Nagelsmann vor dem Aus? Das sagt DFB-Sportdirektor Völler
Das deutsche Nationalteam muss bei der Fußball-WM 2026 schon im Sechzehntelfinale die Segel streichen. Der Ärger ist groß, der Trainerstuhl wackelt.
"Die Enttäuschung ist riesengroß", sagt Rudi Völler nach dem Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2026.
Gegen Paraguay scheitert die DFB-Elf im Elfmeterschießen (zum Spielbericht >>>).
Bei Magenta TV meint der 90-fache deutsche Nationalstürmer Völler: "Natürlich ist es grundsätzlich zu wenig. Wenn man die letzten drei WMs nimmt: Das ist für ein Fußballland wie Deutschland schwer zu ertragen."
Deutschland: Der Tiefpunkt einer Verlierer-Generation?
Nachdem die Deutschen 2018 und 2022 bereits in der Gruppenphase ausgeschieden waren, endet die Reise in den USA, Mexiko und Kanada nur kurz darauf in der Runde der besten 32.
Wackelt Nagelsmann?
Natürlich muss man sich nach der neuerlichen Enttäuschung auch die Frage stellen, ob man mit Cheftrainer Julian Nagelsmann weitermachen möchte.
Im September 2023 wurde der 38-Jährige als Nationaltrainer installiert, 2024 scheiterte man bei der Heim-Europameisterschaft im Viertelfinale am späteren Europameister Spanien. Nun ist bei der WM schon im Sechzehntelfinale Schluss.
"Ich bin nicht der DFB allein, also habe ich das auch nicht allein zu entscheiden", äußert sich Völler, der seit 2023 als Direktor Profifußball beim deutschen Nationalteam tätig ist.
Er stärkt aber Nagelsmann den Rücken: "Aber ich weiß, dass Julian ein Kämpfer ist und wieder angreifen wird. Aber wir setzen uns die nächsten Tage zusammen. Ich finde, er ist immer noch die richtige Person am richtigen Ort."
"Habe ich nicht in der eigenen Hand"
Und was sagt der Angesprochene selbst zu seiner Situation? Gedanken über seine Zukunft habe er keine, schließlich "habe ich das auch nicht in der eigenen Hand", meint er.
Für ihn ist aber klar: "Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Wenn man das nicht möchte, muss man mir das sagen", sagt er bei Magenta TV. Auf Nachfrage des ZDF betont er: "Ich bin keiner, der wegläuft."
Eine weitere deutsche Fußballlegende rechnet hingegen mit keiner Fortsetzung der Ära Julian Nagelsmann beim DFB. Lothar Matthäus sagt der "Bild": "Ich glaube, dass es nach dieser Weltmeisterschaft mit einem neuen Trainer weitergehen muss. Das war einfach zu viel. Es gibt wahrscheinlich einiges aufzuarbeiten, auf dem Platz, außerhalb des Platzes."
"Vielleicht Zeitpunkt für einen Neuanfang"
Auch Jürgen Klopp, erfolgreicher Trainer von mitunter Borussia Dortmund und dem FC Liverpool, findet nach der Blamage deutliche Worte.
"Es steht völlig außer Frage, dass nach diesem Turnier und dem erneuten Ausscheiden alles in Frage gestellt wird. Wir reden über ein Jahrzehnt, das ist ein Knaller", so Klopp, dessen Kritik noch weitergeht. "Wir reden hier nicht nur über den Bundestrainer, sondern über Nachwuchskonzepte", sagt er.
Anhand des gezeigten Auftretens ist für ihn klar, dass man so ohnehin nicht Weltmeister hätte werden können. "Vielleicht ist es der Zeitpunkt für einen Neuanfang", meint er.
Klopp: Deutschland hätte sowieso keine Chance gegen Frankreich
Die nächsten Tage dürften also trotz Ausscheiden einige Augen auf das deutsche Nationalteam und Julian Nagelsmann gerichtet sein.