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Baumgartner auf Thomas Müllers Spuren

Der ÖFB-Star will im Nationalteam vorangehen. Wie das funktionieren soll und warum ein deutscher Weltmeister dabei ein Vorbild ist.

Baumgartner auf Thomas Müllers Spuren Foto: © GEPA

Führungsspieler gesucht. In verletzungsbedingter Abwesenheit von David Alaba und Marko Arnautovic liegt es während des Camps in Marbella und in den ersten Testspielen des EURO-Jahres 2024 an anderen Kickern, im ÖFB-Team voranzugehen.

Wenn über potenzielle Kandidaten gesprochen wird, fällt der Name Christoph Baumgartner immer als einer der ersten.

Der Niederösterreicher ist zwar erst 24 Jahre alt, doch mit seinen 34 Länderspielen hinter Marcel Sabitzer, Michael Gregoritsch, Xaver Schlager, Florian Grillitsch und Stefan Lainer schon die Nummer 6 im aktuellen Kader.

"Etwas künstlich zu kreieren, ist nie authentisch"

Dass er als potenzieller Leader gefordert ist, ist Baumgartner bewusst. Verstellen will er sich deswegen aber nicht: "Ich versuche, der Baumi zu sein, der ich bin. Etwas künstlich zu kreieren, ist nie authentisch, das wirkt nicht auf andere. Ich will mit Leistung vorangehen."

All das sei ein Prozess: "Du sollst ja nicht von heute auf morgen Führungsspieler sein, das entsteht über Leistung. Außerdem muss eine gewisse Persönlichkeit dahinterstehen, das kann man nicht erzeugen, das muss von innen drinnen kommen. Wenn du ein Spieler bist, der eine Meinung vertritt und kundtut, entwickelt sich das."

Er selbst versuche, seine Mitspieler "in allen Bereichen zu unterstützen". "In erster Linie geht es um Leistungsbereitschaft. Es geht darum, am Platz in allen Bereichen voranzugehen", sagt der Offensivspieler.

Vorbild Thomas Müller

Foto: © getty

Ein Vorbild hat er in dieser Hinsicht mit Thomas Müller ausgemacht: "Ich bin ihm von der Art und Weise wie ich Fußball spiele ähnlich. Er ist einer, von dem ich mir viel abschauen kann."

Er schwärmt: "Er macht das extrem stark. Ich versuche, mir Dinge von Weltklassespielern abzuschauen. Er ist auf dem Platz schon auch laut. Und einer der spielintelligentesten Spieler, die ich kennengelernt habe. Wie er Räume besetzt, wie er Kommandos gibt, wenn er bewusst Räume für andere freizieht. Das kommt übers Training, über die Erfahrung, ist aber auch eine Gabe, die man einfach hat oder nicht."

Die Positionsfrage

Ähnlich sind freilich auch die Positionen. Aber wo fühlt sich der offensiv so vielseitig einsetzbare ÖFB-Kicker eigentlich am wohlsten?

"So wie in den letzten Länderspielen: zweite Spitze mit relativ vielen Freiheiten. Das hat gegen Deutschland mit Michi Gregoritsch als richtigem Neuner super funktioniert. Es ist eine meiner größten Stärken, Räume zu erkennen und besetzen. Aber natürlich bin ich nicht auf eine Position festgefahren", versichert er.

"Jedes Länderspiel ist eine Riesenehre"

Die Tage im Kreis des ÖFB-Teams genießt er sichtlich. Bei RB Leipzig stand er in dieser Saison erst neun Mal in der Startelf, kommt meistens von der Bank.

"Es ist schön, wenn du merkst, dass das Vertrauen zu 100 Prozent da ist. Das habe ich mir erarbeitet. Es tut einem Kreativspieler gut, wenn du weißt, dass eine schlechte Partie nicht alles Vorangegangene vergessen macht. Aber auch mir ist bewusst, dass ich auf höchstem Niveau spielen muss", sagt der Deutschland-Legionär.

Und überhaupt: "Es bedeutet mir extrem viel, für Österreich zu spielen. Das Nationalteam ist etwas ganz, ganz Besonderes. Jedes Länderspiel ist eine Riesenehre. Es ist ein besonderes Gefühl, die Hymne zu hören, wenn das ganze Land hinter uns steht."

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