Leipzig-Sportchef selbstkritisch: "Das war absolut unwürdig"
Die Trennung von Ole Werner wirbelte viel Staub auf. Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer nimmt sich aus der Kritik nicht raus.
Bei RB Leipzig hat die unerwartete Trennung von Ole Werner viel Staub aufgewirbelt.
Der 38-Jährige wurde nach nur einer Saison im Amt trotz Platz 3 und der damit verbundenen Qualifikation für die UEFA Champions League entlassen. Sein Nachfolger ist der ehemalige argentinische Verteidiger Martin Demichelis.
Dass der Trainerwechsel durchsickerte, als Werner noch im Urlaub weilte, hinterlässt Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer ein unwohles Gefühl.
"Letzten Wochen waren einfach schlecht"
"Die letzten Wochen - und so selbstkritisch muss man sein - waren alles andere als optimal, einfach schlecht. Aber man muss wissen: Wir hatten bereits in Südafrika ein längeres, vertrauliches Gespräch mit Ole", sagt Schäfer der "Bild".
Dieses sollte nach Werners Urlaub fortgesetzt werden. "Dass sich dazwischen dann vieles aus verschiedensten Gründen in der Öffentlichkeit abgespielt hat, war sowohl dem Menschen als auch dem Trainer Ole Werner gegenüber absolut unwürdig. Mir tut das wirklich sehr leid", zeigt der Ex-Profi Reue.
Zu wenig Respekt gezeigt
Die Gespräche zwischen Coach und Klub seien "immer sehr offen" und "ehrlich" gewesen. Schäfer ist sich jedoch bewusst, dass es Entscheidungen gebe, "die im ersten Schritt auf wenig Verständnis treffen" würden.
"Manchmal sind die knallhart. Trotzdem geht es immer um eine respektvolle Art und Weise. Das haben wir alles dieses Mal nicht geschafft", gesteht der Sportchef.
Diskussionen mit Klopp
Wie groß Schäfers Anteil an der Entlassung überhaupt war, ist zu hinterfragen.
Besonders Jürgen Klopp, seines Zeichens Head of Global Soccer bei Red Bull, soll kein Freund von Werner gewesen, ihr Verhältnis schon lange zerrüttet gewesen sein. Trainer-Beben in Leipzig: Gibt es einen Machtkampf bei Red Bull? >>>
Schäfer lässt durchblicken, dass mit Klopp nicht immer Einigkeit herrscht: "Wir sind regelmäßig im Austausch. Und ja, wir diskutieren – und das auch mitunter lang und kontrovers. Aber am Ende übernehmen wir die Verantwortung in Leipzig."