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Jude Bellingham schießt England mit Doppelpack ins WM-Halbfinale
Die "Three Lions" drehen das Viertelfinalspiel gegen Norwegen in der Verlängerung. Real-Star Jude Bellingham setzt sich einmal mehr die Krone auf.
England steht im WM-Halbfinale!
Real-Madrid-Star Jude Bellingham geht als Mann des Spiels aus der Viertelfinal-Begegnung im Hard Rock Stadium in Miami hervor.
Der 23-Jährige schießt die "Three Lions" gegen Norwegen mit einem Doppelpack unter die besten vier der Welt. Schon im Achtelfinale gegen Mexiko hatte er zwei Mal genetzt.
Die Skandinavier gingen dank eines Treffers von Andreas Schjelderup (36.) zunächst in Führung.
Ruhige Anfangsphase
Die erste halbe Stunde im Schnelldurchlauf: England hat mehr vom Ball und will über Seitenverlagerungen sowie Eins-gegen-Eins-Momente für Gefahr sorgen. Die defensiv robusten Norweger lauern auf Umschaltmomente.
Harry Kane hat die beste Möglichkeit in dieser Phase. Der Freistoßversuch des Bayern-Stürmers geht aber über das Tor (29.).
Eine Szene stellt das Spiel dann plötzlich auf den Kopf: Verteidiger John Stones ist im Spielaufbau unaufmerksam und verliert den Ball. Der Schnitzer bleibt zwar ohne Folgen, da Goalgetter Erling Haaland nicht mehr hinkommt. Der Wackler der englischen Defensive ist jedoch der Start einer norwegischen Drangphase.
Norwegen dreht auf
Haaland scheitert zunächst noch mit seinem Kopfballversuch (35.). Nur eine Minute später geht Norwegen sehenswert in Führung.
Andreas Schjelderup, der nach seinen beiden Joker-Assists im Achtelfinale gegen Brasilien in die Startelf gerückt ist, zieht von der linken Seite in Richtung Tor und überrascht Pickford mit einem Schuss ins lange Eck. Der Ball senkt sich perfekt über Englands Schlussmann hinweg und geht vom Innenpfosten zum 1:0 ins Tor (36.).
Kane protestiert nach dem Treffer, da er vor dem Tor bei der Balleroberung von Patrick Berg getroffen wurde. Der VAR sieht jedoch kein Foul und schaltet sich nicht ein.
Die Mannschaft von Teamchef Stale Solbakken möchte gleich nachlegen. Alexander Sörloth macht die Kugel im Strafraum fest, schießt aber drüber (39.). Kapitän Martin Ödegaard zielt eine Minute später von außerhalb des Strafraums aufs kurze Eck, Pickford ist zur Stelle (40.). Danach bietet sich den Skandinaviern eine Top-Konterchance, doch Sörloth agiert zu zaghaft und die Möglichkeit verpufft (44.).
England gleicht in der Nachspielzeit von Hälfte eins aus
In einer guten Phase der Norweger gleicht England plötzlich aus. Barcelona-Neuzugang Anthony Gordon leitet die Szene über die linke Seite ein. Er findet Jude Bellingham im Zentrum, der mit Tempo in den Sechzehner geht und zum 1:1 ins lange Eck trifft (45.+2).
Jetzt will England nachlegen. Kane probiert es zunächst noch aus der Distanz (45.+3), ehe er zum 2:1 trifft. Beim Bellingham-Steckpass ist er jedoch knapp vorn, an der Seitenauslinie geht die Fahne zum Abseits hoch (45.+4).
Norwegen-Treffer aberkannt
Für die zweite Hälfte bringt Englands Teamchef Thomas Tuchel Eberechi Eze und Bukayo Saka ins Spiel, Declan Rice und Noni Madueke bleiben draußen.
Der Doppelwechsel setzt zunächst keinen neuen Impuls. Denn die Norweger haben nach dem Wiederbeginn eine gute Phase und mehrere Offensivmomente, von denen einer im Tor zum vermeintlichen 2:1 mündet.
Pickford reagiert bei einem abgefälschten Schuss stark auf der Linie. Beim Rebound, den Heggen über die Linie drückt, ist er ohne Chance. Doch dann wird Schiedsrichter Clement Turpin zum Monitor gerufen: Noch vor der Ausführung des Eckballs stößt Haaland Gegenspieler Elliot Anderson um. Der Treffer wird schließlich aberkannt (55.).
Ajer an die Querlatte
In der Schlussphase sind die Norweger etwas mehr am Drücker. Vor allem die Joker Oscar Bobb und Antonio Nusa bringen Schwung ins Spiel.
Rund eine Viertelstunde vor dem Ende der regulären Spielzeit faustet Pickford den Ball nach einer Ecke weg. Der eingewechselte Fredrik Aursnes macht die Kugel nochmal scharf und Kristoffer Ajer köpft an die Querlatte (76.). Danach fällt ein Nusa-Abschluss zu zentral aus (85.).
Auf der Gegenseite geht Saka sehenswert an seinem Gegenspieler vorbei, sein Stanglpass findet im Zentrum aber keinen Abnehmer (87.). Auch in der siebenminütigen Nachspielzeit fällt kein Treffer, weshalb es in die Verlängerung geht.
Bellingham schießt England ins Glück
Und in dieser profitieren die Engländer früh von einem Patzer von Norwegens Keeper Örjan Nyland. Der aktuell vereinslose Schlussmann wehrt einen Distanzschuss von Morgan Rogers nach vorn ab. Bellingham schaltet am schnellsten und markiert seinen Doppelpack zum 2:1 (93.).
Dann scheint es, als sei England nah dran an der Vorentscheidung. Turpin zeigt auf den Punkt, nachdem der eingewechselte Djed Spence im Strafraum zu Boden gegangen war. Der Unparteiische wird allerdings erneut zum Monitor gerufen und nimmt den Strafstoß nach Ansicht der Bilder zurück (102.). Spence hatte den Kontakt im Zweikampf mit Bobb zu sehr gesucht.
Norwegens Teamchef nimmt in der Pause der Verlängerung überraschend Haaland vom Feld, Jörgen Strand Larsen kommt ins Spiel.
Die Engländer bleiben torgefährlicher. Spence und Saka scheitern mit ihren Versuchen an Nyland (110.). Norwegen ist bis zum Schluss engagiert, am Ende bringt England das 2:1 aber über die Zeit und zieht ins WM-Halbfinale ein.