Denver Broncos (14-3)
Playoff-Gegner: Heimspiel gegen New England Patriots (25.1./21:00 Uhr)
Die Denver Broncos stehen erstmals seit ihrer Super-Bowl-Saison 2015 wieder im AFC Championship Game - haben für diesen Triumph jedoch einen heftigen Preis zahlen müssen.
Man wird die restliche Saison nämlich ohne Starting-Quarterback Bo Nix auskommen müssen, der sich in der Divisional Round gegen Buffalo (33:30 nach Overtime) im vorletzten Spielzug den Knöchel brach - ein bitterer Schlag in die Magengrube eines jeden Denver-Fans.
Das ist auch der Grund, warum die Broncos unter den vier verbliebenen Teams an letzter Stelle gerankt sind - Quarterback ist nun mal die wichtigste Position in der NFL, und im größten Spiel der Saison auf einen Backup zurückgreifen zu müssen, ist mehr als suboptimal.
Dieser Backup hört auf den Namen Jarrett Stidham. Der 29-Jährige wurde 2019 als Backup für Tom Brady von den New England Patriots gedraftet - jenem Team, dem man im AFC Championship Game gegenübersteht. Für die Patriots warf Stidham in drei Jahren insgesamt 48 Pässe. In den folgenden Jahren durfte er immerhin vier Spiele in der NFL starten (2x Raiders, 2x Broncos), das letzte Mal 2023. Es wird auf jeden Fall ein abenteuerliches Spiel werden, so viel lässt sich jetzt schon sagen.
Mit Sean Payton hat Stidham immerhin einen erfahrenen Playcaller, der versuchen wird, seinen Quarterback innerhalb seiner Komfortzone schalten und walten zu lassen. Wollen die Broncos aber tatsächlich den Schritt Richtung Super Bowl gehen, dann wohl nur mit einer außerordentlich guten Defense-Leistung. Und dass Denvers Abwehr in der Lage ist, Spiele zu dominieren, hat sie heuer bereits mehrmals bewiesen.
Los Angeles Rams (12-5)
Playoff-Gegner: Auswärtsspiel gegen Seattle Seahawks (26.1./0:30 Uhr)
Die Rams stehen unter den besten vier Teams der NFL-Saison - mussten dafür aber richtig harte Arbeit leisten. In beiden bisherigen Playoff-Siegen ging es für Los Angeles bis zur letzten Sekunde ums nackte Überleben.
Man muss ehrlich sein, es war nicht immer schön anzusehen, was die Rams in den bisherigen Postseason-Spielen zeigten. Von der Souveränität, die L.A. über weite Strecken der Regular Season auszeichnete, ist nicht mehr viel zu sehen. Speziell die Offense blieb in der Divisional Round gegen Chicago (20:17 nach Overtime) großteils blass.
Gut für die Rams, dass die zuletzt nicht immer ganz so starke Defense mit mehreren Big Plays (Fourth-Down-Stopps, Interceptions) aufzeigte und so das Spiel offen hielt.
Setzt sich dieser Trend der letzten Wochen fort, wird man es im NFC Championship Game gegen Seattle wohl schwer haben. Vielleicht hilft den Rams ja, dass man einem Divisionsrivalen gegenübersteht - denn Duelle innerhalb der eigenen Division sind bekanntlich immer für Überraschungen gut.
Darüber hinaus haben die Rams bestimmt noch eine Rechnung mit den Seahawks offen, nachdem man in Week 16 in Seattle im letzten Viertel noch eine 16-Punkte-Führung aus der Hand gab.
New England Patriots (14-3)
Playoff-Gegner: Auswärtsspiel gegen Denver Broncos (25.1./21:00 Uhr)
Zwischen 2013 und 2018 standen die New England Patriots sieben Mal in Folge im AFC Championship Game. Nach dem Abschied von Tom Brady verschwanden die Patriots jedoch für einige Jahre in der Versenkung - bis heuer.
Das neue Regime um Head Coach Mike Vrabel und Quarterback Drake Maye hat die NFL heuer im Sturm erobert und es gleich im ersten Jahr ihrer Zusammenarbeit direkt ins Championship Game geschafft. Die Patriots treten unter Vrabel wie eine eingeschworene Einheit auf, die nie die Köpfe hängen lässt.
So auch in der Divisional Round, in der Maye gleich vier Mal den Ball fumblete (zwei Mal konnte New England recovern). Doch das machte nichts aus, weil stattdessen die Defense mit fünf eigenen Takeaways in Erscheinung trat - uns Houston so mit 28:16 besiegt werden konnte.
Der Spirit stimmt in New England - das kann niemand verneinen. Auch die Vorzeichen vor dem AFC Championship Game in Denver (dass es in dieser Konstellation übrigens bereits 2013 und 2015 gab, damals noch Peyton Manning vs. Tom Brady) stimmen - durch die Verletzung von Broncos-QB Bo Nix sind die Patriots trotz des Auswärtsspiels in der Favoritenrolle.
Es deutet viel darauf hin, dass der magische Lauf der Patriots weitergehen könnte - Erinnerungen an 2001 werden wach. Und wer weiß, vielleicht heißt der Super-Bowl-Gegner ja wieder Rams?
Seattle Seahawks (14-3)
Playoff-Gegner: Heimspiel gegen Los Angeles Rams (26.1./0:30 Uhr)
Niemand geht mit einer breiteren Brust ins Championship-Weekend als die Seattle Seahawks, nachdem man die San Francisco 49ers in der Divisional Round mit einer 41:6-Machtdemonstration demütigte.
Seattle feuerte aus allen Rohren: Rashid Shaheed scorte mit einem Kickoff-Return-Touchdown, Kenneth Walker hatte mit 116 Rushing Yards und drei Touchdowns sein bestes Spiel der Saison und die Defense dominierte von Früh bis Spät mit drei Takeaways und drei Turnover on Downs.
Wer so auftritt, ist Super-Bowl-Favorit. Punkt.
Auch im NFC Championship Game gegen die Los Angeles Rams ist man zu favorisieren - obwohl man vor dem Divisionsrivalen definitiv gewarnt sein muss, verlor man doch das erste Saison-Duell in Week 10 nach vier Darnold-Interceptions 19:21. Dafür schlug man in Week 16 mit einem 38:37-Heimsieg nach Overtime zurück.
Es wird interessant zu sehen sein, wie Sam Darnold, der vor dem Spiel gegen San Francisco mit einer Bauchmuskelverletzung zu kämpfen hatte, zurechtkommt, wenn möglicherweise etwas mehr Druck auf ihn ausgeübt wird. Auch die Verletzung von Zach Charbonnet tut weh, im Moment hat es jedoch nicht den Anschein, als würde es allzu viel geben, was die Seahawks aus der Bahn werfen könnte.