. Der längste Punt war 61 Yards, drei der sechs Punts waren innerhalb der 20-Yards-Markierung, die restlichen drei waren Touchbacks. Doch dies ist nicht alles: Die Hangtime war jedes Mal beeindruckend und die Returner der Patriots hatten keine Möglichkeit, Punt-Returns durchzuführen. Lediglich zwei Punt-Return-Yards standen am Ende des Spiels auf der Habenseite der Patriots.
Startpunkt der Drives der Patriots nach einem Punt der Broncos: eigene 8-Yard-Linie, eigene 20-Yard-Linie nach einem Touchback, eigene 10-Yard-Linie, eigene 21-Yard-Linie, eigene 20-Yard-Linie nach einem Touchback, eigene 8-Yard-Linie.
Dies war ein weiterer Grund, dass die Patriots wenig Möglichkeiten zum Scoren hatten, mit dem jeweils langen Feld. Ein weiterer Baustein einer jungen Denver-Broncos-Mannschaft.
4025
by austrianViking
Es gibt Zahlen, die wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Aber für Fans der New England Patriots und der Seattle Seahawks wird die Zahl 4.025 unvergesslich bleiben.
Exakt 4.025 Tage liegen zwischen dem 1. Februar 2015 und dem 8. Februar 2026. Es ist die Zeitspanne zwischen jenem legendären Abend in Arizona – Super Bowl XLIX – und dem kommenden Showdown im Levi's Stadium von Santa Clara, Super Bowl LX.
Vor 4.025 Tagen passierte das Unfassbare. Seattle stand an der 1-Yard-Linie, Sekunden vor dem Ende, den zweiten Titel in Folge vor Augen. Doch statt Marshawn "Beastmode" Lynch den Ball zu geben, warf Russell Wilson eine der folgenschwersten Interceptions der NFL-Geschichte – direkt in die Arme von Malcolm Butler. Dieser Moment hallte durch Seattle wie ein kollektives Trauma, das erst jetzt, nach über einem Jahrzehnt, geheilt werden könnte.
Diese 4.025 Tage waren für die Seahawks eine Ära der Suche, des Umbruchs und des Wartens auf diesen einen Moment: die Chance auf Wiedergutmachung.
Trotz der elf Jahre, die vergangen sind, fühlen sich die Identitäten beider Teams verblüffend vertraut an. Wir sehen die defensivstarken Seahawks, die unter Mike Macdonald wieder zur absoluten Elite gehören, und die eiskalten Patriots, die unter Mike Vrabel genau jenen minimalistischen Sieger-Football spielen, der die Ära Belichick einst begründete.
Get ready to watch Malcom Butlers interception 10000 times over the next two weeks pic.twitter.com/bORIklDDZy
— Tony Palmieri (@ttonez4) January 26, 2026
MatB:
Seid nicht traurig, vermutlich ist dies die letzte User Endzone in diesem Jahr nach einem Spieltag. Es macht vermutlich keinen Sinn, nach der umfangreichen Berichterstattung zur und nach der Super Bowl noch eine User Endzone zu machen. Ihr lest heuer noch von uns, versprochen.
Daher meine "letzte" Meinung zu dieser Saison. Gefühlt wackeln die Coaching-Stühle in der NFL lockerer als noch vergangene Saison. Findet ihr nicht? Liegt es daran, dass viel schneller Erfolg gebracht werden muss/soll? Ist das Vertrauen nicht mehr so lange gegeben oder liegt es einfach an den erfolgreichen jungen Head Coaches? Liam Coen, Ben Johnson oder auch Mike Macdonald, um nur einige zu nennen - es gibt hier sicherlich wesentlich mehr.
Ganze zehn Head-Coach-Wechsel gibt es nach dieser Saison. Die meisten seit 2022 und nur 2009 gab es mit elf mehr.
Was mich besonders wundert, die zwei längstdienenden Head Coaches sind nicht mehr im Amt: Mike Tomlin und John Harbaugh. Harbaugh hat schon wieder einen neuen Job im Big Apple bei den Giants. Dazu auch noch Head Coaches wie Kevin Stefanski und auch Sean McDermott. Klar, unser User RP74 hat diese Kündigungen vorausgesagt, vermutlich ist er der Berater der NFL-Teams, was die Coaches betrifft.
Ich bin schon sehr gespannt, was hier die neue Saison bringt, sind ja noch einige Spots offen. Und was haltet ihr von den bisherigen Coach-Entscheidungen? Mike McCarthy zu den Steelers: Ich denke, das wird die erste negative Saison seit Jahren. Stefanski und Falcons könnte gut passen, wenn er einen fähigen OC bekommt, den er auch das Vertrauen schenkt. Ob die Changes bei diesen Teams Erfolg bringen? Es wäre schön, wenn das Playoff-Feld wieder etwas durchgemischt wird. Ich möchte nicht die Patriots wieder in sieben der nächsten zehn Super Bowls haben und vermutlich geht's einigen mehr so.
Mussten Teams wie die Ravens und Bills diesen Wechsel durchführen, damit sie das Super-Bowl-Fenster für ihre Top QB’s noch irgendwie hinbekommen?
Eine zweite Diskussion möchte ich auch noch kurz andiskutieren. Die unterschiedlichen entscheidenden Calls bei zweifelhaften Catches. Ich möchte hier nur den immer noch schmerzhaften Call gegen Cooks mit dem zweifelhaften Call für Kupp gegenüberstellen - und vor allem fragen, was hier der Unterschied ist? Ich kann hier keinen feststellen. Cooks hatte den Ball und war "Down by Contact", Kupp hatte für mich den Ball nie richtig. Was meint ihr dazu?
Can someone explain how this was ruled down by contact on Cooper Kupp's "catch" but Brandin Cooks was ruled a no catch and an interception against the Broncos last week?
— Dov Kleiman (@NFL_DovKleiman) January 26, 2026
Make it make sense 🤦♂️ pic.twitter.com/KGhehWj21z
austrianViking:
Eine lange und doch wieder zu kurze Saison steht vor dem Ende. Zeit, Danke zu sagen.
Danke an unsere Leser, dass ihr unsere "Pseudoexpertisen" Woche für Woche liest.
Danke an MatB fürs Managen & Organisieren unserer Gruppe.
Danke an LAOLA1 & Christopher Köller, dass ihr uns diese Plattform ermöglicht.
Und an die Fans der 30 nicht in der Super Bowl vertretenen Teams:
Get your Hopes up – nächstes Jahr ist unser Jahr! 😉