Die Freundschaft von Arnautovic und Dzeko

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Über Marko Arnautovic und Edin Dzeko wurde in diesem Herbst viel diskutiert - vor allem über ein Instagram-Foto der beiden.

Das Verhältnis der beiden Superstars von Österreich und Bosnien-Herzegowina lässt sich jedoch nicht nur auf das Treffen nach dem Nations-League-"Hinspiel" in Zenica reduzieren.

"Edin ist ein sehr guter Freund von mir", betont der ÖFB-Star, "er ist auch Familienvater, ein sehr ruhiger Typ, ein super Charakter. Deswegen schätze ich diesen Menschen sehr - ich schätze ihn menschlich wie auch fußballerisch."

Vertieft wurde die Freundschaft, als Arnautovic bei Stoke City und Dzeko bei Manchester City spielten. Damals lebten beide in Manchester:

"Wir haben uns aber auch vor der Zeit in Manchester schon ein paar Mal gesehen. Er war auch ein paar Mal in Wien. Er kennt Leute, die ich auch kenne. So haben wir uns kennengelernt. In Manchester wurde es natürlich eine engere Beziehung, weil wir in der gleichen Stadt gelebt haben und öfters miteinander unterwegs waren."

Burgstaller und Gregoritsch "tadellose Stürmer"

Arnautovic und Dzeko stehen für Tore für ihre jeweiligen Nationalmannschaften. Das kann man von den beiden anderen ÖFB-Stürmern, Guido Burgstaller und Michael Gregoritsch, bekanntlich nicht behaupten.

Diese Thema wurde zuletzt ausführlich diskutiert - Gregoritsch erklärte den einfachsten Weg, die "Krise" zu beenden. Die LAOLA1-Analyse arbeitete unter anderem heraus, dass vor allem hinter den aktuellen ÖFB-Angreifern die rot-weiß-rote Stürmer-Krise so richtig schlagend wird.

Nun schaltet sich auch Arnautovic in diese Debatte ein und nimmt Burgstaller und Gregoritsch in Schutz: "Burgi und Gregerl sind tadellose Stürmer, das zeigen sie auch bei ihren Klubs in der Bundesliga."

Nicht immer die Schuld des Stürmers

"Ich habe gehört, dass die Leute sagen, dass sie zu wenig Tore machen. Man muss aber auch ehrlich sagen, und das ist natürlich die Entscheidung des Trainers, dass es öfters der Fall war, dass ich gespielt habe", verweist der West-Ham-Legionär darauf, dass Teamchef Franco Foda zuletzt bisweilen ihn im Angriffs-Zentrum platziert habe, und meint weiter:

"Wenn wir mit zwei Stürmern gespielt haben, ist es nicht immer einfach, wenn du zuvor nicht spielst und dann zum Einsatz kommst. Dann setzt sich ein Stürmer natürlich selbst unter Druck und sagt sich: 'Ich muss ein Tor machen und dem Trainer beweisen, dass ich spielen sollte.' Das ist schwierig. Aber ich schätze die beiden hoch ein, sie machen auch einen guten Job. Ich habe gemeinsam mit Burgi gegen Nordirland gespielt. Burgi macht sehr viel Arbeit, läuft sehr viel, kämpft sehr viel, probiert immer im Sechzehner zu sein und kommt manchmal auch zu seinen Chancen."

Dass diese nicht verwertet werden, sei nicht immer zwingend die Schuld des Stürmers: "Es kann auch der Tormann überragend halten oder Glück haben, den Ball noch irgendwie mit den Finger- oder Fußspitzen zu berühren. Also es ist nicht immer der Stürmer. Ich sehe da kein Problem bei den beiden."

Auch der letzte Kapitän war nicht so schlecht

Kein Problem ist es für Arnautovic auch, dass er die Kapitäns-Binde wieder an Rückkehrer Julian Baumgartlinger abgeben muss, auch wenn er in Erinnerung an sein Siegtor gegen Nordirland augenzwinkernd betont: "Ich glaube, dass auch der letzte Kapitän nicht so schlecht war, muss ich ehrlich sagen. Er hat das Spiel entschieden und wir haben 1:0 gewonnen."

"Wir sind sehr glücklich, dass Jules wieder hier ist", meint er bezüglich Baumgartlinger, "er ist eine Persönlichkeit, die einiges auf den Platz bringt, er ist einfach der Motor im Mittelfeld. Als Kapitän schätzt ihn jeder. Er redet sehr viel mit den Spielern. Das finde ich sehr gut, daher habe ich auch kein Problem damit."

Bezüglich Kommunikationsfähigkeit ortet Arnautovic beim etatmäßigen Spielführer Vorteile: "Denn ich bin eher ein Mensch, der in der Kabine nicht so viel über das Fußballerische redet, weil ich mich auf mein Spiel konzentriere. Jules macht das schon sehr gut. Ich finde, er ist ein würdiger Kapitän."

Muss Arnautovic fitgespritzt werden?

Arnautovic ist bekanntlich auch ohne Schleife eine Stütze des ÖFB-Teams, wenngleich er auch diesmal die Zähne zusammenbeißen muss. Die Schmerzen im lädierten linken Knie sind in den vergangenen Wochen nicht besser geworden.

Im Knie sammelt sich immer wieder Flüssigkeit: "Es ist einfach so, das muss ich so hinnehmen, aber es ist natürlich nicht optimal. Natürlich gibt es auch Leute, die meinen, ich sollte mich schonen und mal eine Woche nichts machen, aber das ist nicht so einfach", erläutert der 29-Jährige, der es von den Schmerzen am jeweiligen Matchtag abhängig macht, ob er sich fitspitzen lässt oder nicht: "Ich kann jetzt noch nicht sagen, ob ich am Donnerstag eine Spritze nehme."

Arnautovic hat und kennt keinen Druck

Nur daran, dass er auflaufen wird, lässt Arnautovic wie gewohnt keinen Zweifel. Genau wie im ÖFB-Lager viel darüber diskutiert wird, wie man Dzeko entschärft, weiß Bosniens Teamchef Robert Prosinecki natürlich, dass es auf Arnautovic aufzupassen gilt.

"Sie können mich auch gerne alleine lassen, damit habe ich kein Problem", grinst Arnautovic in der Hoffnung, dass er keinen bosnischen "Bodyguard" bekommt.

Die Erwartungshaltung, dass er Österreich zum so wichtigen Sieg führen soll, ist ihm jedenfalls egal: "Ich habe schon 1000 Mal gesagt: Erstens habe ich keinen Druck, zweitens kenne ich keinen Druck. Es ist natürlich schön, dass jeder erwartet, dass ich etwas richten kann und ein Spiel gewinnen sollte, aber ich spiele nicht alleine. Wenn ich gut spiele, gebührt der Dank der Mannschaft, weil sie alles dafür tut, dass ich gute Bälle und meine Chancen bekomme."

Im Happel-Stadion klingen alle Fans gleich

Welche Mannschaft am Donnerstag mehr Unterstützung von den Rängen erfahren wird, wird sich weisen. Schließlich ist anzunehmen, dass zahlreiche bosnische Fans den Weg ins Happel-Stadion finden werden.

Arnautovic sieht darin keinen Nachteil: "Warum auch? Wichtig ist nur, dass Leute da sind. Schreien tun sie eh alle dasselbe. Es ist laut, also hörst du eh nicht, was sie schreien. Und wir wissen ja: Egal ob du gegen Bosnien, Serbien, Kroatien oder die Türkei spielst, dass sehr viele Leute hier in Österreich leben, die natürlich ihr eigenes Land unterstützen wollen. Wenn sie gegen Österreich spielen, ist es dann die Möglichkeit, ins Stadion zu kommen."

Als Fußballer würde man sich ohnehin auf das Spiel konzentrieren. Mal abgesehen davon, dass im Happel-Stadion sowieso eine gewisse Distanz zwischen Spielfeld und Tribüne herrscht:

"Was außen passiert, passiert außen. Das ist sehr weit weg vom Spielfeld", schmunzelt Arnautovic, "es ist nicht so nah wie in England. In einem englischen Stadion könnte es da richtig laut werden."

Textquelle: © LAOLA1.at

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