Rapid-Präsident Krammer: Nachfolger? Pläne 2019?

Rapid-Präsident Krammer: Nachfolger? Pläne 2019? Foto: © GEPA
 

Es war ein Paukenschlag!

Für die meisten kam der angekündigte Rückzug von Präsident Michael Krammer aus persönlichen Gründen nach der zweiten Amtsperiode im November 2019 überraschend.

Obwohl der 58-jährige Niederösterreicher noch ein Jahr vor sich hat, nehmen es viele als Abschied vom SK Rapid wahr. Doch der Unternehmer bremst:

"Ich bin nicht zurückgetreten, ich habe nur angekündigt, dass ich 2019 nicht mehr antreten werde. Das ist keine Abschieds-, sondern eine Auftakt-Pressekonferenz für das letzte Jahr."

Noch hat Krammer einiges vor, und trotzdem sind Themen wie Nachfolge und Übergabe mit Vorausblick zu planen.

Kein sofortiger Abschied, sondern "mit Vollgas" ins letzte Jahr

Die Krebserkrankung seiner Frau vor eineinhalb Jahren hat der Familie Krammer zugesetzt. Die endgültige Entscheidung, dass Krammer aber tatsächlich sein Versprechen, nur zwei Amtszeiten zu bestreiten, wahr macht, fiel erst wenige Tage vor der Ordentlichen Hauptversammlung.

Trotzdem geht der Rapid-Boss gewohnt angriffslustig ins letzte seiner insgesamt sechs Jahre als Präsident. "Es liegt ein Jahr vor uns, wo wir uns allen Aufgaben stellen werden. Bis dahin werde ich Vollgas geben und wir werden versuchen, die Projekte umzusetzen, die wir vorgestellt haben - Schritt für Schritt. Und ich werde auch alles dazu beitragen, dass wir sportlich wieder dorthin kommen, wo wir hingehören."

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Bei der nächsten Mitgliederversammlung im November 2019 muss dann ein Nachfolger präsentiert werden. Bis dahin wird sich Krammer jedoch nicht seinen Aufgaben entziehen. Auch eine Art Übergabe kann er sich in diesem Sinne nicht vorstellen.

Dass Rapid also zwischenzeitlich führunglos dastehen könnte, wenn Krammers Amtszeit zu Ende geht und Sportchef Fredy Bickel nicht über den Sommer hinaus verlängert, ist für Krammer kein Thema. "Wer soll denn sonst führen? Ich gehe ja noch nicht. Ich habe versprochen, ein Jahr Vollgas zu geben. Das mache ich auch und mit Fredy werden wir in zwei Wochen reden."

Hoscher und Doskozil als mögliche Kandidaten

Natürlich werden sich aber schon bald mögliche Nachfolger in Stellung bringen. Bereits jetzt kursieren Namen, die mit dem Posten in Verbindung gebracht werden.

Wenig überraschend taucht - wieder einmal - die Personalie Dietmar Hoscher auf. Schon 2013 wurde dem Casinos-Vorstand das Präsidenten-Amt nahegelegt, damals erklärte er jedoch, dass dieses zeitaufwändige Amt nicht mit seinem Job vereinbar wäre.

Damals war vor allem die Planung des neuen Stadions aus Zeitgründen ausschlaggebend, schweren Herzens sagte er ab, bekleidete aber weiterhin seine Funktion als Kuratoriumsvorsitzender bei Rapid. Die Prioritäten könnten sich sechs Jahre später aber verschoben haben.

Als zweiter aussichtsreicher Kandidat gilt Hans Peter Doskozil. Auch er bringt ein Naheverhältnis zu Rapid mit, gilt als Grün-Weißer durch und durch, auch wenn seine politische Gesinnung anders gefärbt ist.

Der ehemalige Verteidigunsminister lehnte erst kürzlich den SPÖ-Chefposten ab und ist designierter Landeshauptmann im Burgenland. Eine weitere Funktion zusätzlich wäre wohl nicht so leicht zu vereinbaren. Bei Rapid ist Doskozil aber ein oft gesehener Gast, so reiste dieser zum Beispiel auch zum Auswärtsspiel in der Europa-League-Quali bei Slovan Bratislava zusammen mit dem Rapid-Präsidium an. Mit Christoph Peschek hat er einen ehemaligen Parteikollegen im grün-weißen Boot.

Als dritten Kandidaten bringt der "Kurier" Michael Tojner ins Spiel. Dieser wohlhabende Investor ist bereits seit Jahren bei Rapid engagiert bei der Sache und sponsert den Nachwuchs. Sein Name soll intern oftmals als Zukunfts-Löung gesehen werden.

Tojner investierte in rund 50 Jungunternehmen, war Mitbegründer von bwin und Global Equity Partners. Seit den 90er Jahren ist er mit WertInvest in der Immobilenbranche tätig und hat derzeit mit dem umstrittenen Projekt "Wohnturm" am Heumarkt zu kämpfen. Zudem ist er Vorstandsmitglied in der Industriellenvereinigung Wien und sitzt im Aufsichtsrat der Dorotheum GmbH & Co KG. Sportförderung hat er sich schon länger auf seine Fahnen geheftet.

Krammer: "Man muss gewillt sein, Rapid zu dienen - mit aller Kraft"

Krammer gibt - vorerst - keine Empfehlung ab. Die Antwort auf die Frage, ob eher ein (ehemaliger) Politiker oder doch eine Persönlichkeit mit Erfahrung in der Wirtschaft besser für das Amt des Präsidenten in Frage kommt, schmückt er aus:

"Es sollte jemand sein, der eine ganz starke Rapid-Verbundenheit hat, aber nicht ausschließlich nur das Herz und den Bauch denken lässt in diesem Zusammenhang, sondern auch das Hirn einschaltet, um auch die eine oder andere Grundrechnungsart zu beherrschen und die betriebswirtschaftlichen Grundsätze zu berücksichtigen. Und es sollte von der Einstellung her nicht jemand sein, der durch diese Position eine Karriere, die er anderweitig einschlägt, durch die Popularität dieses Jobs fördern will. Und auf der anderen Seite sollte es auch niemand sein, der es nur deswegen macht, weil er damit mehr persönlichen Status erreicht. Das ist meine Grundeinstellung dazu."

Der Mobilfunk-Experte meint noch deutlicher: "Also man muss wirklich gewillt sein, in erster Linie dem SK Rapid zu dienen – mit aller Kraft. Und man sollte keine Hintergedanken in irgendwelche andere Richtungen haben."

Als Chef von Ventocom steht Krammer selbst hinter dem Hofer-Mobilfunk HoT sowie dem Rapid-Mobilfunkangebot "Rapid Mobil". In dieser Hinsicht betonte er jedoch mehrmals, dass dies von seiner Firma zu reinen Selbstkosten gemacht werde und der gesamte Gewinn an Rapid geht.

Nachfolger soll im besten Fall Krammers Weg fortführen

Doch wie werden die möglichen Kandidaten auf die Krammer-Nachfolge ausgelotet? Was muss vorbereitet werden und wie geht der Vorlauf auf die Präsidentschafts-Wahl im November vonstatten?

Der jetzige Vereins-Boss erklärt: "Es gibt eine formale Prozedur beim SK Rapid, die ist so festgelegt, dass im Sommer beim Mitgliedertreffen das Wahlkomitee gewählt wird - also die drei Vertreter, die durch die Mitglieder gewählt werden. Dann werden die restlichen bestimmt: Ein Mitglied aus dem Präsidium und zwei des Kuratoriums. Diese sechs Personen haben dann formal die Aufgabe, darüber zu befinden, welche Listen, also Präsident mit entsprechendem Präsidium, zur Wahl antreten können und nehmen eine Vorselektierung vor. Das ist der formale Weg."

Abseits davon hat Krammer jedoch auch einen wichtigen Wunsch: "Informell ist es natürlich in meinem größten Interesse, dass das, was hier begonnen wurde, auch entsprechend fortgeführt wird und die richtigen Persönlichkeiten, die auch zu Rapid passen, eine Kandidatur anstreben."

Bei der Hauptversammlung wurde auch ein Antrag eingebracht, dass zukünftig im Präsidium mindestens ein Mitglied mit sportlichem Hintergrund vertreten sein soll. Für Krammer durchaus eine gute Idee, die er forcieren würde, wenn er noch einmal kandidieren würde. "Aber erstens ehrennamtlich und zweitens im Gremium mit Verantwortung und nicht nur beratend im Hintergrund, sondern erste Reihe fußfrei und nicht wie bei den Muppets vom Balkon aus."

Mit unter anderem der Umsetzung des Allianz Stadions und der Fixierung des neuen Trainingszentrums im Wiener Prater wird Krammer zumindest in finanzieller und wirtschaftlicher Hinsicht große Fußspuren hinterlassen.

Sportlich weiß auch er selbst, dass viel mehr möglich gewesen wäre, auch wenn die ausgegebenen Ziele "Top 50 in Europa" und drei nationale Titel bis 2023 für ihn noch im Bereich des Möglichen liegen. Sportchef Bickel kündigte immerhin an, Krammer vor dessen Abschied noch den Cup-Titel schenken zu wollen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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