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Die 12 knappsten Meister-Entscheidungen der Bundesliga

Seit 1990 gab es mehrere Titelkämpfe, die erst am letzten Spieltag eine Entscheidung fanden. Ist der LASK heuer etwas schneller dran?

Die 12 knappsten Meister-Entscheidungen der Bundesliga Foto: © GEPA

Werden wir bereits am 10. Mai den neuen österreichischen Meister erleben?

Macht der LASK am Sonntag mehr Punkte als Sturm, ist der Titel für die Linzer fixiert - ab 17:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>

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Egal ob die Entscheidung dieses oder kommendes Wochenende fällt, es ist eine der spannendsten Bundesliga-Titelentscheidungen des Jahrhunderts.

Wie "Herzschlagfinale" funktioniert, weiß die Bundesliga. LAOLA1 hat eine kleine Zeitreise gemacht und alle Meister-Entscheidungen seit 1990 aufgelistet, welche erst am letzten Spieltag gefallen sind:

1990/1991: Meister - FK Austria Wien

1990/1991: Meister - FK Austria Wien
Prohaskas Austria zitterte sich in der Südstadt zum Meistertitel
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Punkte: 36 (Zweipunkte-Regel)

2. FC Swarovski Tirol (-1 Punkt)

Herbert Prohaska hatte 1990/91 seine erste volle Saison als Austria-Coach, die er gleich mit einem Meistertitel vergoldete.

Die Liga wurde nach dem Grunddurchgang geteilt, Konkurrent FC Swarovski Tirol war nach 22 Spieltagen Leader. Die Mannschaft von Ernst Happel hatte im Laufe des Meister-Playoffs ihren Vorsprung aber eingebüßt.

Die Austria lag einen Spieltag vor Schluss mit zwei Punkten vorne. So musste Tirol in der letzten Runde bei Austria Salzburg gewinnen und zeitgleich auf eine Niederlage der Wiener Austria hoffen. Die "Veilchen" traten auswärts bei der Admira an. Damals gab es für einen Sieg noch zwei Punkte, bevor 1995/96 die Dreipunkte-Regel eingeführt wurde.

Während die Tiroler in Salzburg mit 2:1 gewannen, musste die Prohaska-Elf in der Südstadt mächtig zittern. Tatsächlich lag die Austria 0:2 hinten, ehe Jevgenijs Milesvskis und Christian Prosenik ein Remis retteten und somit den Meistertitel sicherten.


1991/1992: Meister - FK Austria Wien

1991/1992: Meister - FK Austria Wien
Ein Sieg im direkten Duell mit Austria Salzburg sicherte den Titel
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Punkte: 33 (Zweipunkte-Regel)

2. SV Austria Salzburg (-0 Punkte)

3. FC Swarovski Tirol (-0 Punkte)

Ein Jahr später ritterten erneut der FK Austria Wien und der FC Swarovski Tirol um den Meistertitel. Diesmal war es aber kein Zweikampf, denn mit dem SV Austria Salzburg hatte auch ein dritter Klub die Chance auf den Teller.

Es waren auch die Salzburger, die den Grunddurchgang als Tabellenerster mit einem Zähler Vorsprung auf die Wiener beendeten. Tirol lag mit fünf Punkten Rückstand auf Platz drei.

Die geringsten Chancen im Finish hatten die Innsbrucker aufgrund der schlechtesten Tordifferenz aller drei Teams. Da reichte auch ein 1:0-Erfolg über Rapid nicht. Beste Karten hatte die Truppe von Otto Baric, die einen Zweipunkte-Polster auf die Wiener Austria hatte. Ein Remis würde Salzburg zum Titel reichen.

Alle Augen waren auf das Wiener Praterstadion (heute Ernst-Happel-Stadion) gerichtet, wo vor rund 40.000 Zuschauern das direkte Duell zwischen Austria Wien und Austria Salzburg stattfand. Andi Ogris und Toni Pfeffer stellten die Weichen auf Titel. Bei Salzburg keimte nach dem Anschlusstreffer von Hermann Stadler zwar Hoffnung auf, letztlich blieb es beim 2:1 für die Wiener.

Somit verteidigten die Favoritner ihren Meistertitel. Zudem führte Herbert Prohaska den Verein zum Double, musste aber nach internen Differenzen seinen Herzensklub im Sommer 1992 verlassen.


1992/1993: Meister - FK Austria Wien

1992/1993: Meister - FK Austria Wien
Dank eines 4:0-Siegs im Wiener Derby war erneut die Austria Meister
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Punkte: 36 (Zweipunkte-Regel)

2. SV Austria Salzburg (-0 Punkte)

Hermann Stessl übernahm die Nachfolge von Herbert Prohaska. In seiner dritten und letzten Amtszeit als Austria-Coach führte er die Wiener zum dritten Meistertitel in Folge.

Die "Veilchen" beendeten den Grunddurchgang auf Rang drei, mit nur einem Zähler Rückstand auf Spitzenreiter SV Austria Salzburg. Die Mozartstädter waren am letzten Spieltag auch der einzige Konkurrent im Kampf um den Titel.

Punktgleich ging es ins Saisonfinish. Die Wiener hatten aufgrund der besseren Tordifferenz den Vorteil. Man traf ausgerechnet auf den Erzrivalen Rapid, Salzburg empfing VSE St. Pölten.

Die Baric-Elf machte ihre Hausaufgaben und gewann mit 1:0, jedoch war das zu wenig. Denn die "Veilchen" fertigten die Hütteldorfer vor 27.000 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion mit 4:0 ab.


1993/1994: Meister - SV Austria Salzburg

1993/1994: Meister - SV Austria Salzburg
1994 führte kein Weg an Austria Salzburg vorbei
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Punkte: 51 (Zweipunkte-Regel)

2. FK Austria Wien (-2 Punkte)

Die Liga wurde reformiert, die Playoffs wurden abgeschafft. Daher spielten die Teams in einer Zehnerliga jeweils vier Mal gegeneinander.

Diesmal machte Austria Salzburg keine halben Sachen und krönte sich 1993/94 zum Meister. Vor dem letzten Spieltag hatte die Wiener Austria zwar rechnerische Chancen, doch es brauchte mehr als ein Wunder, um den vierten Titel in Folge zu holen.

Ein Sieg und 13 Tore Differenz trennten die beiden Kontrahenten voneinander. Vor allem überragten die Mozartstädter in den direkten Duellen mit den Wienern. Alle vier wurden gewonnen, im Frühjahr setzte man sich mit 4:0 und 6:0 ganz klar durch.

Im ausverkauften Lehener Stadion war alles für die Meister-Party angerichtet. 15.000 Zuschauer ließen sich das nicht entgehen, mit einem 2:0-Erfolg über die Admira fixierte die Baric-Truppe den Titel.


1994/1995: Meister - SV Austria Salzburg

1994/1995: Meister - SV Austria Salzburg
Austria Salzburg wurde trotz einer Niederlage in der letzten Runde Meister
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Punkte: 47 (Zweipunkte-Regel)

2. SK Sturm Graz (-0 Punkte)

Die Saga der nur noch rechnerischen Chance auf einen Meistertitel ging ein Jahr später weiter.

Austria Salzburg war auf dem Weg zur Titelverteidigung. Einen Spieltag vor Schluss lag die Mannschaft von Otto Baric zwei Punkte vor Sturm. Zudem hatte man die um zehn Tore bessere Tordifferenz.

Die "Viola" legte in der Rückrunde einen starken Spurt hin. Zwischen den Spieltagen 19 und 35 gab es eine einzige Niederlage.

Daher durfte sich Austria Salzburg eine 0:2-Niederlage beim FC Tirol erlauben. Sturm machte in Steyr seine Hausaufgaben, jedoch war der 2:1-Erfolg viel zu wenig. 

Es war die letzte Bundesliga-Saison mit der Zweipunkte-Regel.


1995/1996: Meister - SK Rapid

1995/1996: Meister - SK Rapid
Im direkten Duell mit Sturm Graz wurde der 30. Meistertitel der Klubgeschichte fixiert
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Punkte: 73

2. SK Sturm Graz (-6 Punkte)

1995/96 wurde die Dreipunkte-Regel in der österreichischen Bundesliga eingeführt. In dieser Saison krönte sich der SK Rapid zum Meister.

Für Titelverteidiger Salzburg war es eine Saison zum Vergessen. Nach dem Aus in der Champions-League-Quali trat Erfolgscoach Otto Baric zurück. Auf ihn folgten Hermann Stessl und später auch noch Heribert Weber. Salzburg wurde am Ende nur Achter.

Zurück zum SK Rapid, der mit einem Vorsprung von drei Zählern auf Verfolger Sturm ins Saisonfinale ging. Es kam zum direkten Duell vor 48.000 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion - bis heute Bundesliga-Rekord!

Die Ausgangslage war klar, den Wienern reichte ein Remis, Sturm brauchte einen Sieg. Große Rechnereien blieben auch erspart, da beide Teams mit der gleichen Tordifferenz ins Spiel gingen.

Die von Ernst Dokupil geführte Truppe ging bereits in der 7. Minute durch Roman Pivarnik in Führung. Christian Stumpf machte in der Schlussphase (87.) schließlich den Deckel drauf.


1998/1999: Meister - SK Sturm Graz

1998/1999: Meister - SK Sturm Graz
Sturm holte 1999 den zweiten Meistertitel in Folge
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Punkte: 73

2. SK Rapid (-3 Punkte)

Die Erfolgstruppe des SK Sturm Graz, die von Jahrhunderttrainer Ivica Osim geführt wurde, erreichte 1998/99 ihr nächstes Hoch.

Die Grazer verteidigten ihren Meistertitel vom Vorjahr erfolgreich. Es ging mit einem Vorsprung von einem Zähler auf Konkurrent Rapid ins letzte Spiel.

Das Selbstbewusstsein war bei den "Blackies" groß, da man mit einem Derbysieg über den GAK im Rücken ins Saisonfinish ging. Dort traf Sturm zuhause auf den FC Tirol Innsbruck, den man mit 3:0 schlug. Damit errangen die Grazer ihren zweiten Meistertitel.

Darüber hinaus kam Verfolger Rapid bei Austria Salzburg nicht über ein 0:0 hinaus.

Zudem war es für die "Schwoazn" eine historische Saison, in der man das Triple bestehend aus Meisterschaft, Cup- und Supercup-Sieg holte.


1999/2000: Meister - FC Tirol Innsbruck

1999/2000: Meister - FC Tirol Innsbruck
Michael Baur steckte im Jahr 2000 den Meisterteller in die Höhe
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Punkte: 77

2. SK Sturm Graz (-3 Punkte)

Der erste österreichische Meister nach der Jahrtausendwende hieß FC Tirol Innsbruck.

Das Team von Kurt Jara ging mit einem Polster von einem Zähler auf Sturm Graz in den letzten Spieltag. Zuhause trafen die Innsbrucker auf die Wiener Austria.

Der FC Tirol legte in jenem Spiel einen Traumstart hin: Roland Kirchler traf bereits in der ersten Minute zum 1:0. Christian Mayrleb glich zwar per Elfmeter aus, doch Abwehr-Chef Michael Baur sorgte im zweiten Spielabschnitt für die Entscheidung.

Es war die erste von drei Meisterschaften in Folge für den FC Tirol Innsbruck.


2009/2010: Meister - FC Red Bull Salzburg

2009/2010: Meister - FC Red Bull Salzburg
Huub Stevens führte Salzburg 2010 zum dritten Meistertitel der Red-Bull-Ära
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Punkte: 76

2. FK Austria Wien (-1 Punkt)

3. SK Rapid (-3 Punkte)

Die Saison 2009/10 blieb bis zum letzten Spieltag spannend, gleich drei Teams hatten eine theoretische Chance auf den Meisterteller.

Die beste Ausgangsposition hatte der FC Red Bull Salzburg, der als Tabellenführer ins Saisonfinish ging. Konkurrenten waren die Austria (-1 Punkt) und Rapid (-3 Punkte).

Die Mozartstädter bekamen zum Abschluss aber keine leichte Aufgabe, denn auswärts mussten die "Bullen" beim SK Sturm Graz antreten. Die "Veilchen" spielten daheim gegen Ried, während die Hütteldorfer beim SV Mattersburg gastierten.

Frei nach dem Motto "Die Null muss stehen" gewann Salzburg unter der Leitung von Cheftrainer Huub Stevens in Graz mit 2:0. Ein schneller Doppelschlag durch Simon Cziommer und Roman Wallner brachte die Entscheidung.


2010/2011: Meister - SK Sturm Graz

2010/2011: Meister - SK Sturm Graz
Diese Wettschulden löste Sturm-Trainer Franco Foda gerne ein
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Punkte: 66

2. FC Red Bull Salzburg (-3 Punkte)

3. FK Austria Wien (-5 Punkte)

Ein Jahr später kam es zu einem ähnlichen Szenario. Erneut waren Austria Wien und Red Bull Salzburg in einem Dreikampf involviert, doch diesmal hieß der glückliche Sieger Sturm Graz.

Die Mannschaft von Franco Foda ging als Leader in den letzten Spieltag. Auf die Austria hatten die Grazer einen Vorsprung von zwei Punkten, auf Salzburg waren es drei. Die beiden trafen ausgerechnet am letzten Spieltag aufeinander. Dort setzten sich die "Bullen" in Wien-Favoriten mit 4:2 durch.

Sturm machte zuhause gegen Wacker Innsbruck seine Hausaufgaben. Samir Muratovic erlöste die "Blackies" mit dem 2:1-Siegtor in der 84. Minute, womit der SK Sturm den Meistertitel feierte.

Danach gab es in Graz-Liebenau kein Halten mehr, Trainer Franco Foda musste eine Wette einlösen. Nach dem Cupsieg im Vorjahr versprach der Deutsche, sich im Falle des Meistertitels eine Glatze scheren zu lassen.

Die Spieler, angeführt von Mario Haas, Andreas Hölzl, Thomas Burgstaller und Mario Kienzl, schritten nach dem Triumph zur Tat, zerrten ihren sportlichen Chef von den TV-Mikrofonen weg und rasierten ihn.


2023/24: Meister - SK Sturm Graz

2023/24: Meister - SK Sturm Graz
Mit einem Sieg gegen Austria Klagenfurt wurde die Salzburger Meister-Serie gebrochen
Foto: ©GEPA

Punkte: 44 (nach Punkteteilung)

2. FC Red Bull Salzburg (-2 Punkte)

13 Jahre dauerte es, ehe die Entscheidung um den Bundesliga-Meistertitel wieder am letzten Spieltag fiel. Abermals hieß der strahlende Sieger am Ende Sturm Graz.

Die Mannschaft von Christian Ilzer ging mit zwei Punkten Vorsprung auf Red Bull Salzburg in den letzten Spieltag - mit einem Sieg in der letzten Runde gegen Austria Klagenfurt war den Grazern das Double (zuvor gewann Sturm auch den ÖFB-Cup) also nicht mehr zu nehmen.

Während Salzburg seine Meister-Chance mit einem 7:1-Schützenfest gegen den LASK wahrte, machte es Sturm in Graz-Liebenau etwas spannender.

Am Ende siegten die "Blackies" dank zwei späten Toren von Gregory Wüthrich und Amady Camara mit 2:0.


2024/25: Meister - SK Sturm Graz

2024/25: Meister - SK Sturm Graz
Das Herzschlagfinale 2025 ging an den SK Sturm
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Punkte: 40 (nach Punkteteilung)

2. FC Red Bull Salzburg (-2 Punkte)

3. FK Austria Wien (-3 Punkte)

4. Wolfsberger AC (-3 Punkte)

Ein Jahr später holte Sturm erneut erst am letzten Spieltag die Meisterschaft. Im Gegensatz zur Saison davor war es diesmal sogar ein Dreikampf.

Neben Sturm hatten auch die Austria und der WAC am letzten Spieltag noch Chancen auf den Meistertitel. Die Grazer hatten allerdings das Heft in der Hand. Da sie mit drei Punkten Vorsprung ins Finale gingen, reichte bereits ein Punkt, um die zweite Meisterschaft in Folge klarzumachen.

Im letzten Spiel ging es dann ausgerechnet gegen den Mitkontrahenten WAC. Hätten die Kärntner gewonnen, wären sie an Sturm vorbeigezogen. Hätte in diesem Fall jedoch auch die Austria gewonnen, so wären die Wiener schlussendlich Meister geworden.

Trotz der vielen möglichen Endszenarien nutzten die Grazer ihren Vorteil aus. Denn Thierno Ballo glich für den WAC nach dem Führungstreffer von William Böving zwar aus, doch Sturm zitterte sich über die Zeit und sicherte sich am Ende sowohl das 1:1-Remis als auch Meistertitel.

Da die Austria gegen Blau-Weiß Linz ebenfalls nicht über ein 2:2-Unentschieden hinauskam, zog am Ende sogar noch Red Bull Salzburg an den Wienern und den Wolfsbergern vorbei und holte den Vizemeistertitel.

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