Salzburgs Helden aus der zweiten Reihe

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Smells like Team spirit.

Der Teamgeist ist zweifellos einer der großen Erfolgsfaktoren jener Salzburger Mannschaft, die sich am Donnerstag anschickt, als fünftes österreichisches Team in ein Europacup-Finale einzuziehen.

Dabei geht es nicht nur um die Spieler an sich, sondern auch um das gesamte Team, das für den sportlichen Erfolg verantwortlich zeichnet.

Trainer Marco Rose und die Salzburger Spieler stehen in der Öffentlichkeit naturgemäß im Vordergrund, doch auch in der zweiten Reihe finden sich in Salzburg Helden.

Die Assistenten

Aufhauser, Zickler, Maric
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Rose hat sich zu Saisonbeginn ein Trainer-Team zusammengestellt und damit wie so oft in dieser Saison ein glückliches Händchen bewiesen. Bundesliga-Urgestein Rene Aufhauser war schon Assistent von Vorgänger Oscar, Youngster Rene Maric nahm Rose mit zu den Profis und Champions-League-Sieger Alexander Zickler rückte von Liefering auf. Sie alle bringen sich gleichermaßen in die Arbeit auf und abseits des Platzes ein, wobei natürlich die Stärken jeweils woanders liegen. Dass sich Aufhauser mehr mit der Defensive (und um Standards) und Zickler mehr mit der Offensive beschäftigt, liegt auf der Hand. Ebenso, dass Maric den Gegner in der Analyse zerlegt. Rose über den 25-Jährigen, der immer wieder auch das Interesse ausländischer Medien auf sich zieht: "Rene ist das Bindeglied zwischen Analyse und Platz und das macht er hervorragend. Jeder bringt seine Ideen bei der Spielvorbereitung ein, Rene ist ein wichtiger Faktor." Vor jedem Duell in der Europa League macht sich zunächst jeder Trainer seine Gedanken, ehe am Tag 1 der Vorbereitung auf das anstehende Spiel über alles mögliche diskutiert wird und zumeist die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Herbert Ilsanker
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In der Arbeit auf dem Platz ist auch Tormann-Trainer Herbert Ilsanker, Vater von Teamspieler und Leipzig-Legionär Stefan, eingebunden. Der 50-Jährige, der mit Austria Salzburg 1993/94 im UEFA-Cup-Finale stand, sorgt immer wieder dafür, dass Salzburgs Torhüter auf dem Posten sind. Alexander Walke zeigt sich mit 34 Jahren in der Form seines Lebens, Cican Stankovic kommt wie im Cup-Halbfinale gegen Mattersburg rein und brilliert. Ilsanker holte etwa einst Peter Gulacsi von der Bank aus Liverpool, mittlerweile spielt der 27-Jährige für Leipzig in der Deutschen Bundesliga und ist die ungarische Nummer 1.

Die "Abteilung Fitness"

Patrick Eibenberger
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Mit Patrick Eibenberger gibt es seit dieser Saison einen neuen Athletik-Trainer. Auch den 30-Jährigen nahm Rose von der U18 mit zur Kampfmannschaft. Eibenberger, der in der Salzburger Landesliga im Tor spielte, ist einer der Gründe, warum sich Salzburg in solch einem guten körperlichen Zustand befindet. "Dahinter steckt ein irre guter Managementprozess“, sagte Eibenberger zuletzt der „Krone“ und verwies auf die Analyse mit sämtlichen Betreuern nach jedem Spiel. Doch auch die Spieler selbst geben sich höchstprofessionell. Eibenberger: "Wie oft Spieler am Platz stehen, hat nicht nur mit fußballerischer Qualität zu tun." Offensichtlich hat aber Eibenberger auch seinen Anteil daran, gehörten früher ob des Salzburger Spielstils muskuläre Verletzungen zur Tagesordnung, sind die in dieser Spielzeit seltener geworden. „Wir haben ein wichtiges Tool, das die exzentrische Kraft auf der Rückseite der Beinmuskulatur misst. Diese Kraft ist stark an die Verletzungsmechanismen der Oberschenkelmuskulatur gekoppelt. Das ist bei Spielern die häufigste Verletzung, die es einzudämmen gilt“, erklärt Eibenberger, der auch auf die elektronische Technik setzt. Tablets gehören im Salzburger Training längst dazu.

Werdenich, Egger, Selbach, Eisele, Neumann
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"Der Status quo unserer Verletztenliste zeigt, wie gut und fleißig gearbeitet wird. Die Physios, Ärzte, Reha- und Athletiktrainer leisten tolle Arbeit, genießen maximale Wertschätzung von mir", lobte Rose zuletzt die "Abteilung Fitness". Kein Wunder, ist es doch tatsächlich unüblich, das nach 56 Pflichtspielen in dieser Saison und in einer absolut intensiven Phase kein Spieler verletzt ist. Mehr Teamwork geht nicht. Die Teamärzte Dr. Helmut Klampfer und Dr. Jürgen Herfert kümmern sich um die medizinischen Belange, die Physiotherapeuten Cornelia Werdenich, Simon Egger, David Selbach und Scott Eisele kneten die Salzburger Kicker wieder fit. Reha-Trainer Ralf Neumann, der von den Spielern auch scherzhaft "Sklaventreiber" genannt wird, hat in Zeiten wie diesen glücklicherweise weniger zu tun, im Herbst gab es aber etwa noch ein großes Lazarett. Und Wehwechen zwischen den Spielen gehören freilich auch aus dem Weg geräumt.

Der Staff

Urs Häfelinger
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Rund um die Mannschaft helfen viele Menschen mit und sorgen für das Wohlbefinden der Spieler. Wer will, kann sich mit Mental-Coach Ulf Häfelinger über alles Mögliche austauschen. Es wird aber auch immer wieder in Team-Sitzungen über mentale Herausforderungen gesprochen. Am schönsten ist es freilich, wenn Häfelinger nach einem Sieg wie gegen Lazio seine legendären Ansprachen hält und in der Kabine unter dem Motto „Des is Soizbuag“ aufzeigt, welche Leistung die Mannschaft vollbracht hat.

Lang, Brunner,Sonnberger, Strasser, Efe

Team-Manager Mark Lang kümmert sich seit über elf Jahren um alle organisatorischen Belange und ist damit fast so lange wie Ilsanker dabei. Seit diesem Sommer dabei ist Rainer Sonnberger, der Richard Kitzbichler (folgte Roger Schmidt nach Peking) als Video-Analysten ablöste. Sonnberger ist ein ganz entscheidender Faktor, wenn es um die Spiel-Vorbereitung geht. Schließlich schauen sich Salzburgs Betreuer kaum einen Gegner vor Ort an, zumal das vielfältige Video-Material, das es heutzutage gibt, ausreicht. Für das perfekte Sportler-Essen sorgt Koch Tobias Brunner, der im Trainingszentrum Taxham auftischt. Mit Thomas Strasser und Hakan Efe sorgen die beiden Zeugwarte, dass alles zur Verfügung steht, was ein Kicker braucht.

Radovanovic, Mesloub, Myazawa

Interessante Staff-Mitglieder sind auch Mustapha Mesloub, Dragan Radovanovic und Yuki Myazawa. Sie helfen als Dolmetscher, sind aber definitiv mehr als das. „Wir kümmern uns um eine Vielzahl an administrativen Dingen wie Banken-, Finanz-, Versicherungs- und Steuerwesen und helfen den Spielern bei der Wohnungssuche, bei Behördenwegen und der Organisation von Kinderbetreuungsplätzen. Wir unterstützen unsere Spieler dabei, ihr Leben bestmöglich zu organisieren“, erklärt Radovanovic, das wohl bekannteste Gesicht des Trios. Schließlich war er in der Oscar-Ära stets als Übersetzer für den Spanier bei Pressekonferenzen und TV-Interviews zu sehen. Im Sommer 2012 wurde Radovanovic als Dolmetscher für Jonatan Soriano engagiert, er blieb, weil er eben mehr als ein Dolmetscher ist - Salzburg nennt es Integrations-Manager

Mesloub ist schon seit über 25 Jahren in Salzburg. Begonnen hat der gebürtige Algerier als Nachwuchstrainer und er arbeitete hauptberuflich für Porsche in der Qualitätskontrolle. Diesen Job gab er auf und wurde hauptberuflich Trainer in der Akademie. Zudem kümmerte sich Mesloub darum, dass Spieler wie Sadio Mane, Naby Keita oder jetzt Diadie Samassekou sich in Salzburg wohlfühlen. Mit Champions-League-Finalist Mane ist Mesloub nach wie vor in stetigem Kontakt.

Myazawa kümmert sich wiederum um die nicht-fußballerischen Belange von Takumi Minamino und Hee-Chan Hwang und ist darüber hinaus auch als Scout für die Salzburger tätig. Zusammenarbeit wird in Salzburg definitiv groß geschrieben.


Textquelle: © LAOLA1.at

10 Gründe, warum Salzburg ins Europa-League-Finale kommt

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