"Was wir in neun Meistergruppen-Spielen gezeigt haben: dass wir sehr gut, aber auch das Gegenteil sein können."
Auch Johannes Hoff Thorup ging doch ungewöhnlich hart mit seiner Truppe ins Gericht: "Die erste Hälfte war okay, nicht mehr. In der zweiten Hälfte haben wir Probleme, Qualität und Konkurrenzfähigkeit an den Tag zu legen."
"Wir spielen manchmal zu langsam und manchmal zu direkt", beobachtete der Trainer. "Wir haben die gleiche Anzahl an Ecken und Freistößen wie sie und bekommen das Maximum nicht raus, erspielen keine Chancen."
Speziell nach Seitenwechsel sei kein Fight zu erkennen gewesen, "keine Sehnsucht danach, etwas zu kreieren."
Für den Dänen eine "große Enttäuschung".
Mentalität, Cleverness oder Erfahrung?
Schon das 1:3 am Montag beim LASK habe nach einer guten Anfangsphase gezeigt: Die Cleverness fehlt.
"Wir hatten das Spiel, wo wir es wollten, und dann rutschte es uns aus den Händen", blickte Hoff Thorup kurz zurück. "Was ist das? Mentalität, Cleverness oder Erfahrung? Mir sagt es, dass wir als Team nicht gut und solide genug sind, ein Fußballspiel von der ersten bis zur 90. Minute in die Hand zu nehmen, mit allem, was es dazu braucht."
Es sei schwer, diese mentale Seite anzutrainieren, "aber wir müssen es".
Immer noch viel Arbeit
Nun nähert sich das Saisonende, und mit ihm eine erste Zwischenbilanz der Zeit unter Johannes Hoff Thorup.
Er brachte eine kaputte Rapid noch ins obere Playoff, seither zeigt die Truppe Licht und Schatten. Und das, obwohl der neue Trainer um Zeit bis "April oder Mai" bat, um seine Ideen zu implementieren.
Nun ist diese Zeit gekommen, aber Grün-Weiß wirkt nicht wie eine entwickelte Mannschaft. War der 37-Jährige zu optimistisch in seiner Einschätzung dessen, was möglich sein wird?
"Ich glaube nicht, weil es nur darum im Fußball geht: Optimistisch und positiv im Hinblick auf die Entwicklung zu sein. Und ich muss realistisch sein. Was wir in neun Meistergruppen-Spielen gezeigt haben: dass wir sehr gut, aber auch das Gegenteil sein können", umschrieb der Coach eine harte Ansage blumig.
"Es steckt viel Arbeit vor uns, um diese Spieler konsistenter zu machen. Das geht nicht über Nacht."
Über Nacht wartet sowieso eine andere Aufgabe: Diese Derby-Niederlage wegzustecken. Nicht weniger als "die schlimmste Erfahrung, die ich in Sachen Emotionen und Gefühle mit diesem Team durchmachen musste", gab Hoff Thorup zu.