Mercedes: Dominanter als einst Schumis Ferrari

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Die Jahre 2014 bis 2019 gehen in die Geschichte der Formel 1 ein: Als Zeitraum der größten Titel-Dominanz aller Zeiten.

Mit dem Sieg von Valtteri Bottas beim Grand Prix von Japan in Suzuka (Rennbericht>>>) fixierte Mercedes nicht nur den sechsten Konstrukteurs-Weltmeistertitel in Folge. Zum sechsten Mal en suite wird am Ende des Jahres auch ein Fahrer der Silberpfeile Fahrer-Weltmeister sein, rein rechnerisch kann nur mehr der Finne WM-Leader Lewis Hamilton abfangen.

Damit ist eine Rekordmarke geknackt, so eine dominante Phase legte noch kein Team in der Geschichte der Königsklasse hin. Zwar feierte Ferrari zwischen 1999 und 2004 ebenfalls sechs Hersteller-Titel in Folge, '99 machte aber Mika Häkkinen im McLaren seinem Kontrahenten Michael Schumacher die Fahrer-Krone streitig. "Schumi" blieben "nur" die fünf folgenden Titel zwischen 2000 und 2004.

Und ausgerechnet mit dem 100. Grand-Prix-Sieg von Mercedes könnte Lewis Hamilton beim kommenden Grand Prix von Mexiko (27.10.) seinen sechsten WM-Titel fixieren.

Mercedes-Feier mit roter Schützenhilfe

Im Augenblick des Geschehens in der Königsklasse spiegelt sich die Titel-Dominanz auf der Strecke nicht restlos wider, denn in Suzuka war auch Mithilfe der Konkurrenz aus Italien notwendig, um einen derart ungefährdeten Sieg feiern zu können.

Sebastian Vettel schmiss seine Sieg-Chancen mit einem Malheur beim Start weg, das mit einer Strafe noch schlimmere Folgen hätte haben können (HIER nachlesen>>>), Charles Leclerc war das ganze Rennen über nach der frühen Kollision mit Max Verstappen und dem folgenden Schaden an seinem Frontflügel kein Thema für die Spitzenplätze (HIER nachlesen>>>).

"Es fühlt sich anders an. Ich würde sagen, dass ich nicht so happy bin, denn es fühlt sich ohne ihn nicht wie das gleiche an. Aber ich bin sehr stolz auf das Team, und ich weiß, dass Niki seine Kappe für das heutige Ergebnis ziehen würde. Wir schulden ihm viel und dieser Sieg ist für ihn."

Hamilton über Lauda

So konnte die Scuderia Ferrari aus einer überraschend guten Ausgangsposition mit den ersten beiden Startplätzen vergleichsweise wenig Kapital schlagen.

"Wir wussten schon von Freitag, dass wir eine gute Renn-Pace haben werden, aber ich bin froh, dass wir schnell in Führung gegangen sind - denn dann läuft alles so anders. Du kannst die Pace, die Reifen und alles andere viel besser kontrollieren. Ich habe diese Situation sehr genossen und vermisst, also mehr davon bitte", freute sich Bottas nach seinem ersten Sieg seit Aserbaidschan - und sah den Schlüssel auch in der günstigen Startphase.

Bangen um die Stopp-Strategie des Teamkollegen

So wurde eigentlich der eigene Teamkollege zum härteren Konkurrenten, denn Hamilton war lange Zeit auf einer alternierenden Ein-Stopp-Strategie unterwegs, während Bottas und die anderen Spitzenfahrer zweimal zum Reifenwechsel kamen. Die Mediums des Briten gaben rund zehn Runden vor dem Ende aber doch nach.

"Ich war mir nicht ganz sicher, ob Lewis stoppen würde, aber er hatte den Medium drauf und der hätte nie im Leben durchgehalten. Ich hatte nur kleine Bedenken", gab der Rennsieger am Ende zu Protokoll.

Mit vier noch auszutragenden Rennen hat der Finne 64 Punkte Rückstand auf Hamilton und damit vorerst noch die rechnerische Chance, die aber mit unglaublichem Pech des amtierenden Weltmeisters verbunden sein müsste.

So bleibt mit aller Wahrscheinlichkeit "nur" der Vize-Weltmeister für Bottas, der sich aber stets pflichtbewusst zeigt, seinen Teil zum Team-Erfolg beitragen zu können.

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"Ich bin stolz, Teil eines Teams zu sein, das sechs Titel in Folge gewinnen kann. Das ist sehr beeindruckend, ich bin stolz auf jedes einzelne Mitglied - hier beim Rennen, aber auch in der Fabrik", unterstrich der Finne seinen Teamplayer-Spirit.

Aber aufgeben - aufgeben will er noch nicht: "Solange es noch eine theoretische Chance gibt, würde das keinen Sinn machen. Ich bin realistisch, ich würde sehr viel Glück brauchen, aber darüber mache ich mir momentan nicht so viele Gedanken. Es ist hauptsächlich meine eigene Schuld, dass ich so weit hinter Lewis bin, und in Zukunft will ich das ändern - aber im Moment kann ich nur von Rennen zu Rennen schauen und warten, wie es ausgeht."

Ein Titel für Niki Lauda

Vor der nächsten Runde im vermeintlichen Zweikampf bleibt den Mercedes-Fahrern und -Verantwortlichen aber ein Moment, das Erreichte zu feiern. Es ist ein emotionaler Titel, der eingefahren wurde - der erste nach dem Tod von Niki Lauda.

"Es fühlt sich anders an. Ich würde sagen, dass ich nicht so happy bin, denn es fühlt sich ohne ihn nicht wie das gleiche an. Aber ich bin sehr stolz auf das Team, und ich weiß, dass Niki seine Kappe für das heutige Ergebnis ziehen würde. Wir schulden ihm viel und dieser Sieg ist für ihn. Ich widme ihm diesen Erfolg und denke, dass das alle bei Mercedes tun werden", meinte Hamilton, auf seine Gefühle angesprochen.

"Jedes Mal, wenn ich in die Garage gehe, sehe ich seine Kopfhörer und die Kappe. Ich bin heute davor gesessen und habe drauf geschaut, bevor ich in das Auto gestiegen bin."

Wie die silbernen Feierlichkeiten also auch aussehen mögen, irgendwo in der Mitte wird auch die rote Kappe ihren Platz finden.

Textquelle: © LAOLA1.at

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