"Es ist lustig, einen Elfmeter zu geben, wo der Fosso meinem Spieler ins 'Wadl' reinhaut"
"Es ist lustig, einen Elfmeter zu geben, wo der Fosso meinem Spieler ins 'Wadl' reinhaut", ist Kühbauer auch noch weit nach Spielende fassungslos.
Er müsse aufpassen, nicht zu einer Wutrede anzusetzen, "deswegen sage ich es ganz entspannt: Ich weiß nicht, welche Bilder er bekommen hat, aber das können fix nicht die sein, die wir gehabt haben. Den zu bestätigen... da war ich schwerst überrascht."
Für Fosso war es "ein klarer Penalty"
Weniger überrascht von Altmanns Entscheidung war Kühbauers Gegenüber Fabio Ingolitsch.
"Ich habe es so gesehen, dass Ryan Fosso in der Box zuerst am Ball ist, sich ihn vorlegt und vorbeilaufen will, um aus einer aussichtsreichen Situation zu schießen, und der Gegenspieler sich reinstellt. Dementsprechend ist es ihm verwehrt worden, den Schuss abzugeben, was wahrscheinlich eine 100-prozentige Torchance geworden wäre", so der Sturm-Trainer.
Bestätigung bekommt er von Fosso selbst, der gegenüber LAOLA1 festhält: "Ich wollte aufs Tor schießen bzw. den Ball kontrollieren, er hat meine Beine mitgenommen. Für mich ist es ein klarer Penalty."
Vorwürfe, wonach er den Elfmeter womöglich schinden wollte und dementsprechend schon vor dem Kontakt mit Coulibaly abhob, kann der Kameruner nicht bestätigen: "Ich wollte auf das Tor gehen, das war mein Ziel. Am Ende war es ein Foul."
Kühbauer hielt kürzlich eine Laudatio für Altmann
Kühbauer damit konfrontiert: "Wenn der Fosso diese Meinung hat, gratuliere ich ihm dazu, dass er den Elfer bekommen hat. Aber für alles andere kann ich ihm nicht gratulieren."
Recht diplomatisch äußerst sich der LASK-Coach auch zur Personalie Altmann, für den er im vergangenen Herbst noch eine Laudatio hielt, als dieser zum Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet wurde.
"Das bereue ich nicht, weil ich ihn grundsätzlich schätze. Jeder Mensch hat mal einen schlechten Tag. Ich hoffe, dass er den nimmer so hat, weil das einfach dermaßen falsch war, dass es schon fast wieder gut ist", zeigt sich Kühbauer schlussendlich fast schon versöhnlich.
Völlige Linzer Dominanz
Damit, das zu bewerten, was nach der umstrittenen Elfmeterentscheidung samt anschließender Sturm-Führung durch Otar Kiteishvili in der Raiffeisen Arena über die Bühne ging, "tue ich mir ein bisserl schwer", so der 55-Jährige.
Einerseits habe der LASK "ein unglaubliches Spiel gemacht", so Kühbauer. Dass dennoch kein Sieg gelungen ist, "ist ein bisschen enttäuschend, aber nicht wegen der Leistung, sondern weil es heute wirklich klar war, dass wir gewinnen hätten müssen."
Die Linzer spielten den Titelverteidiger und Spitzenreiter quasi über 90 Minuten an die Wand und hatten zahlreiche Chancen auf mehr als nur das eine geschossene Tor, für welches einmal mehr Sasa Kalajdzic verantwortlich zeichnete.
"Müssen uns schon auch an der eigenen Nase nehmen"
Nicht zuletzt Joao Tornich hätte den Ball nach einer Ecke in der Schlussphase noch deutlicher über die Torlinie befördern können, als dies womöglich ohnehin der Fall war. Auch in dieser Situation hatte der LASK kein Glück mit dem VAR.
"Man weiß nicht, ob er hinter der Linie war oder nicht, aber den muss er schon drüber drücken. Da müssen wir uns schon auch an der eigenen Nase nehmen", weiß Kühbauer.
Vorgezogenes Finale in Graz?
So geht der LASK weiterhin als erster Verfolger Sturms und nicht als Tabellenführer in die "Rückrunde" der Meistergruppe, die - aus Linzer Sicht - am kommenden Mittwoch mit dem Rückspiel in Graz eingeleitet wird.
"Sturm war heute unterlegen, was meiner Mannschaft geschuldet war, weil wir scharf waren und den Sieg unbedingt wollten. Ich glaube nicht, dass wir den Gegner wieder so kriegen wie heute", befürchtet Kühbauer.
Er prognostiziert: "Am Mittwoch wird es sicher ein rescherer Kampf sein. Dafür werden wir bereit sein."