Deutschland Deutschland GER
Paraguay Paraguay PAR
Im Elfm.
3:4
0:1 , 1:0 , 0:0
Endstand 1:1
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Deutschland: Der Tiefpunkt einer Verlierer-Generation?

Das DFB-Team scheitert im Elferschießen an Außenseiter Paraguay. Nach den Gruppen-Aus in 2018 und 2022 ist es die dritte WM-Blamage in Folge.

Deutschland: Der Tiefpunkt einer Verlierer-Generation? Foto: © IMAGO / Moritz Müller

Deutschland macht das Triple perfekt.

Bei der dritten WM in Folge schafft es das DFB-Team nicht unter die besten 16 Teams der Welt. Nach den Gruppenaus 2018 und 2022 scheitert man heuer an Paraguay im neu eingeführten Sechzehntelfinale.

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Heißt auch: Seit dem Titel 2014 gewannen unsere Nachbarn kein K.o.-Spiel mehr bei einer Endrunde. "Wir haben uns viel vorgenommen. Jetzt wieder so zu enttäuschen, ist natürlich ein ganz schlimmes Gefühl", sagt Kai Havertz bei "Magenta TV".

Der Arsenal-Stürmer ist einer von drei Deutschen, der im Elfmeterschießen verschießt. Auch Nick Woltemade und Jonathan Tah vergeben vom Punkt. Am Ende setzt sich Paraguay mit 4:3 im Elferschießen durch.

"Zwei Mal reingeschissen"

Für Havertz, der mit den "Gunners" die Premier League gewann, ist es die zweite enttäuschende WM mit Deutschland. Er war bereits 2022 beim Gruppenaus in Katar dabei. "Meine zweite WM, zwei Mal reingeschissen. Die letzten Turniere waren nichts. Das Einzige, was ich sagen kann, ist: Entschuldigung", so der sichtlich geknickte Angreifer.

Die DFB-Auswahl überzeugte in großen Teilen des Turniers nicht. Auf den 7:1-Auftaktsieg gegen Curacao folgte ein Last-Minute-Sieg über die Elfenbeinküste und eine 1:2-Niederlage gegen Ecuador.

Im Sechzehntelfinale ging es weiter mit den durchwachsenen Leistungen. "Ich finde, wir hatten die Kontrolle. Der Punch hat einfach gefehlt", meint Trainer Julian Nagelsmann, der von einer "extrem großen" Enttäuschung spricht.

Der nächste Schiri-Skandal? "Das ist ein Witz"

Besonders viele Torchancen kann sich Deutschland gegen den tiefstehenden Underdog übrigens nicht herausspielen. In der Nachspielzeit fiel plötzlich doch das 2:1 durch Tah - vermeintlich.

Im Vorfeld hat der Schiedsrichter allerdings ein Foul von Waldemar Anton an den Torhüter gesehen. In den Bildern ist ein Block des Verteidigers auch zu erkennen. "Das ist ein Witz, dass er den abpfeift. Keine Ahnung, was er da sieht", bemängelt Nagelsmann. Als Ausrede lässt er das aber nicht gelten: "Du musst trotzdem gegen Paraguay gewinnen, das ist am Ende zu wenig."

Und in der Elfmeter-Lotterie zieht Deutschland schließlich den Kürzeren. "Normal darf es gegen so einen Gegner – bei allem Respekt – gar nicht ins Elfmeterschießen kommen", betont Kapitän Joshua Kimmich.

Im Moment nur zweitklassig?

Im Moment nur zweitklassig?
Foto: ©IMAGO / ZUMA Press Wire

Deutschlands WM 2026 reiht sich in eine Menge von enttäuschenden Turnieren ein. Seit 2016 stand man weder bei einer EM noch bei einer WM im Halbfinale.

Kimmich äußerte laut "Sport1" schon 2022 die Angst, Teil einer Verlierer-Generation zu werden.

Damals bezog sich Antonio Rüdiger darauf: "Das ist kein schönes Gefühl, aber sind wir deswegen eine Loser-Generation?"

Nach der nächsten Enttäuschung stellt sich die Frage wohl erneut.

Havertz hält nach dem Paraguay-Spiel jedenfalls auf Nachfrage fest, dass Deutschland aktuell nur zweitklassig sei.

In einer Zeit, wo es uns in Deutschland extrem guttun würde, etwas zu haben, worauf wir stolz sein können. Die Nationalmannschaft ist es momentan leider nicht.

Joshua Kimmich

"Ich kenne Deutschland als Kind vom Fernsehen: Da war es immer Halbfinale oder Finale. Das will man auch der jetzigen Generation geben", erzählt der DFB-Kapitän und holt aus.

"Fakt ist, dass wir das all den Menschen da draußen nicht geben konnten. Gerade in einer Zeit, wo es uns in Deutschland extrem guttun würde, etwas zu haben, worauf wir stolz sein können. Die Nationalmannschaft ist es momentan leider nicht."

Dafür trage laut Kimmich allein die Mannschaft die Verantwortung. "Wir haben es verbockt, nicht die Trainer, die Medien oder der Schiedsrichter."

Hummels fordert Rücktritte

In seiner Rolle als TV-Experte äußert Mats Hummels harsche Kritik an der deutschen Nationalmannschaft. Der Ex-Profi könne sich vorstellen, dass "der ein oder andere zurücktreten" wird.

Darüber hinaus könne er sich auch vorstellen, dass andere Stammkräfte der letzten Jahre nicht mehr eingeladen werden.

"Es ist für mich kein Zufall, dass es seit der EM 2016 kein einziges starkes Turnier mehr gab. Und das hängt in erster Linie mit den Spielern zusammen."

Nagelsmann und Kimmich wollen weitermachen

Der Kapitän will zumindest schon mal nicht von Bord gehen. "Ich habe immer die Power für einen erneuten Anlauf. Was ich niemals tun werde, ist aufgeben", unterstreicht Kimmich.

Und auch Nationaltrainer Nagelsmann will - zumindest kurz nach dem Spiel - nicht zurücktreten. "Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Wenn man das nicht möchte, muss man mir das sagen."

Moderator Johannes B. Kerner konfrontierte Nagelsmann übrigens mit dem Fakt, dass DFB-Teamchef Berti Vogts zwei Jahre nach der WM 1994 in den USA Europameister wurde. Anders als vor zwei Jahren folgte darauf keine Ansage des aktuellen Bundestrainers: "Da sage ich lieber nichts dazu, sonst habe ich jetzt zwei Jahre wieder Stress."

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