Europa League: Einzelkritik zu Salzburg-Marseille

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Ein ganz bitteres Ende aller Träume von FC Red Bull Salzburg!

Österreichs Doublesieger feiert im Halbfinal-Rückspiel der UEFA Europa League zwar einen 2:1-Heimsieg nach Verlängerung gegen Olympique Marseille, muss sich aber mit dem Gesamtscore von 2:3 geschlagen geben.

Der entscheidende Treffer von Rolando fällt erst in der 116. Minute nach einem Eckball, den es für die Franzosen nie geben hätte dürfen.

Salzburgs Reise ist zu Ende, aber trotzdem haben Marco Roses Jungs sich noch einmal von der besten Seite gezeigt. Wer hat am Donnerstagabend in der ausverkauften Bullen-Arena überzeugt, wer hat enttäuscht?

LAOLA1 analysiert die Leistungen aller Salzburg-Akteure und verteilt Noten (1=Sehr Gut, 2=Gut, 3=Befriedigend, 4=Genügend, 5=Nicht Genügend):

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ALEXANDER WALKE (34/GER), 120 Minuten, Note: 2

Der Routinier hatte in der ersten Hälfte so gut wie gar nichts zu tun, bei Germains großer Chance kurz nach der Pause wäre der Deutsche dann machtlos gewesen (49.). Dann kam lange nichts von OM, bei Thauvins Kopfball an die Latte hatte Walke nur bedingt Glück, denn der 34-Jährige hätte ansonsten die Hand zur Stelle gehabt. Marseille hatte dann noch die eine oder andere Chance, aber direkt auf das Tor kam wenig - bis zum Herzensbrecher kurz vor Ende durch Rolando in Minute 116.

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STEFAN LAINER (25/AUT), 120 Minuten, Note: 2

Beim Rechtsverteidiger war der Biss wie immer sehr deutlich ausgeprägt. Hinzu kamen kleine Highlights wie Payet mit der Ferse ins Leere laufen zu lassen. Belebte die Offensive, defensiv war auf seiner Seite in den ersten fünf Minuten nach der Pause aber einiges los, was auch seinem Offensivdrang geschuldet war. Ackerte über 120 Minuten, was das Zeug hielt, auch wenn nicht immer alles gelang.

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ANDRE RAMALHO (26/BRA), 120 Minuten, Gelb, Note: 2

Der Abwehrchef präsentierte sich lange souverän, seine Pässe in der Spieleröffnung waren sauber und präzise. Erinnerte nach der Pause an sein Tor für Liefering in der Relegation 2013, das er am Vortag bei der Pressekonferenz erwähnte, als er einfach einmal drauf los hämmerte (58.). Marseille kam dann auch im Zentrum zu Chancen, aber das ist in einem Halbfinale auf Augenhöhe auch einfach nicht zu verhindern. Konnte beim Eckball vor dem Tor, der keiner war, dann nicht mehr eingreifen.

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DUJE CALETA-CAR (21/CRO), 120 Minuten, Gelb, Note: 2

Der Kroate machte schon wie im Hinspiel eine gute Partie, gab auch den Pass zum Sensations-Solo von Haidara. Beim Handspiel im Finish hatte er Glück, andere Schiedsrichter hätten Elfer gegeben. Aber den Strafstoß, den Salzburg in Marseille nicht bekam, bekam Marseille in Salzburg auch nicht. Musste dann zunächst Linksverteidiger spielen, als Ulmer nicht weitermachen konnte und Pongracic in die Partie kam. Später war es eine Dreierkette. Vergab per Kopf die Chance auf das 3:0 (99.), aber OM-Goalie Pele erwischte einen sehr guten Tag.

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ANDREAS ULMER (32/AUT), bis 96. Minute, Note: 2

Machte auch das 20. Europacup-Spiel in dieser Saison, auch über 90 Minuten, aber 120 gingen sich nicht aus. Defensiv gut, aber offensiv hatte er zunächst Abstimmungsprobleme mit Berisha, steigerte sich aber noch in der ersten Hälfte und zog Gelb gegen Sarr. Nach der Pause vorne wie hinten bärenstark – und das im 51. Saisonspiel. Aber in der Verlängerung konnte der Linksverteidiger nicht mehr, der Muskel machte zu. Mangels Außenverteidiger-Alternativen auf der Bank kam Pongracic.

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DIADIE SAMASSEKOU (22/MLI), 120 Minuten, Note: 2

Salzburgs Spinne mit den langen Beinen eroberte viele Bälle und machte die Räume wie gewohnt gut zu. Da gab es für Marseille im Zentrum auch kein Durchkommen, wenngleich die Gäste freilich über ihre starken Flügel vermehrt versuchten, gefährlich zu werden. Die Mali-Connection präsentierte sich einmal mehr stark und zog Marseille in ihren Räumen auch den Nerv. Es hat am Ende nicht ganz gereicht.

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AMADOU HAIDARA (20/MLI), 119 Minuten, Gelb-Rot (119.), Note: 1

Ein Solo, das Salzburg sicher noch Millionen bringen wird. Zunächst immer eine Fußspitze voraus gegenüber den Franzosen. Auf seiner (halb)rechten Seite war auch der Mittelfeldspieler aus Mali offensiv viel involviert, defensiv wie Samassekou sehr präsent. Aber dann: Was für ein Solo! "Doudou" ließ sechs (!) OM-Kicker zusehen und traf zur Führung (53.). Holte sich später Gelb gegen Payet ab, weil er dieses Foul auch machen musste. Nach dem 1:2 flog er vom Platz, dennoch tolle Partie.

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VALON BERISHA (25/KOS), 120 Minuten, Note: 2

Wie immer lief der "Krieger", der gegen St. Pölten pausierte, viel und holte sich auch die Bälle von weit hinten. Die ruhenden waren an diesem Abend lange Zeit nicht gefährlich, vor allem die Ecken kamen nicht. Die Freistöße wurden mit Fortlauf besser. Aber sein Auftreten in der zweiten Hälfte war eines Anführers würdig. Rutschte, biss und war in der Offensive präsenter als vor der Pause.

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XAVER SCHLAGER (20/AUT), bis 84. Minute, Note: 2

Saß im Hinspiel zunächst auf der Bank, durfte dieses Mal wieder von Beginn an ran. Der Mittelfeldspieler scheute keine Zweikämpfe, wurde dabei auch oft in die Mangel genommen. Nach vorne vor der Pause unglücklich, aber sein Schuss auf das Tor lenkte Sarr zum 2:0 (65.) ab. Ging nach 84 Minuten für Minamino.

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MUNAS DABBUR (25/ISR), 120 Minuten, Gelb, Note: 2

Stand auch im 20. Europacup-Spiel in dieser Saison in der Startelf. Ihm gehörte die erste Chance, sein schneller, guter Abschluss ging auch auf das Tor, aber Pele war zur Stelle (13.). Machte ein gefälliges Spiel, versuchte auch Gulbrandsen einzusetzen, was nicht immer gelang. Zog Gelb gegen Rami, hätte dann fast mit einem Ferserl getroffen und vergab in Minute 102 eine gute Chance. Nicht nur er weinte noch am Spielfeld.

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FREDRIK GULBRANDSEN (25/NOR), bis 69. Minute, Note: 3

Bekam den Vorzug gegenüber dem zuletzt formschwachen Hwang. Arbeitete brav, aber konnte die Bälle kaum halten oder sie so mitnehmen, wie er das gerne gehabt hätte. Lag aber auch an einer lange Zeit guten Marseille-Defensive. Die Standing Ovations bei seiner Auswechlsung lagen freilich am Spielstand (2:0) und der zu dem Zeitpunkt sehr guten Stimmung.

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HEE-CHAN HWANG (22/KOR), ab 69. Minute, Note: 3

Kam für Gulbrandsen rein und war drei Minuten nach seiner Einwechslung gefährlicher als in Marseille. Doch Pele wehrte seinen guten Schuss gerade noch ab (71.). Zog Gelb gegen Germain (76.), hatte in der Folge nicht das nötige Ballglück.

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TAKUMI MINAMINO (23/JPN), ab 84. Minute, Note: 3

Der Japaner kam kurz vor Ende der regulären Spielzeit und war in den ersten Minuten nicht wirklich auffällig. Das änderte sich in der Verlängerung, aber richtig gefährlich wurde er nicht.

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MARIN PONGRACIC (20/CRO), ab 96. Minute, Note: 3

Kam für Ulmer und spielte auf der Position von Caleta-Car seine Partie zunächst tadellos und ohne Nervosität herunter. Versuchte sieben Minuten vor Ende auch ein selbstbewusstes Solo. Dann aber die Ecke, die keine war, "verursacht", beim Gegentor rutschte er zu seinem Pech auch noch weg.

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Textquelle: © LAOLA1.at

Europa League: Salzburg scheitert nach Krimi an Marseille

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