Endstand
1:3
0:2 , 1:1
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Salzburg: Ein neuer Ansatz und das erfolgreiche Leiden

Der FC Red Bull Salzburg überraschte die Austria mit einer neuen Idee. Zumindest vor der Pause. Doch auch das Wackeln danach sorgte für positive Erkenntnisse.

Salzburg: Ein neuer Ansatz und das erfolgreiche Leiden Foto: © GEPA

"Der Matchplan ist aufgegangen", freut sich Jannik Schuster.

Der FC Red Bull Salzburg hat seine Lehren aus der jüngsten Heimniederlage gegen die Wiener Austria gezogen und sich mit einem 3:1-Sieg in der Generali-Arena revanchiert.

Ein neues Rezept

Das Erfolgsrezept in der letztlich spielentscheidenden ersten Hälfte war so gar nicht die altbekannte Red-Bull-Schule. Hohes, aggressives Pressing? Nix da.

"Wir haben ihnen den Ball hingeschoben und gesagt: Macht mal", grinst Tim Drexler, "wir sind im Block stabil gestanden. Das ist dann extrem schwer für den Gegner."

Trainer Daniel Beichler hat diesen Ansatz nach einer Analyse der vorangegangenen Duelle mit den Veilchen gewählt: "Es passiert gegen sie sehr häufig immer das Gleiche, sie stellen sich hinten flach auf, spielen einen kurzen Pass und überschlagen. Das Pressing ist also sehr oft wirkungslos."

Überraschte Veilchen

Schuster ergänzt: "Wenn wir weiter hinten stehen, haben wir wenigstens von dort die Möglichkeit, zu pressen."

Und das gelang gut, weil die Austria mit einem anders eingestellten Gegner gerechnet hatte. Und weil sie im Spielaufbau ungewohnte Schwächen offenbarte.

FAK-Kapitän Manfred Fischer ärgert sich: "Das hätte uns ja eigentlich komplett in die Karten gespielt. Sie tun uns den Gefallen, pressen nicht an – da haben wir eigentlich eine Riesenstärke und super Lösungen. Aber wir machen komplett das Gegenteil, spielen die Bälle in die Mitte und verlieren sie dort."

"Ich habe eine Mannschaft gesehen, die bereit war, zu leiden."

Daniel Beichler

Erst nach der Pause wurde die Austria besser, war drauf und dran, das Spiel zu drehen. Doch mehr als der Anschlusstreffer gelang nicht.

Beichler resümiert: "Wir haben da wenig Entlastung zusammengebracht, die Austria hat uns hinten reingedrückt."

Leidende Bullen

Ein schneller Gegenstoß, erfolgreich abgeschlossen von Karim Onisiwo, machte dann aber den berühmten Deckel drauf. "Wir haben mit einem Konter das Spiel gekillt", sagt Schuster stolz.

Der Weg dorthin war hart. Und das freut Beichler irgendwie: "Ich habe eine Mannschaft gesehen, die bereit war, zu leiden. Wir mussten nach der Pause richtig leiden."

Ein gefühlter Befreiungsschlag

So sieht es auch Drexler: "Das hat gezeigt, dass wir auch ein Spiel durch Kampf und Wille gewinnen können."

Und das lässt den Erfolg umso süßer schmecken. "Wir haben gesehen, dass wir es noch können. Der Dreier in Hartberg war auch wichtig, hat sich aber nicht wie ein Befreiungsschlag angefühlt. Heute ist das Feeling anders", sagt der Innenverteidiger.

Keine krassen Reden

Dank des Remis zwischen LASK und Sturm beträgt der Rückstand der Salzburger auf den Spitzenreiter aus Graz nur noch drei Zähler, wobei die Bullen bei Punktegleichheit vorgereiht würden.

Beichler, der am Mittwoch seinen ersten Heimsieg nachlegen will, nimmt den Druck von seiner Mannschaft.

"Nach dem Spiel gegen den LASK haben mir alle Journalisten gesagt, es ist vorbei. Ich möchte keine krassen Reden schwingen, das braucht’s auch nicht. Wir fahren am besten, wenn wir uns auf unser Ding konzentrieren", sagt der Coach.

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