Sportchef Fredy Bickel dachte an Rapid-Rücktritt

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Die Ankündigung von Präsident Michael Krammer, seine Amtszeit mit November 2019 zu beenden und nicht mehr zu kandidieren, hat auch Auswirkungen auf weitere Entscheidungen beim SK Rapid.

Vor allem Sportchef Fredy Bickel, dessen Vertrag im Sommer 2019 ausläuft, betonte in den vergangenen Wochen - auch gegenüber LAOLA1 - dass er seine Zukunft unter anderem auch von jener des scheidenden Klub-Bosses abhängig macht.

Bei der Ordentlichen Hauptversammlung bekam der Schweizer am meisten den Unmut der Fans zu spüren. "Es war logisch, dass Kritik kommen wird. Die war bestimmt auch berechtigt nach den Resultaten in den letzten Monaten", so Bickel.

Ob diese und Krammers Ausstieg Auswirkungen auf seine Zukunft beim Verein haben, ist noch nicht endgültig geklärt.

Bickel dachte bereits an Rücktritt

Vieles deutet daraufhin, dass der Geschäftsführer Sport noch abwartet, ob eine sportliche Steigerung eintritt und ob doch noch das große Ziel Meister-Playoff erreicht wird.

Auch Krammer ist sich sicher, "dass wir den Winter abwarten müssen". Bickels weiterer Weg soll erstmals bei der Präsidiumssitzung in 14 Tagen zum Thema werden, um eine Tendenz erahnen zu können.

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Dadurch, dass man in Meisterschaft, Cup und Europa League noch vertreten ist, sei das Glas für den Präsidenten auch noch halb voll. Die Krise hat jedoch Spuren hinterlassen beim 53-jährigen Sportdirektor."

"Ich gebe hier offen zu, dass die letzten Monate nicht ganz so einfach waren, so dass man das eine oder andere Mal schon überlegt hat, ob es nicht für den Verein oder die Mannschaft besser wäre, wenn man sich trennen würde", gesteht Bickel Rücktrittsgedanken.

"Das werde ich dem Präsidenten nicht antun"

Doch er fand wieder neuen Mut und neue Kraft, sich durchzubeißen und das Bestmögliche aus der Mannschaft herauszuholen. Großen Anteil daran hat auch Präsident Krammer und dessen angekündigter Rückzug.

"Nach den Worten des Präsidenten muss ich ganz klar sagen, dass es für mich logisch ist, dass ich ganz sicher keinen vorzeitigen Rücktritt ins Auge fasse – auch aus tiefst persönlichen Gründen. Ich werde es diesem Präsidenten nicht antun, dass ich vorher noch weglaufe", erklärt Bickel.

Trotzdem muss er betonen, dass seine Entscheidung ja kein Sololauf wird, sondern schon auch von anderen Entscheidungsträgern abhänge. "Ich bin nur eine Partei, es gibt ja auch noch ein Präsidium, das entscheiden kann, ob sie überhaupt mit mir weitermachen wollen oder nicht."

Da dies aber bisher nicht der Fall ist, steckt sich der Eidgenosse weitere Ziele: "Für mich gilt es jetzt, mit aller Kraft noch diesen 6. Platz zu erreichen. Was jetzt gerade mein größtes Ziel wäre, das sage ich jetzt in den ersten Emotionen, ist der Cupsieg. Den möchte ich, und hoffentlich auch die Mannschaft, ihm zum Abschied schenken."

Krammer für Kontinuität und Bickel-Zukunft bei Rapid

Von Seiten des Präsidiums her scheint man doch auf ein "Ja" von Bickel zu warten. Zumindest die Ausführungen von Krammer deuten darauf hin, dass man sich eine weitere Zusammenarbeit wünscht.

"Ich lege prinzipiell schon Wert auf Kontinuität. Fredy hat viele Transfers eingeleitet, ist auch in vielen Gesprächen über potenzielle Transfers. Er hat hervorragende internationale Kontakte. Das ganze Transfergeschäft ist eines, das man so betreiben muss, dass man Kontinuität hat. Deshalb ist es mein Interesse, dass wir mit ihm weiterarbeiten", gesteht der Präsident.

Trotzdem könnte sich die Situation spätestens im Herbst des nächsten Jahres verändern. Nämlich dann, wenn der neue Präsident einen anderen Weg gehen will oder auch der Sportchef unter den neuen Bedingungen nicht so weitermachen will.

Krammer betont deshalb: "Trotzdem muss man sowohl dem Sportchef als auch einem neuen Präsidium die Möglichkeit geben, einen Ausstieg zu finden - dann wenn die Veränderung in der personellen Besetzung stattfindet. Es können ja dann beide Seiten sagen: Leiwand, wir machen weiter. Aber aus Fairnessgründen muss der Sportchef das Recht haben zu sagen: Nein, in der Konstellation nicht. Und das Präsidium muss genauso die Möglichkeit haben."

Umbruch mit oder ohne Bickel?

Gleichzeitig ist er überzeugt, dass man in dieser Hinsicht eine Lösung finden werde, die dann bei einer möglichen Verlängerung Bickels vertraglich in Form einer Ausstiegsklausel berücksichtigt werden könnte.

Entscheidend wird sein, inwieweit Bickel den angekündigten Sommer-Umbruch noch selbst einleitet. Je nach Möglichkeit soll bereits im Winter vorgearbeitet werden, denn im Sommer werden einige Spieler Rapid verlassen, das sei unumgänglich.

"Ich weiß welche Spieler auf welchen Listen stehen. Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass wir den einen oder anderen Spieler verlieren werden. Andererseits ist es eine Chance, im Sommer ein neues Gen in die Mannschaft zu bringen", so Bickel.

Deshalb wäre es gut, wenn schon bald Klarheit herrscht. Mit oder ohne Bickel in die Zukunft - das ist die Frage, die es alsbald zu beantworten gilt.

Textquelle: © LAOLA1.at

Rapid-Präsident Michael Krammer: Nachfolger? Pläne 2019?

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