Verstappen macht einen auf Rasenmäher

Verstappen macht einen auf Rasenmäher Foto: © getty
 

Das Autodromo Enzo e Dino Ferrari erlebte im Qualifying zum Grand Prix der Emilia Romagna den erwarteten Hundertstelkrimi. Was viele jedoch nicht erwarteten: Nicht Max Verstappen, sondern Lewis Hamilton holte sich die Pole Position in Imola.

Der Mercedes-Pilot holte sich die 99. Pole seiner Formel-1-Karriere (Bestenliste), neben dem siebenfachen Weltmeister in der ersten Startreihe steht aber nicht dar favorisierte Verstappen, sondern dessen neuer Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez. Der Niederländer, zum Auftakt vor drei Wochen in Bahrain auf Pole, musste sich mit Rang drei begnügen.

Hamilton überraschte sogar sich selbst: "Ein toller Tag. Ich habe es nicht erwartet, gleich vor beiden Red Bulls zu sein. Sie waren so schnell dieses Wochenende, teilweise sechs Zehntel vor uns", sagte der 36-jährige Brite.

Auf einer Runde war Mercedes den Bullen in Bahrain noch nicht gewachsen gewesen. Die Rennpace macht Hamilton zwar Hoffnungen, er wird um seinen zweiten Saisonsieg aber wie schon beim Auftakt in der Wüste kämpfen müssen. "Jetzt haben wir zwei Bullen, die uns das Leben schwer machen können. Das wird eine Herausforderung."

Wolff: "Haben dramatisch verloren"

Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist nach dem Qualifying zwiegespalten. "Wir haben gegenüber dem Vorjahr dramatisch verloren, wir waren letztes Jahr hier sechs Zehntel schneller. Diese Marge ist weg. Das ist die Betrachtung, wenn man das Glas halb leer sieht. Halb voll ist, wir sind vorne", sagt er im ORF-Interview.

Wolff wird nicht müde zu betonen, dass man weiterhin hinter Red Bull liegt und zwar "in allen Bereichen des Fahrzeugs. Das Material, das wir haben, ist im Moment nicht auf der Höhe des Red Bulls." Schon in Bahrain sei das Rennglück auf Seiten der Silberpfeile gewesen und auch in Imola hätte es ohne den Fehler von Verstappen wohl nicht zur Pole Position gereicht, erklärt Wolff.

Verstappen: "Honda baut zwar gute Rasenmäher, aber..."

Verstappen erwischte im finalen Quali-Abschnitt keine fehlerfreie Runde. "Kurve drei war schlampig, es war keine gute Runde", meinte der Niederländer. "Ich bin mit zwei Rädern neben die Strecke gekommen. Honda baut gute Rasenmäher, aber dafür sind sie nicht gedacht."

Es könne eben nicht jedes Mal gut laufen, nimmt es Verstappen locker. "Aber wir haben zwei Autos auf unterschiedlichen Reifen. Mal schauen, wie wir das nützen können. Wir werden es Mercedes schwer machen", spricht er die unterschiedliche Renn-Strategie der beiden Red Bulls für das Rennen an.

Perez, der sich in den prognostizierten Zweikampf zwischen Hamilton und Verstappen einmischte, muss das Rennen auf den Soft-Reifen in Angriff nehmen, weil er diese bereits im zweiten Quali-Abschnitt verwendet hat. Er muss daher wohl früher an die Box kommen als die Konkurrenten mit Medium-Pneus. Das dürfte strategische Auswirkungen haben.

Marko lobt Perez: "Unglaublich"

Der 31-jährige "Checo" schaffte es vor dem 193. Grand-Prix-Start seiner Karriere erstmals in die erste Startreihe. Bereits in seinem zweiten Qualifying für Red Bull verwies der Mexikaner seinen hoch gehandelten Teamkollegen in die Schranken.

Dementsprechend zufrieden ist man im Bullen-Stall mit Perez. Dr. Helmut Marko lobt gegenüber "Sky": "Die Steigerung von Perez war unglaublich. Dass er jetzt schon im zweiten Qualifying so stark ist, das freut uns natürlich sehr. Und Perez startet mit den weichen Reifen, Max und Hamilton auf Medium. Das kann bei dieser relativ langen Geraden schon ausschlaggebend sein."

Der Steirer erwartet jedenfalls ein "sehr, sehr enges" Rennen. Genau das, was sich der neutrale Formel-1-Fan wünscht.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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