40 Tore! Lewandowski setzt sich ein Denkmal

40 Tore! Lewandowski setzt sich ein Denkmal Foto: © getty
 

Zumindest eine Woche teilt sich Robert Lewandowski den Torrekord in der deutschen Bundesliga noch mit Gerd Müller. Am 34. und letzten Spieltag will der Pole die Bestmarke für sich alleine haben.

"Ich weiß, was der Name Müller der älteren Generation bedeutet", sagt der Pole nach seinem historischen 40. Saisontreffer beim 2:2 gegen Freiburg. Deshalb hatte er bei seinem Jubel auch ein T-Shirt mit dem Konterfei der Legende präsentiert.

Dass er Müller nicht noch überflügeln werde, wollte Lewandowski aber nicht versprechen. "Was Gerd Müller geschafft hat, war unglaublich", betont der Topstürmer des Meisters. "Das ist eine große Ehre. Für mich, aber auch für die moderne Geschichte der Bundesliga", ergänzt Lewandowski. Trifft er auch in der letzten Runde gegen Augsburg, würde ihm der Torrekord ganz alleine gehören.

Lewy: "Hätte mindestens ein Tor mehr schießen können"

"Ich hätte nie gedacht, dass ich es schaffen könnte, mit ihm einen Rekord zu haben", sagt Lewandowski über Müller, nachdem er per Elfmeter getroffen hatte. Den Rekord hat er nun aber. Und hätte der polnische Nationalstürmer eine seiner weiteren Großchancen genutzt, hätte er ihn sogar schon ganz für sich allein.

"Ich hätte mindestens ein Tor mehr schießen können", sagt der Pole, der mehrfach an Freiberg-Torhüter Mark Flekken scheiterte. "Aber vielleicht kann man so einen Rekord nicht direkt schlagen". Vor allem kann man es nicht ohne Hilfe der Kollegen. "Der Rekord gehört der ganzen Mannschaft", sagt Lewandowski daher pflichtbewusst in Richtung seiner Mitspieler um David Alaba.

Und auch sein Trainer Hansi Flick, für den "Robert im Moment der beste Stürmer auf der Welt" ist, betont, dass es die Mitspieler seien, die die entsprechenden Vorlagen liefern müssten. Denen und sich selbst hat Lewandowski mit seinem 40. Saisontor laut Bayern-Vorstand Oliver Kahn nun endgültig "ein Denkmal gesetzt".

Vergleiche zwischen den Ausnahmekönnern sind schwierig

"Ein bisschen surreal" sei das, sagte Teamkollege Thomas Müller. Und mit seinem Jubel habe Lewandowski "genau das richtige Zeichen" gesetzt. "Ohne Gerd Müller und seine Tore wäre der FC Bayern nicht in dieser Region, in der er sich aktuell befindet", betont der 31-Jährige. "Das zu respektieren und nochmal darauf hinzuweisen, zeigt wahre Größe."

Vergleiche zwischen den beiden Rekordhaltern sind schwierig und würden ihnen nicht gerecht. Sowohl Müller als auch Lewandowski waren und sind Ausnahmekönner ihrer jeweiligen Generation. Anders als der frühere wird der aktuelle Stürmerstar der Bayern in Fankreisen seit jeher aber eher respektiert als geliebt.

Jahrelang galt Lewandowski, der 2010 von Lech Posen zu Borussia Dortmund und 2014 weiter nach München wechselte, als kühler Karrierist und suggerierte, dass auch Bayern für ihn noch nicht das Ende der Fahnenstange sein muss.

Elfmeter war "eine schwierige Situation"

Nach und nach wandelte er sich aber. Früher wirkte es mitunter, als könne er sich über Tore seiner Nebenmänner kaum freuen, weil er sie lieber selbst erzielt hätte. Inzwischen gilt er mehr als Teamplayer denn als Egoist. Er hat gemerkt, dass er die ganz großen Ziele, etwa den Gewinn der Champions League oder der Weltfußballer-Wahl, auch mit den Bayern erreichen kann - wenn er sich denn auch über seine Rolle als Torjäger hinaus bei ihnen einbringt.

Trotz aller Verbissenheit hat er in entscheidenden Momenten nun auch die nötige Lockerheit entwickelt - wie bei seinem Elfmeter für die Ewigkeit in Freiburg. "Das war eine sehr schwierige Situation", sagt Lewandowski. "In diesem Moment muss man ruhig bleiben, das ist nicht so einfach." Doch es ist ihm gelungen.

Und letztlich überrascht es dann auch gar nicht so sehr, dass es gerade ihm gelungen ist, Müllers Uralt-Rekord zu egalisieren. Saison für Saison liefert Lewandowski ab. Fünfmal wurde er schon Bundesliga-Torschützenkönig, zum vierten Mal hat er nun mindestens 30 Saisontreffer erzielt.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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