Wer ist Deutschlands bester Trainer?

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Trainer-Kaliber wie Jürgen Klopp, Pep Guardiola oder Thomas Tuchel sucht man in der deutschen Bundesliga mittlerweile vergeblich.

Überhaupt gibt es im Nachbarland ständig Diskussionen, um Laptop-Trainer, Taktik-Füchse und Feuerwehrmänner.

Zum Beginn der Rückrunde hat die LAOLA1-Redaktion ihr Trainer-Ranking der Bundesliga erstellt. Dabei wurden nicht nur die Leistungen in der bisherigen Saison, sondern der allgemeine Eindruck bewertet.

Der jeweils Erstplatzierte erhielt dabei 18 Punkte, der Zweite 17 Punkte,..., der Letzte einen Punkt.

Erfreulich aus österreichischer Sicht: Adi Hütter braucht den Vergleich mit seinen Kollegen nicht zu scheuen.

Der Gewinner

Hat gut lachen: TSG-Coach Nagelsmann
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Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim): Der Youngster unter den deutschen Bundesliga-Trainern ist für uns auch der Beste. Er machte aus Mittelständler Hoffenheim ein Spitzenteam und lässt begeisternden Offensiv-Fußball spielen.

Seine Spieler sprechen nur in den höchsten Tönen von ihm und er dankt es ihnen mit fairem Umgang. Auch Reservisten wissen unter ihm, woran sie sind. Aus Joelinton, der während seiner Rapid-Zeit oft als Chancentod kritisiert wurde, machte er einen Goalgetter.

Sein Spielstil wurde ihm in seiner ersten Champions-League-Saison zwar zum Verhängnis, die Leistungen waren aber beachtenswert.

Dem erst 31-Jährigen winkt eine ganz große Trainer-Karriere. Im Sommer wird er Hoffenheim in Richtung RB Leipzig verlassen. Dort wird er beweisen müssen, dass er sich auch in einem neuen Umfeld zurechtfinden kann und eine neue Mannschaft auf das nächste Level bringt.

So hat die LAOLA1-Redaktion abgestimmt:

Platz Name Verein Punkte
1. Julian Nagelsmann TSG Hoffenheim 210
2. Lucien Favre Borussia Dortmund 201
3. Adi Hütter Eintracht Frankfurt 179
4. Niko Kovac Bayern München 167
5. Christian Streich SC Freiburg 160
6. Dieter Hecking Borussia Mönchengladbach 150
7. Ralf Rangnick RB Leipzig 135
8. Domenico Tedesco Schalke 04 125
9. Pal Dardai Hertha BSC 124
10. Manuel Baum FC Augsburg 108
11. Florian Kohfeldt SV Werder 101
12. Peter Bosz Bayer Leverkusen 86
13. Markus Weinzierl VfB Stuttgart 65
14. Bruno Labbadia VfL Wolfsburg 64
15. Friedhelm Funkel Fortuna Düsseldorf 63
16. Sandro Schwarz 1.FSV Mainz 52
17. Michael Köllner 1.FC Nürnberg 34
18. Andre Breitenreiter Hannover 96 28

Die Verfolger

BVB-Coach Favre überzeugt bisher
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Lucien Favre (Borussia Dortmund): Der Schweizer hat den BVB zurück zu alter Stärke geführt. Die Borussia begeistert mit unglaublichem Tempo-Fußball und taktisch brilliant eingestellten Auftritten.

Favre hat die perfekte Mischung aus Talenten, wie Newcomer Jadon Sancho, und etablierten Kräften, wie beispielsweise Marco Reus. Nur um Haaresbreite verpassten die Dortmunder eine perfekte Hinserie ohne Niederlage.

Die bisherigen Highlights waren der 3:2-Heimsieg gegen die Bayern sowie die 4:0-Gala in der Champions League gegen Atletico Madrid. Das absolute Highlight steht noch bevor: Dortmund ist auf dem besten Weg zur ersten Meisterschaft seit 2012 und damit drauf und dran die Bayern-Dominanz zu brechen.



Adi Hütter überzeugt in Frankfurt
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Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): Vom Kandidaten auf die erste Trainer-Entlassung zum gefeierten Helden - und das alles in nur wenigen Wochen. Adi Hütter hat sich eindrucksvoll in der Bundesliga etabliert.

Dabei hatten viele Experten Zweifel, ob die vergangene Eintracht-Saison, an deren Ende der Cupsieg stand, noch getoppt werden könne. Hütter schaffte es.

Mit seinem magischen Sturm-Dreieck Luka Jovic, Sebastian Haller und Ante Rebic lehrt der Vorarlberger den Abwehrreihen das Fürchten, marschierte trotz namhafter Gegner wie Lazio und Olympique Marseille ohne Punktverlust durch die Europa-League-Gruppenphase.

Der ehemalige Salzburg-Coach kann mit Recht stolz sein auf seine bisherige Perfomance und sichert sich völlig berechtigt einen Platz in den Top drei. Der 48-Jährige zeigt, dass er ein Klasse-Trainer ist, auf den sicher noch viele Erfolge warten.


Hat zu kämpfen: Bayern-Coach Kovac
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Niko Kovac (Bayern München): Für so ziemlich jeden Trainer wäre Rang vier ein Erfolg, aber für den Trainer der Bayern? Der Neo-Übungsleiter des Münchner Starensembles hatte in seinen ersten Amtsmonaten mehr mit Störfeuern zu tun als ihm lieb war.

Besonders die Maulwurf-Affäre und der dazu ausbleibende sportliche Erfolg hätten fast zu einem schellen Rauswurf des Kroaten geführt. Mittlerweile scheint die Kommunikation zwischen Coach und Team besser zu funktionieren.

Kovac wird sich aber am Erfolg messen lassen müssen. Platz zwei gibt es im Universum der Bayern-Granden nicht.

Aber: Kovac hat mit Frankfurt bewiesen, dass er es kann. Außerdem muss man ihm zugute halten, dass es nicht seine Schuld ist, dass ihm die Verantwortlichen einen veralteten Kader zur Verfügung gestellt haben, der nicht die Qualität früherer Jahre besitzt.


Ein grandioser Typ: Freiburgs Christian Streich
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Christian Streich (SC Freiburg): Der fünfte Platz geht völlig zurecht an den Coach des kleinen SC Freiburg. Streich überzeugt nicht nur durch seine offene, authentische Art, sondern auch mit seinem großen Fachwissen. Etliche junge Spieler wurden durch ihn zu gestandenen Bundesliga-Profis. Für viele seiner Jungs ist er der "Ziehvater".

Dieses Gespür für Talente ist auch dringend notwendig, um jedes Jahr aufs Neue eine konkurrenzfähige Truppe aus den Freiburgern zu machen.

Christian Streich ist der dienstälteste Trainer der deutschen Bundesliga und ohne ihn würde dem Oberhaus eine der letzten großen Trainer-Persönlichkeiten fehlen.


Gelungenes Trainer-Comeback: Ralf Rangnick
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Ralf Rangnick (RB Leipzig): Eigentlich nur Platzhalter bis zur nächsten Saison Julian Nagelsmann nach Leipzig kommt, beweist Ralf Rangnick, dass er immer noch ein guter Trainer ist.

Die "Bullen" liegen mit Platz vier voll auf Champions-League-Kurs und spielen wieder so erfrischend wie man es von ihnen gewohnt ist.

Auch mit den jungen Spielern der Leipziger kommt Rangnick gut klar und muss zudem mit Emil Forsberg einen der wichtigsten Spieler verletzungsbedingt ersetzen.

Aber: In seine Amtszeit fällt auch eine der größten Enttäuschungen in der noch jungen Vereinsgesichte. In der Gruppenphase der Europa League scheidet Leipzig aus. Inklusive zweier Niederlagen gegen die "kleine Schwester" Salzburg.


Die Absteiger

Muss sich steigern: Mainz-Coach Schwarz
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Sandro Schwarz (1. FSV Mainz): Die Mainzer Trainerschule ist bekannt, aus ihr gingen einst Jürgen Klopp und Thomas Tuchel hervor.

Der Output ist seitdem etwas ins Stocken geraten. Sandro Schwarz, einst vom Nachwuchs befördert, leistet solide Arbeit, nicht umsonst stehen die Mainzer mit 21 Punkten relativ gesichert im Mittelfeld.

Aber ein klares Konzept ist selten zu erkennen, die Mainzer verlagern, logischerweise, auf Konter, stehen defensiv sehr kompakt.

Eine spielerische Weiterentwicklung wird aber nun notwendig sein, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.


Hat Anpassungsprobleme: Michael Köllner
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Michael Köllner (1. FC Nürnberg): Der 49-Jährige, der im März 2016 als Leiter der Nachwuchsabteilung in Nürnberg seine Arbeit aufgenommen hatte, danach die Amateure coachte und seit Sommer 2017 die Profis betreut, hat sofort die Rückkehr in die höchste Spielklasse bewerkstelligt.

Durchaus bemerksenswert, bedenkt man, dass dies gleichzeitig Köllners erste Saison überhaupt als Trainer einer Erwachsenen-Mannschaft war, sieht man von einem halben Jahr bei Bayern Hof vor 18 Jahren ab.

Den Erfolg bestätigen konnte er allerdings bisher überhaupt nicht. Der Club liegt am Tabellenende und Köllner ist es nicht gelungen, seine Philosophie an die neue Herausforderung anzupassen. Nürnberg will offensiv spielen und läuft dabei regelmäßig in schlimme Niederlagen (0:7 gegen Dortmund, 0:6 gegen Leipzig, 2:5 gegen Schalke).


Andre Breitenreiter: Hinter den Erwartungen
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Andre Breitenreiter (Hannover 96): Der 45-Jährige übernahm im März 2017 den Job von Daniel Stendel und erfüllt zunächst die in ihn gesetzten Erwartungen: Er führte die 96er zurück in die deutsche Bundesliga. In der Aufstiegssaison konnte immerhin Platz 13 erreicht werden.

In der aktuellen Saison läuft es aber so überhaupt nicht. Erst in der siebenten Runde wurde der erste Sieg eingefahren, Befreiungsschlag war das aber keiner, es folgte nur ein einziger weiterer Erfolg. Mit elf Punkten aus 17 Partien rangiert der Verein aus Niedersachsen auf dem vorletzten Platz und liegt somit weit hinter seinen Ansprüchen zurück.

Unter der Regie von Präsident Martin Kind kommt der Verein nicht zur Ruhe, das erschwert die Aufgabe Breitenreiters, der zuvor bei Schalke und Paderborn gearbeitet hat. Der Trainer analysiert durchaus stimmig, aber er liefert nicht.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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