Endstand
4:1
2:1, 2:0
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Camara? "Er hat eine große Zukunft bei Sturm"

Zweieinhalb Monate kickte Amady Camara bei Sturm vor. Inzwischen wird immer deutlicher, welches Juwel da in Graz gelandet ist.

Camara? Foto: © GEPA

"Ein großartiger Junge", muss Otar Kiteishvili schmunzeln, wenn er an Amady Camara denkt.

Der 18-Jährige hat einige Minuten davor mit seinem ersten Europacup-Treffer den 4:1-Endstand im Conference-League-Duell mit Slovan Bratislava besorgt und damit für eine noch komfortablere Ausgangsposition für das Rückspiel gesorgt.

Es war eine weitere Talentprobe eines Stürmers, dessen Entwicklung im schwarz-weißen Umfeld nun schon seit Monaten mit Spannung verfolgt wird.

Kiteishvili jedenfalls ist sich sicher: "Als junger Spieler muss er natürlich noch viel lernen, aber er hat eine große Zukunft bei Sturm."

Im Training manchmal "wirklich unglaublich"

Diese Annahme beruht auf den Eindrücken aus den täglichen Einheiten. "Im Training ist er manchmal wirklich unglaublich", berichtet der Georgier, "er ist stark im Eins gegen Eins, hat Speed, die nötige Präsenz, ist gut mit dem Ball, versteht die Situationen."

Steigerungspotenzial gibt es speziell auf einem Gebiet: "Taktisch ist er vielleicht noch nicht so stark, aber er lernt in den Trainings und Meetings. Ich bin mir sicher, dass er noch viel besser werden wird."

Und dann ist da noch das Thema Sprache. "Für ihn ist es manchmal schwierig zu kommunizieren", berichtet Kiteishvili, trotzdem kommt der ausschließlich Französisch sprechende Teenager in der schwarz-weißen Familie gut an.

"Er spricht weder Deutsch noch Englisch, trotzdem ist er super integriert in der Mannschaft. Die Jungs mögen ihn richtig. Und er fühlt sich auch wohl, das merkt man", bestätigt Trainer Christian Ilzer.

Ilzer: "Mit ihm wird Sturm eine Riesen-Freude haben"

Eigentlich wurde Camara vergangenen Sommer für Sturm II verpflichtet. "In der September-Länderspielpause konnte ich ihn das erste Mal wirklich intensiv beobachten, da er bei uns mittrainiert hat", erinnert sich der Sturm-Coach, der schnell registriert hat, welches Juwel sich ihm aufdrängen möchte:

"Uns war klar, dass er viel Talent mitbringt, den Ball beschleunigen kann, wenn er ihn am Fuß hat, und einen guten Abschluss hat. Er ist ein Spieler, mit dem wir im Sommer nicht unbedingt gerechnet haben, aber wir haben früh erkannt, dass er einmal ein Spieler wird, mit dem Sturm Graz eine Riesen-Freude haben wird."

"Von seinen Fähigkeiten und von dem her, wie er es tagtäglich will, kann das schon richtig weit gehen."

Andreas Schicker

Camaras Hauptbetätigungsfeld blieb vorerst die Admiral 2. Liga. Sturms Zweitvertretung spielt gegen den Abstieg, der Angreifer überzeugte dennoch mit sechs Toren und vier Assists in 13 Einsätzen.

In der Kampfmannschaft durfte der Youngster erstmals Ende September im Cup in Leobendorf ran. Seit Mitte November folgten vier Kurzeinsätze in der Bundesliga.

Ein zweieihalbmonatiges Probetraining

Camara stammt aus Mali, konkret aus der Hauptstadt Bamoko, wo er in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist.

Der Fußball sei seine einzige Option gewesen, wie er in der "Kleinen Zeitung" erzählt hat: "Wir hatten nicht viel Geld, da ging es einfach ums Überleben, etwas zu essen zu bekommen. Hier ist es einfacher, bei einem Klub wie Sturm Graz wird dir alles gegeben. Der Fußball in Österreich ist ganz anders als zu Hause, hier sind die Bedingungen gut. In Afrika fehlen einfach die finanziellen Mittel."

Videos vom U17-Nationalteam Malis weckten das Interesse von Sturms Sportchef Andreas Schicker. Camara spielte im Frühjahr 2023 zwei Mal in Graz vor, nachdem er zwei Mal per Touristenvisum die Reise in die steirische Landeshauptstadt angetreten hat.

"Amady hat ein richtig gutes Probetraining absolviert. Wir haben ihn nicht nur eine Woche getestet, insgesamt war er rund zweieinhalb Monate da. Da haben wir ihn wirklich durchgecheckt und entschieden, dass wir ihn verpflichten", erläutert Schicker.

Im Prinzip ein dritter Winter-Neuzugang

Der Geschäftsführer Sport bestätigt, dass der Stürmer noch gar nicht für die erste Mannschaft vorgesehen gewesen ist:

"Aber er hat für die zweite Mannschaft geliefert, hat eine super Statistik. Wir haben relativ schnell gesehen, dass es bei uns in diese Richtung gehen kann, vor allem was das Endpotenzial angeht."

Man könne laut Schicker nun "fast von einem dritten Winter-Neuzugang" sprechen, wobei man festhalten müsse, dass Camara noch Zeit braucht und das Sturm-Spiel noch besser verinnerlichen müsse:

"Aber von seinen Fähigkeiten und von dem her, wie er es tagtäglich will, kann das schon richtig weit gehen."


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