Kritik an Strecke nach Tod von Hegarty

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Nach dem tödlichen Unfall von Daniel Hegarty beim Macau Grand Prix wird Kritik an der Streckenführung des Stadtkurses nahe Hongkong laut.

"Der Unfall überschattet alles. So etwas will keiner sehen, das kann man nicht einfach verdrängen. Ganz ehrlich, ich sehe den Macao Grand Prix sehr kritisch", sagt etwa der Deutsche Maro Engel, Dritter beim GT World Cup.

Wegen der Gefahren der engen Strecke ist das Rennen bei den Fahrern beliebt und gefürchtet zugleich. Teils ist der Kurs nur sieben Meter breit, hat keine Auslaufzonen. Schon für die Auto-Klassen ist das ein enormes Risiko. Für die Motorradfahrer, die mit bis zu 280 Stundenkilometern über die Geraden rasen, grenzt ein Start an Tollkühnheit. Der Weltverband FIA hat der Strecke aber die nötige Zulassung erteilt, um den jährlichen Grand Prix ausrichten zu können.

Die Veranstalter wollen von Kritik nach dem dritten Todesfall seit 2005 jedenfalls nichts wissen. "Es gibt keine Diskussion über die Strecke, sie existiert schon seit mehr als 60 Jahren", sagt der Koordinator des Grand-Prix-Komitees, Joao Manuel Costa Antunes.

Fahrerlager unter Schock

Hegarty starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus, nachdem er am Samstag in der sechsten Runde des Rennens bei einem Sturz in die Begrenzung seinen Helm verloren hatte und schwer verletzt worden war. Zu den Ursachen von Hegartys Unfall und seinen Verletzungen gab es zunächst keine Angaben.

Der Schock über Hegartys Tod hatte sich da längst über das Fahrerlager gelegt. "Mit gebrochenem Herzen teile ich Euch mit, dass die Liebe meines Lebens heute Morgen gestorben ist", schrieb Hegartys Ehefrau Lucy Draycott auf Facebook. Unter Tränen sagte der Schweizer Edoardo Mortara nach seinem Sieg im GT World Cup: "Ich befinde mich im selben Lebensabschnitt wie Hegarty, bin verheiratet und Vater einer Tochter."

Hegarty hatte als 17-Jähriger eine Profi-Karriere im Motorradsport begonnen. Zuletzt nahm der 31-Jährige an den besonders riskanten Straßenrennen teil, zu denen auch der Klassiker in Macau gehört. Trotz mehrerer Stürze und Verletzungen war er immer wieder in den Sport zurückgekehrt.

Vor fünf Jahren war an gleicher Stelle der portugiesische Superbike-Fahrer Luis Carreira tödlich verunglückt. Im November 2005 starb der frühere Langstrecken-Weltmeister Bruno Bonhuil in Macau nach einem Sturz mit seiner Suzuki.

Hegartys Landsmann Michael Rutter, mit acht Erfolgen in Macau Motorrad-Rekordsieger, will jedoch nicht von dem fragwürdigen Abenteuer lassen. "Straßenkurse wie Macau sind für mich das Nonplusultra. Man muss alles unter Kontrolle haben, und deshalb riskiere ich hier maximal 94 Prozent", sagte Rutter.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

Toyota gewinnt WEC-Finale, Lauda holt Amateur-Titel

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare