Hattrick! Okafor endlich in Salzburg angekommen

 

Gleich neun Umstellungen nahm Salzburg-Cheftrainer Jesse Marsch am Samstag im Gegensatz zum Champions-League-Duell gegen Atletico Madrid am vergangenen Dienstag vor.

Einzig Dominik Szoboszlai und Zlatko Junuzovic fanden sich erneut in der Startelf wieder - eine Chance für andere Spieler, sich zu empfehlen.

Bei einem Spieler dürfte die Message besonders angekommen sein - Noah Okafor. Mit drei Toren avancierte der 20-jährige Schweizer gegen die WSG Tirol zum unumstrittenen Matchwinner (Spielbericht >>>).

Seit seinem Wechsel vom FC Basel in die Mozartstadt Ende Jänner 2020 warteten die Fans der "Bullen" auf einen derart starken Auftritt des talentierten Offensvspielers, bislang konnte Okafor die hohen Erwartungen, die in ihn gesetzt wurden, jedoch noch nicht erfüllen.

Mit 11,2 Millionen Euro (lt. Transfermarkt) ist der Schweizer nämlich der Rekordeinkauf der Salzburger Klubgeschichte, mehr als ein Platz auf der Ersatzbank war Okafor in wichtigen Spielen bislang noch nicht vergönnt. Wenn er mal die Chance für die Startelf bekam, empfahl er sich nicht wirklich für höhere Aufgaben - zumindest bis jetzt.

Okafor: "Habe viel Selbstertrauen getankt"

Am Samstag zauberte Okafor die WSG Tirol allerdings im Alleingang in Grund und Boden. Neben seinen drei Toren war er auch noch an den anderen beiden Treffern der "Bullen" direkt/indirekt beteiligt. Treffer Nummer vier von Salzburg rutschte ihm unter dem Schlapfen durch, ehe Sekou Koita am langen Pfosten abstauben konnte. Beim fünften Tor leitete er das Elfer-Foul an Koita mit einem genialen Pass in die Tiefe ein.

"Ich bin froh über meine Treffer und die Teamleistung. Am Anfang war es ein bisschen schwer, aber ich denke, mit meinen drei Toren habe ich Selbstvertrauen tanken können", spricht Okafor bei "Sky" auch seine durchwachsene Anfangszeit in Salzburg an. Vor dem Spiel konnte er in 24 Spielen auf fünf Tore für RBS zurückblicken, nun konnte er diesen Wert in lediglich einem Spiel um drei erhöhen.

"Ich habe hart trainiert. Die Mannschaft steht hinter mir. Ich habe Vollgas gegeben, gebe im Training immer mein Bestes. Heute hat es geklappt und ich bin sehr froh über die drei Tore, aber noch mehr über die drei Punkte", so der Schweizer.

Marsch über Okafor: "Brauchen ihn jetzt"

Mit seinem Triplepack hat Okafor selbstverständlich auch eine perfekte Bewerbung abgegeben für einen Platz in der Startelf für den Champions-League-Kracher am Dienstag gegen den FC Bayern München. Gerade mit der Verletzung von Patson Daka ist ein normalerweise unantastbarer Stammplatz in der Startelf plötzlich verfügbar, demnach könnte Okafor genau zum richtigen Zeitpunkt heißgelaufen sein.

"Patson Daka ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Schade, dass er jetzt ausfällt. Man weiß noch nicht ganz wie lange, aber ich denke, es werden ein paar Wochen." Spekulieren über einen Platz in der ersten Elf will der 20-Jährige nicht. "Schlussendlich muss ich alles im Training geben und schlussendlich entscheidet der Trainer über die Elf, die am Platz steht."

Cheftrainer Jesse Marsch hat Okafor auf alle Fälle auf dem Zettel für die Startelf, nicht allerdings erst seit dessen Glanzleistung am Samstag. "Er ist immer eine Möglichkeit für die Startelf. Er kann viele verschiedene Positionen spielen. Er kann auf den offensiven Außenbahnen oder auch vorne spielen."

"Ich war sehr glücklich, dass er drei Tore gemacht hat. Ich glaube, das ist gut für Noah. Er hat auch letzte Woche sehr gut gespielt, war auch sehr gut von der Bank. Wir haben mit Noah viel gesprochen über taktische Dinge und am Ende haben wir gesagt, jetzt ist es Zeit, sein Können zu zeigen und zu kämpfen. Es ist ein Glücksgefühl im Moment für Noah und für uns. Wir brauchen ihn jetzt sicher", so Marsch.

Marsch: "Bayern das finale Examen"

Noah Okafor sieht sich und seine Kollegen für das Duell mit dem amtieren Champions-League-Sieger auf jeden Fall gerüstet. "Wir wissen, Bayern München ist die im Moment die beste Mannschaft der Welt mit dem, was sie letztes Jahr gezeigt haben. Wir werden aber mutig spielen, wir glauben an uns und werden unser Spiel spielen. Dann denke ich, ist eine Chance da."

Auch Jesse Marsch fiebert dem Saison-Highlight gegen den FC Bayern München bereits entgegen. "Es ist Schade, dass wir ohne Fans spielen müssen. Es ist schrecklich. Es ist eine unglaublich große Prüfung, wie ein finales Examen für unsere Mannschaft. Es herrscht Vorfreude, nicht Angst."

Angst hat Salzburg auch am Samstag gegen WSG Tirol nicht verspürt, immerzu souverän war der Auftritt der "Bullen" speziell in der ersten Halbzeit aber auch nicht. "Wir waren am Anfang nicht so gut. Wir waren auch überrascht von Wattens, dass sie so gut gespielt haben und viel Druck gemacht haben. Normalerweise haben sich gegen uns immer tiefer verteidigt. Kompliment an Wattens."

Auch WSG-Cheftrainer Thomas Silberberger hat eine gute Stunde lang eine sehr engagierte Leistung seines Teams gesehen. "Das 3:0 war die Entscheidung. Da sind dann auch bei uns viele Dämme gebrochen. Red Bull hat uns dann zur Schau gestellt, wie am Jahrmarkt. Ich sag, bis zum 3:0 war der Auftritt okay. Die erste Halbzeit hat mir gut gefallen. Der Unterschied waren eben die Einzelspieler."


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Textquelle: © LAOLA1.at

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