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Zweiter Test für neue Regeln: Mercedes in Shanghai Favorit

Toto Wolff und WM-Leader George Russell warnen vor einem "hartem Kampf". Max Verstappen kokettiert mit mehr Ausflügen auf die Langstrecke.

Zweiter Test für neue Regeln: Mercedes in Shanghai Favorit Foto: © GETTY

Eine Woche nach dem wie erwartet viel diskutierten Auftaktrennen in Melbourne geht am Wochenende in Shanghai der zweite Formel-1-Grand-Prix nach der Regelrevolution in Szene (Sonntag, ab 08:00 Uhr MEZ im LIVE-Ticker >>>).

Mercedes und WM-Leader George Russell wollen ihre Vormachtstellung bewahren. Vom Kurs in China versprechen sich die Organisatoren der Königsklasse eine bessere Show als in Australien, zumal er mehr Gelegenheiten zur Energierückgewinnung bietet und die Fahrer weniger mit der Batterie haushalten müssen.

Wolff: "Mehrere Teams haben volles Potenzial noch nicht gezeigt"

Die Rückmeldungen auf das in Melbourne Gesehene waren gemischt. "Wie bei großen Veränderungen üblich, gibt es Dinge, die optimiert und verbessert werden müssen, und es gibt eine gewisse Negativität zu überwinden", meinte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Das sei jedoch ein normaler Teil des Prozesses. Er sei zuversichtlich, dass sich das Racing weiter verbessern werde, betonte der Wiener.

Zum Auftakt war Mercedes vor allem im Qualifying unantastbar. Im Rennen hielt Ferrari zumindest ansatzweise mit – wenn auch als einziger Konkurrent. "Mehrere andere Teams haben ihr volles Potenzial noch nicht gezeigt", sagte Wolff. "Wir wissen also, dass uns ein harter Kampf bevorsteht."

Weltmeister Lando Norris und Vorjahressieger Oscar Piastri im McLaren benötigen wie Vierfach-Champion Max Verstappen im Red Bull aber eine gewaltige Steigerung, um in diesen eingreifen zu können.

Erstes Sprintrennen der Saison

Vor dem Grand Prix am Sonntag steht am Samstag (4:00 Uhr MEZ) das erste Sprintrennen der Saison auf dem Programm – eine besondere Herausforderung für die Abstimmung der komplexen Boliden, zumal das freie Training dadurch auf nur eine Stunde am Freitag (4:30 Uhr MEZ/jeweils live ORF 1) reduziert wird.

Dazu wird es mit höchstens 15 Grad in Shanghai deutlich kühler. "Das wird eine komplett andere Übung", meinte Ferrari-Teamchef Fred Vasseur.

Ferrari in Lauerstellung

Lewis Hamilton hatte im Vorjahr im Shanghai-Sprint sein erstes und bisher einziges Rennen für Ferrari gewonnen. Seither sind die Italiener in keinem einzigen Sprint oder Grand Prix ganz oben gestanden. Nach der schlechtesten Saison seiner Karriere, in der es der Rekordweltmeister nicht einmal auf ein GP-Podest geschafft hat, glaubt Hamilton an die Trendwende.

"Wir sind natürlich nicht so schnell wie Mercedes, wir haben Arbeit vor uns, aber wir sind im Kampf dabei", erklärte der Brite. "Ich glaube, wir können die Lücke schließen." Wie schnell das geht, bleibt abzuwarten. Hamilton ist mit sechs GP-Siegen in Shanghai Rekordgewinner, auch die Blitzstarts des neuen SF-26 machen sein Team gefährlich.

Charles Leclerc lieferte Russell in Melbourne in der Anfangsphase ein Duell mit mehreren Führungswechseln. Die Kritik, dass die vielen Überholmanöver durch verschiedene Batterie-Modi zu künstlich herbeigeführt werden, bleibt ebenso wie Russells Favoritenrolle.

"Wir sind hier, um wieder um den Titel zu kämpfen, und genau darauf haben wir so hart hingearbeitet", sagte der Auftaktsieger. Die WM-Führung bedeute zu diesem Zeitpunkt aber nichts. Er erwarte für den Rest der Saison "einen engen Kampf zwischen uns und Ferrari".

Verstappen forciert Änderungen

McLaren und Red Bull scheinen sportlich vorerst nur die dritte und vierte Kraft. Verstappen macht sich bei den F1-Verantwortlichen und dem Automobil-Weltverband FIA weiter für Reglementanpassungen stark. "Es gibt ein paar Optionen, die wir diskutieren", erklärte der Niederländer. "Ich hoffe, dass wir schon für nächstes Jahr eine vernünftige Verbesserung schaffen."

Wegen seiner kritischen Aussagen über die neue Formel 1 wurde bereits mit Verstappens Rückzug aus der Königsklasse spekuliert. "Ich will nicht gehen", betonte der 28-Jährige in Shanghai. "Aber ich würde mir wünschen, ich hätte mehr Spaß."

Seine Zukunft sieht der Niederländer, dessen Red-Bull-Vertrag noch bis 2028 läuft, auch im Langstrecken-Sport. "Ich muss nicht nur Formel-1-Fahrer sein." Im Mai nimmt Verstappen u.a. mit dem Tiroler Lucas Auer in einem Mercedes am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil.

Auch die Langstrecken-Klassiker in Le Mans und Spa nannte er als künftige Ziele. "Das will ich nicht machen, wenn ich 40 bin. Ich bin jetzt im perfekten Alter dafür." Zudem sei das Umfeld auf der Langstrecke weniger politisch. "Ich kann mehr ich selbst sein."

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