Endstand
1:1
0:1 , 1:0
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Ingolitsch: "Unser Ziel ist ein internationaler Startplatz"

Sturm ist kurz vor Schluss Tabellenführer, dennoch wird weiterhin tief gestapelt. Auch, weil die Grazer in Linz "nicht wie ein Meister aufgetreten sind".

Ingolitsch: "Unser Ziel ist ein internationaler Startplatz" Foto: © GEPA

Der SK Sturm kann im Spitzenspiel der 27. Runde der ADMIRAL Bundesliga dem LASK ein 1:1 abtrotzen (Spielbericht>>>) und bleibt damit auf Kurs doppelte Titelverteidigung.

Zwei Punkte Vorsprung bei noch fünf ausstehenden Spielen, von denen die Mehrheit zuhause in Graz ausgetragen wird - man könnte meinen, die "Blackies" strotzen vor dem ultimativen Saisonfinish vor Selbstvertrauen. Falsch gedacht.

"Ich glaube nicht, dass wir heute wie ein Meister aufgetreten sind, sondern wie ein Team, das zusammenhält und bereit ist, gemeinsam zu verteidigen und zu leiden, sich für nichts zu gut ist. Aber meisterlich würde ich das nicht nennen", findet Fabio Ingolitsch deutliche Worte zum tatsächlich recht unterlegenen Auftritt auf der Linzer Gugl.

Matchplan nicht aufgegangen

Nach einem guten Beginn, der mit der aus einem strittigen Elfmeter resultierten Führung belohnt wurde, "haben wir überhaupt nicht mehr ins Spiel gefunden, sondern sind immer passiver geworden und haben dem Gegner immer mehr Räume gegeben", kritisiert der Grazer Trainer.

Verteidiger Albert Vallci ergänzt: "Bis auf die ersten 15 Minuten waren wir ganz klar unterlegen. Wir haben es überhaupt nicht geschafft, den Gegner vom Tor fernzuhalten, jeder lange Ball war gefährlich."

Dabei hätte der Matchplan genau das Gegenteil vorgesehen gehabt.

"Der Hauptpunkt, den wir vor dem Spiel angesprochen haben, war, dass diese langen Bälle wie Bomben in die eigene Box reinfliegen, wenn du vorne nicht diesen Maximaldruck am Ball bekommst, um sie wegzuhalten", schüttelt Ingolitsch den Kopf.

"Freue mich fast ein bisschen drauf, das Spiel auseinanderzunehmen"

Auch deshalb habe Sturm "heute in dem einen Spiel gefühlt so viel zugelassen wie davor über die ganze Saison hinweg".

Ein zweites Mal, nämlich am kommenden Mittwoch, wenn der LASK zum "Rückspiel" in der Merkur Arena gastiert, werde das sicher nicht gut gehen, weiß Vallci: "Wir müssen zwei Gänge höher schalten, wenn wir am Mittwoch gewinnen wollen."

Dafür wird es auch einen neuen Matchplan benötigen, den Ingolitsch am Montag gemeinsam mit seinem Staff entwerfen wird.

"Ich freue mich fast schon ein bisschen darauf, dieses Spiel morgen auseinanderzunehmen, weil ich denke, dass es extrem viele gute Bilder für uns gibt, die enorm wichtig sein werden für Mittwoch", so der 34-Jährige am Sonntag.

Trotzdem war es ein wichtiger Punkt

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Vallci meint über seine Fast-Notbremse gegen Adeniran: "Rot wäre übertrieben gewesen"
Foto: ©GEPA

Bei all der Kritik an seiner Mannschaft betont der Jung-Trainer: "Das war ein sehr, sehr wichtiger Punkt für uns."

"Es spricht für das Gefüge, dass, wenn es spielerisch nicht so läuft, trotzdem jeder versucht, alles reinzuhauen und alles am Platz zu lassen", ergänzt Vallci, der bei einem Zweikampf mit Samuel Adeniran beinahe zu viel reingehaut hatte und durchaus im Glück war, nicht aufgrund einer Notbremse vom Platz gestellt zu werden.

"Er hat mich auch gehalten, wir drehen uns ein. Rot wäre komplett übertrieben gewesen, er kann auch ein Foul an mir geben", winkt der Steirer ab.

Ziel "nur" ein internationaler Startplatz?

"Wenn du deine Ziele erreichen willst, was bei uns ein internationaler Startplatz ist, darfst du solche Spiele zumindest nicht verlieren."

Fabio Ingolitsch

In Hinblick auf den Saisonendspurt weiß Vallci: "Es kann jeder Punkt entscheiden."

Ähnlich denkt auch sein Trainer: "Wenn du deine Ziele erreichen willst, was bei uns ein internationaler Startplatz ist, darfst du solche Spiele zumindest nicht verlieren."

Internationaler Startplatz? Ist das als Tabellenführer fünf Runden vor Schluss mit sechs Zählern Vorsprung auf Platz fünf nicht etwas tief gestapelt?

"Das eine schließt das andere ja nicht aus", zwinkert Ingolitsch, holt dann aber zu einem etwas längeren Monolog aus.

Ingolitsch mit Brandrede: "Das hätte uns niemand zugetraut"

"Als ich den Job angetreten bin, waren wir nicht Erster und auch nicht Zweiter, sondern wir haben vier Punkte Rückstand gehabt. Wir haben das Ding - ohne, dass es uns jemand zugetraut hätte - komplett gedreht. Wir hatten einen Totalumbruch im Winter, haben vier langzeitverletzte Stützen (Lavalee, Grgic, Rozga und Beganovic, Anm.), die man nicht so leicht kompensieren kann. Das muss man auch mal erwähnen. Deshalb haben wir zu kämpfen - wie auch die anderen Mannschaften in dieser Liga", so Ingolitsch.

Und diese Liga sei momentan eben "extrem ausgeglichen. Niemand ist großer Favorit, weil jeder Spieltag alles umdrehen kann."

Für Sturm gelte es nun, demütig zu bleiben und keine Gedanken an den dritten Meistertitel in Folge zu verschwenden. "Sondern wir müssen schauen, dass wir unsere Hausaufgaben erledigen. Da haben wir genug zu tun", mahnt der Sturm-Coach.

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