Sturm verpasst "Riesenchance" gegen neun Linzer
Ein Punkt, der sich wie eine Niederlage für den SK Sturm anfühlt. Die Grazer kommen in doppelter Überzahl gegen den LASK zuhause nicht über ein Remis hinaus und verpassen es, sich in der Tabelle abzusetzen.
von Florian Jauk
Der SK Sturm kann in dieser Meistergruppe nicht gegen den LASK gewinnen! In der 28. Runde der ADMIRAL Bundesliga kommen die Grazer gegen neun Linzer nicht über ein 1:1 hinaus (Zum Spielbericht >>>).
Dabei ist die Ausgangslage eindeutig: doppelte Überzahl, Heimspiel, Tabellenführung. Und trotzdem reicht es wieder nicht für drei Punkte.
"Wenn du so eine Riesenchance kriegst und am Ende mit zwei Mann mehr auf dem Platz stehst, musst du das nutzen", sagt Trainer Fabio Ingolitsch. "Diese große Möglichkeit haben wir vergeben."
Überzahl ohne Ertrag
Sturm hat das Spiel im Griff, viel Ballbesitz, viel Druck – aber zu wenig daraus gemacht. Vor allem im letzten Drittel fehlt die Klarheit.
"Wir waren nicht gefährlich genug und haben nicht genug große Chancen herausgespielt", sagt Emanuel Aiwu, der erstmals seit Längerem wieder von Beginn an spielt.
Auch Paul Koller sieht das Problem weniger im Aufwand als in der Effizienz. Sturm bringt zwar Bälle in die Box, doch es fehlt an Abnehmern und Konsequenz.
"Viel zu wenig präzise"
Ingolitsch wird noch deutlicher. Die Grazer haben ihren Plan nicht konsequent umgesetzt. Mehr Tiefe, mehr Verlagerungen, mehr Präsenz im Strafraum – all das bleibt Stückwerk.
"Das war viel zu wenig präzise, wie wir die Bälle in die Box gebracht haben."
Eine Szene steht sinnbildlich für das Spiel: die große Chance nach Verlagerung, frei am Elfmeterpunkt. "Das ist ein Moment, der das Spiel auf unsere Seite kippen kann." Das Spiel kippt aber auf die andere Seite: Der Ball geht nicht rein und der LASK stellt im Konter aus dem Nichts auf 0:1.
Viel Aufwand, wenig Durchschlagskraft
Trotz Unterzahl verteidigen die Linzer kompakt und diszipliniert. Sturm findet zu selten Lösungen gegen den tiefen Block.
"Wir hatten viel Ballbesitz, aber am Ende sind wir nicht gefährlich genug geworden", bringt es Aiwu auf den Punkt.
Koller ergänzt, dass man sich im Vergleich zu den letzten Spielen zwar gesteigert habe, "aber es ist bitter, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben."
Tabellenführer – aber ohne Befreiungsschlag
Am Ende bleibt ein Punkt. Sturm bleibt Tabellenführer und in der Meistergruppe ungeschlagen.
Doch das Gefühl, dass mehr drinnen gewesen wäre, lässt alle Akteure nach dem Spiel nicht los. "Das wäre ein Riesenschritt gewesen", sagt Ingolitsch.
Am kommenden Sonntag kommt es zum nächsten Highlight: Sturm empfängt die Austria (ab 17:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>). Der Druck wird größer, ob Sturm ihm standhalten kann, ist offen.