Ilzers Hoffenheim könnte Bayern zum Meister machen
Die TSG trifft auf Borussia Dortmund und will überraschen. Die Bayern empfangen im Südschlager den VfB Stuttgart.
Die Suche mit dem Fernglas, die Uli Hoeneß einst der Bayern-Konkurrenz empfahl, kann der einzig verbliebene Verfolger in Kürze auch ganz offiziell einstellen.
Zwölf Punkte liegt Borussia Dortmund in der deutschen Bundesliga vor der 30. Runde hinter dem FC Bayern. Bereits an diesem Sonntag könnten die Münchner die 35. Meisterschaft feiern. Christian Ilzers TSG Hoffenheim könnte daheim am Samstag (15:30 Uhr) gegen den BVB zum Zünglein an der Waage werden.
Hoffenheim seit vier Spielen ohne Sieg
Gewinnt Hoffenheim das Heimspiel gegen Dortmund, würde den Bayern von Vincent Kompany im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (17:30 Uhr/LIVE-Ticker>>>) bereits ein Remis reichen. Teilen der BVB und die TSG zuvor die Punkte, holen die Münchner mit einem Sieg die Schale.
Der Fokus von Ilzer liegt allerdings nicht auf der Titelkür der Bayern, sondern auf den eigenen Ambitionen. "Wir wollen uns Chancen erarbeiten, jeder Punktgewinn wäre für uns ein Erfolg. Wir haben genügend Anreiz für die restliche Saison, sie ist eine Schatzkiste mit vielen Erfolgen", meinte der Steirer.
Die Formkurve der TSG zeigte zuletzt nach unten. Nach dem Turbostart ins neue Jahr mit fünf Siegen en suite, gab es in neun Partien nur noch zwei "Dreier" und vier Niederlagen. Seit vier Spielen wartet Hoffenheim auf einen Sieg. Gegen die Dortmunder wollen die Kraichgauer Resilienz zeigen.
"Es wird ein großes Spiel gegen einen großen Gegner. Es ist eine sehr gute Chance für uns, um gegen ein Spitzenteam zu überraschen. Wir wollen zeigen, dass wir unangenehm sein können. Dafür haben wir uns die ganze Woche vorbereitet. Wir wollen wir sein, füreinander spielen und fighten", appellierte Ilzer.
Früheste Meisterschaft für Bayern außer Reichweite
Die Meisterschaft frühzeitig einzufahren, ist für die Bayern nichts Neues. In der Saison 2013/14 machten die Münchner unter Trainer Pep Guardiola bereits am 25. März den Titel perfekt – damals durch ein 3:1 am 27. Spieltag bei Hertha BSC. So früh war sonst kein Team dran.
Weitere Bayern-Mannschaften und auch Leverkusen 2023/24 unter Trainer Xabi Alonso machten früh den Deckel drauf. Der Gegner im Südgipfel wird allerdings allfällige Partypläne durchkreuzen wollen. "Die Bayern sind derzeit in einer anderen Liga unterwegs. Es ist uns in diesem Jahr aber auch in Leverkusen schon einmal gelungen, eine Serie zu brechen", sagte VfB-Coach Sebastian Hoeneß.
Die Stuttgarter bleiben jedoch mit Blick auf die Bayern realistisch. "Sie spielen sowohl national als auch international eine herausragende Saison, haben bereits den Bundesliga-Torrekord gebrochen und dazu mit Vincent Kompany einen überragenden Trainer in ihren Reihen", so Hoeneß.
Auch ein weiterer Rekord soll fallen. Falls FCB-Torjäger Harry Kane den Tor-Turbo zündet, könnte er Robert Lewandowski den Rekord für die meisten Saisontore wegschnappen. Der frühere Bayern-Stürmer traf 41 Mal in der Saison 2020/21, Kane steht aktuell bei 31 Toren.
Meisterschale vergrößert
Die Meisterschale wurde indes sicherheitshalber erweitert und hat einen größeren Außenring bekommen. Damit sei nun ausreichend Platz für die nächsten 30 Jahre geschaffen, hieß es vonseiten der Liga.
Die zuletzt 1981 geänderte Trophäe, auf der sich die Meister seit 1903 finden, wurde für die Umgestaltung in alle Einzelteile zerlegt und grundlegend restauriert. Sie wiegt nun mehr als elf Kilogramm und hat einen Durchmesser von 56 cm.