WAC bleibt oben: "Eine Riesenlast fällt ab"
Wolfsberg stand noch vor wenigen Wochen mit dem Rücken zur Wand. Nach drei Siegen in Serie träumen die Kärntner nun plötzlich sogar von Europa.
Mit dem 1:0-Auswärtssieg bei der SV Ried fixierte der Wolfsberger AC am vorletzten Spieltag der ADMIRAL Bundesliga den Klassenerhalt (zum Spielbericht>>>).
Nach einer Saison voller Rückschläge und Trainerwechsel herrschte bei den Kärntnern nach Schlusspfiff vor allem eines: Erleichterung.
Drei Siege retten den WAC
"Da fällt eine Riesenlast ab. Wir sind mit dem Rücken zur Wand gestanden vor drei Spielen. Und jetzt haben wir aus den drei Spielen neun Punkte und ich bin überglücklich, dass wir das jetzt geschafft haben", sagte Ersatzkapitän Nicolas Wimmer vor dem "Sky"-Mikro.
Noch vergangene Saison spielte der WAC unter Didi Kühbauer um das Double, gewann den UNIQA ÖFB-Cup und wurde starker Vierter in der Bundesliga. Diese Spielzeit entwickelte sich hingegen zu einem echten Albtraum.
Nach einem völlig verpatzten Frühjahr 2026 mit zwölf sieglosen Spielen in Serie rutschten die Wolfsberger tief in den Abstiegskampf. Ismail Atalan musste gehen, Thomas Silberberger übernahm vor dem 26. Spieltag bereits als vierter Trainer der Saison.
Silberberger formte wieder eine Mannschaft
"Man muss auch den Trainer loben. Was er da in den wenigen Wochen aufgestellt hat. Er hat uns zu einer Mannschaft geformt und das war wirklich hervorragend", erklärte Wimmer.
Wie Silberberger das geschafft habe? Für den Innenverteidiger ist die Antwort klar: "Er hat es laut und deutlich angesprochen. Er hat die Spieler rausgenommen, die nicht so viel Gas gegeben haben. Er hat die Mentalitätsspieler auf das Feld gebracht und dann kommt sowas dabei heraus."
Tatsächlich verlor der WAC unter Silberberger aus sechs Spielen nur eines. Mit zuletzt drei Siegen in Serie schafften die Kärntner noch den Turnaround.
Mannschaft konnte dem Druck standhalten
Auch Goldtorschütze Alessandro Schöpf sprach nach dem Spiel von einer neu gefundenen Geschlossenheit innerhalb der Mannschaft:
"Wir sind jetzt zum Schluss hin einfach näher zusammengerückt. Wir sind die letzten drei Spiele sehr viel marschiert. Ich glaube, das ist, wenn man unten drinnen ist, die wichtigste Tugend", sagte der ÖFB-Teamspieler.
Besonders beeindruckend sei laut Schöpf gewesen, wie die Mannschaft mit dem enormen Druck umging: "Ich glaube, dass wir die letzten drei Spiele unfassbare Drucksituationen gehabt haben. Da muss man der Mannschaft ein großes Lob aussprechen, dass wir in den drei Spielen immer performt haben."
Dass Schöpf nach seiner Verletzung rechtzeitig zurückkam, spielte dabei wohl ebenfalls eine große Rolle. Silberberger bezeichnete ihn vor der Partie als "Herz und Hirn" der Mannschaft.
Schöpf selbst wollte seine Bedeutung zwar nicht zu hoch hängen, gab aber zu: "Ich glaube schon, dass ich wichtig war in den letzten Spielen, um mehr Kommunikation mit reinzubringen."
Vom Abstiegskampf Richtung Europa?
Die bemerkenswerte Aufholjagd könnte für den WAC sogar noch nicht zu Ende sein. Durch den Sieg in Ried befindet man sich plötzlich unverhofft auf Rang zwei in der Qualifikationsgruppe wieder – und hat damit beste Karten auf das Halbfinal-Playoff um die Conference-League-Qualifikation.
Mit einem Heimsieg kommende Woche gegen die WSG Tirol wären die Kärntner fix Zweiter und würden im Playoff-Halbfinale ausgerechnet erneut auf die SV Ried treffen.
"Ich denke heute noch nicht an Europa", meinte Wimmer nach dem Spiel zwar noch vorsichtig, "heute feiern wir einmal richtig, dass wir in der Liga bleiben."
Auch Schöpf wollte den Fokus zunächst auf den geschafften Klassenerhalt legen. Dass rund um seine Zukunft zuletzt Wechselgerüchte zum LASK aufgekommen sind, kommentierte der 32-Jährige mit einem Grinsen.
"Ich hoffe natürlich, dass ich für den Sommer noch keinen Urlaub buchen darf", sagte Schöpf lachend und spielte damit auf eine mögliche WM-Kadernominierung von Ralf Rangnick an.
Eines machte der 35-fache österreichische Nationalspieler aber deutlich: "Wir wollten auf gar keinen Fall den Verein mit dem Abstieg verlassen."